Moskau wirft London und Paris Beteiligung an Raketenangriff auf Brjansk vor
Weitgehend unbeachtet von deutschen Medien hat die Ukraine am 10. März die russische Stadt Brjansk mit Marschflugkörpern aus britisch-französischer Produktion angegriffen. Dabei geht es um die von beiden Ländern gemeinsam entwickelten Storm Shadow (britische Bezeichnung) und SCALP (französische Bezeichnung), die die Ukraine nicht ohne Mithilfe von Soldaten aus diesen Ländern bedienen kann, wie man schon seit dem vor zwei Jahren geleakten Telefonat der deutschen Luftwaffengeneräle wissen.
Die Raketen haben ein Wohngebiet betroffen und es gab sieben Tote und über 40 Verletzte, von denen 29 in Krankenhäusern behandelt werden müssen. Westliche Medien haben, wie üblich, die Version Kiews übernommen und berichtet, der Angriff habe einer russischen Rüstungsfabrik gegolten.
Am 13. März hat das russische Außenministerium die Botschafter der beiden Länder vorgeladen. Ich übersetze hier die Presseerklärung des Ministeriums dazu.
Beginn der Übersetzung:
Am 13. März wurden der britische Botschafter in Moskau Casey und der französische Botschafter in Moskau de Rivière ins russische Außenministerium einbestellt, um gegen den Angriff der ukrainischen Streitkräfte auf Brjansk am 10. März zu protestieren. Bei diesem Angriff wurden Marschflugkörper des französisch-britischen Gemeinschaftsunternehmens MBDA eingesetzt.
Während des Protests wurde auf die direkte Beteiligung Großbritanniens und Frankreichs an diesem Terrorangriff hingewiesen, bei dem sieben Menschen getötet und über vierzig verletzt wurden. Es ist für uns klar, dass der Raketenangriff auf Brjansk ohne die Beteiligung britischer und französischer Spezialisten sowie ohne die Weitergabe von Geheimdienstinformationen an das neonazistische Regime in Kiew nicht möglich gewesen wäre.
Es wurde betont, dass London und Paris im Falle weiterer Beteiligungen an Kriegsverbrechen des Kiewer Regimes die Verantwortung für die verheerenden Folgen des bewaffneten Konflikts und die Eskalation der Spannungen tragen werden.
Es wurde außerdem erklärt, Moskau betrachte den Beschuss von Brjansk als gezielte Provokation, die darauf abziele, die verstärkten Bemühungen um eine friedliche Lösung der Ukraine-Krise zu untergraben. Großbritannien und Frankreich wurden aufgefordert, ihre unmenschlichen Handlungen, mit denen sie ihr politisches Profil schärfen wollen, zu verurteilen und das von ihnen unterstützte „ukrainische Projekt“ angesichts der aktuellen Eskalation im Nahen Osten wieder in den Mittelpunkt der internationalen Agenda zu rücken.
Russland fordert von Großbritannien und Frankreich eine klare öffentliche Stellungnahme mit einer entschiedenen und unmissverständlichen Verurteilung des Terrorangriffs der ukrainischen Streitkräfte in Brjansk. Andernfalls werde das als Solidarität mit terroristischen Methoden ausgelegt, was für Staaten, die ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrates sind, beschämend wäre.
Ende der Übersetzung
Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.
Nächster Beitrag: Angriffe auf Tanker mit Ziel Russland häufen sich