Boldotee bei Leberschäden und diversen anderen Problemen

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Selbst die EU hat dem Boldo Tee ihr OK gegeben

drbine.substack.com📅 27.07.2026

Ich bin auf Boldo aufmerksam geworden, weil jemand mit dem Tee seine Leberzirrhose binnen 6 Monaten auskuriert hatte und begeistert davon berichtete. Achtung: Das ist eine Patientenselbstauskunft, ich habe die Daten nicht gesehen und weiß nicht, welche Lebererkrankung exakt vorlag. Der Arzt war jedenfalls irritiert und sehr überrascht.

Daher habe ich mir ein paar Reviews zu dieser Pflanze angesehen, die mir komplett neu war.

Peumus boldus

Laut Wikipedia ist Boldo “(Peumus boldus) ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum, der Wuchshöhen von bis 6–10 Meter oder mehr erreicht. Die rissige und schuppige Borke ist gräulich bis bräunlich.

“Die süßen und aromatischen Früchte werden roh und gekocht verwendet. Die getrockneten Früchte werden auch zu Bändern oder Halsketten verarbeitet, sie verströmen dann einen angenehmen Zimtgeruch. Die Rinde und die Blätter werden auch als Gewürz verwendet. Die Rinde enthält Tannine und wird auch zum Färben verwendet. Boldoblätter werden in der peruanischen, argentinischen, brasilianischen und chilenischen Volksmedizin als Heilpflanze, unter anderem gegen Magen-Darm-Beschwerden verwendet. Die Pflanze wirkt krampflösend und regt die Gallenabsonderung in den Leberzellen an. Boldoblätter können auch als Gewürz oder Tee gebraucht werden, z. B. im Matetee. Auch kann ein ätherisches Öl aus den Blättern gewonnen werden. Die getrockneten und gepulverten Blätter dienen zum Parfümieren und als Insektenschutz von Kleidung.”

Wo bekomme ich Boldo?

Boldo gibt es bei amazon.

Wogegen hilft Boldo bzw. Boldin?

Boldotee wird in der traditionellen Medizin zur Behandlung von Verdauungs- und Leber-Gallen-Erkrankungen, Ohrenschmerzen, Kopfschmerzen, Rheuma und verstopfter Nase eingesetzt.

Boldin:

  • schützt Leber, Nieren, Blutgefäße und Nerven vor Schäden.

  • lindert Kopfschmerz

  • wirkt Fieber senkend, antioxidativ, antirheumatisch

  • Hemmt die Thrombozytenaggregation

  • hilft bei Dyspepsie, Harnwegsinfektionen und Schlafstörungen

  • wirkt gegen Entzündungen, stoppt Krämpfe und fängt schädliche Stoffe im Körper ab.

  • kann das Gehirn schützen, die geistige Leistung unterstützen und bei der Bewältigung von Nervenkrankheiten helfen.

  • regt den Gallenfluss an, hilft dem Magen-Darm-Trakt und verbessert die Funktion der Blutgefäße bei Bluthochdruck oder Diabetes.

  • reguliert den Blutzucker indem es Gluconeogenese (Zuckerneubildung in der Leber) hemmt.

  • hemmt die Ansammlung von Lipiden

  • zeigt in Tierversuchen mögliche Wirkungen gegen Krebs, Knochenschwund, Parasiten und Alzheimer.

Wissenschaftliche Studien belegen die starke antioxidative Wirkung von Boldin, das Zellen vor Schäden durch oxidativen Stress schützt und Zellen bei Sauerstoffmangel stabilisiert.

Boldin wirkt als starkes Antioxidans bei Asthma, indem es die schützende Lungepolizei (SOD- und GSH-Werte) stärkt und gleichzeitig aggressive Schadstoffe (ROS und MDA) in der Atemwegsflüssigkeit reduziert. Durch dieses Schutzschild wird die Zerstörung des Gewebes bei entzündlichen Atemwegserkrankungen aktiv gehemmt.

Boldin zeigte sich in Versuchen als wirkungsvoller Radikalfänger (stärker als Vitamin C), steigerte schützende Enzyme bei Asthma und förderte die Produktion von gesundheitsförderndem Adiponektin.

Adiponektin:

  • schützt vor Diabetes indem es die Empfindlichkeit der Zellen für das Hormon Insulin erhöht.

  • Schützt die Gefäße indem es Entzündungen in den Blutbahnen entgegenwirkt und verhindert, dass sich die Gefäße verengen. Damit schützt es vor Arterienverkalkung und Herzinfarkt.

  • Es signalisiert dem Körper, insbesondere in Muskeln und Leber, vermehrt Fettsäuren zu verbrennen.

Boldin und andere Bestandteile von Boldo

Der Hauptbestandteil von Boldo ist das nach der Pflanze benannte Alkaloid Boldine, welches bereits 1922 von Merck isoliert wurde.

Man muss unterscheiden zwischen Boldo Vollextrakt (Tee) und dem reinen Boldin. In den Blättern sind natürlich viel mehr Stoffe, die synergistisch wirken können.

In Peumus boldus wurden mindestens 22 Alkaloide mehr oder weniger identifiziert.

Der einzige bisher identifizierte Bestandteil von Boldus, der weder ein Alkaloid noch ein Polyphenol noch eine flüchtige Verbindung ist.

Toxikologie:

“Abgesehen von der langjährigen Tradition der pharmazeutischen Verwendung von Boldin und Präparaten auf Boldo-Basis wurde die geringe Toxizität dieser Substanz bereits frühzeitig durch die hohen Dosen belegt, die erforderlich waren, um bei verschiedenen Säugetierarten den Tod herbeizuführen (so waren beispielsweise 15 g Boldin bei oraler Verabreichung notwendig, um einen 12 kg schweren Hund zu töten; auf demselben Weg waren 500 bzw. 1000 mg/kg Körpergewicht erforderlich, um Mäuse bzw. Meerschweinchen zu töten. Nach der Verabreichung von bis zu 3000 mg/kg Körpergewicht eines boldinhaltigen, weichen hydroalkoholischen Blutblattextrakts an Ratten konnten keine Anzeichen von Toxizität beobachtet werden. Kürzlich wurde nachgewiesen, dass Boldin im SOS-Chromotest sowie in mehreren Ames-Teststämmen – mit oder ohne vorherige metabolische Aktivierung – nicht mutagen wirkt. Darüber hinaus haben aktuelle Studien aus unserem Labor gezeigt, dass Boldin, intraperitoneal in subletalen Dosen verabreicht, im Knochenmark von Mäusen keine Anzeichen von Genotoxizität hervorruft, wie anhand des Mikronukleustests festgestellt wurde. Die mit dem Mikronukleustest verbundene zytogenetische Analyse liefert ein äußerst zuverlässiges Maß für die durch eine Chemikalie in vivo induzierten strukturellen oder numerischen Chromosomenaberrationen. Die Anwendung dieser Methode, die ein offizielles, vom Gen-Tox-Programm der US-Umweltschutzbehörde (EPA) empfohlenes Kriterium darstellt, sollte zu einem Routineverfahren bei der toxikologischen Bewertung neuer Kandidatenverbindungen für die Entwicklung als Arzneimittel oder Lebensmittelzusatzstoffe werden.”

“Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) kam zu dem Schluss, dass ganze oder zerkleinerte Boldo-Blätter zur Zubereitung von Kräutertees oder als getrocknete wässrige Extrakte auf der Grundlage ihrer traditionellen Verwendung oral (nur bei Erwachsenen) zur Linderung von Verdauungsbeschwerden und leichten Darmkrämpfen angewendet werden können. Die Anwendung von Boldo-Blättern ist kontraindiziert während der Schwangerschaft, bei Patienten mit Lebererkrankungen, bei Obstruktion oder Entzündung der Gallenwege, bei Gallensteinen oder anderen Gallenerkrankungen sowie bei Personen, die eine Überempfindlichkeit gegenüber dem Pflanzenmaterial aufweisen.”

Studien zu Blattextrakten:

Daten zu den in Peumus boldus Mol. enthaltenen Alkaloiden und deren Derivaten

Fazit:

Die EU hat dem Boldo Tee ihr OK gegeben, ein Verbot ist daher aktuell nicht absehbar, vielleicht auch, weil es kaum einer kennt.

Die Wissenschaft bewertet Boldo als hochwirksame Arzneipflanze mit starkem therapeutischem Potenzial.

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Wikipedia-Autoren. (2005, August 19). Boldo. https://de.wikipedia.org/wiki/Boldo

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Wikipedia-Autoren. (2005, August 19). Boldo. https://de.wikipedia.org/wiki/Boldo

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Silva LCL, de Souza GH, Pateis VO, Ames-Sibin AP, Silva BP, Bracht L, Comar JF, Peralta RM, Bracht A, Sá-Nakanishi AB. Inhibition of Gluconeogenesis by Boldine in the Perfused Liver: Therapeutical Implication for Glycemic Control. Int J Hepatol. 2023 Apr 4;2023:1283716. doi: 10.1155/2023/1283716. PMID: 37056327; PMCID: PMC10089784. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37056327/

5

Montaldo L, Bendezu Meza L, De Marzi M, Guerra LN. Peumus boldus Extract Inhibits Lipid Accumulation in 3T3-L1 Adipocytes. Int J Mol Sci. 2025 May 2;26(9):4326. doi: 10.3390/ijms26094326. PMID: 40362563; PMCID: PMC12072887. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40362563/

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