Eine Mechanistische Erklärung warum Herzkapillaren ein bevorzugtes Off-Target für mRNA-LNPs sind, bietet möglicher Weise ein “Letter to the Editor” von Hartmut H. Glossman.
Glossmann, H. H. (2025). SARS-CoV-2 mRNA vaccines: unresolved mechanisms of myocardial damage. Archives of Toxicology, 100(3), 1177–1180. https://doi.org/10.1007/s00204-025-04252-4
Ich gehe davon aus, dass Endothelzellen (ECs) der mikrovaskulären Struktur des Myokards aufgrund der besonderen Merkmale der myokardialen Anatomie und Perfusion ein bevorzugtes Off-Target für LNPs darstellen. Eine Endothelschädigung durch die Aktivierung des Toll-like-Rezeptors 4 (TLR4) durch ionisierbare Lipide und/oder einen Endosomenbruch könnte einen auslösenden Schritt („Endothelitis“) darstellen, gefolgt von der Erkennung von Spike-abgeleiteten Peptiden, die von den ECs an aktivierte Monozyten und T-Lymphozyten präsentiert werden. […]
Das Herz bekommt aufgrund seiner Anatomie zwangsweise die größte Dosis der LNPs ab. Diese LNPs beschädigen erst die Gefäße und sorgen danach dafür, dass das eigene Immunsystem, nach der erfolgten Spike-Produktion die Herzkapillaren angreift.
Insgesamt deuten Studien an Mäusen auf eine primäre Wechselwirkung von LNPs mit Endothelzellen der Herzmikrogefäße hin (vgl. Szebeni und Koller 2025). Die von Ahn et al. (2025) beschriebenen Biomarker-Muster spiegeln prospektive Daten beim Menschen zu subklinischen Myokardschäden nach einer mRNA-Impfung wider (Buergin et al. 2023; Mansanguan et al. 2022). […]
Das hat man auch schon in Mäusen gesehen, und wohl wie üblich, geflissentlich ignoriert.
Warum Herzkapillaren ein bevorzugtes Off-Target für mRNA-LNPs sind
Erstens wird der mikrovaskuläre Durchblutungsfluss in den Koronargefäßen während der ventrikulären Systole – insbesondere im Subendokard – auf einzigartige Weise unterbrochen, wobei es aufgrund der Kompression der Kapillaren zu einem vorübergehenden Stillstand oder sogar zu einem retrograden Fluss kommt (Feigl 1983). Diese rhythmische Unterbrechung verlängert die Kontaktzeit zwischen LNP und Endothel, was möglicherweise die Margination, den rezeptorvermittelten Kontakt (z. B. über ApoE-angereicherte Proteinkoronen) oder die Transzytose begünstigt. (siehe Abb. 1).
Das Herz drückt bei jedem Schlag seine eigenen Blutgefäße zusammen. Dadurch stoppt das Blut in den kleinsten Adern kurz oder fließt sogar ein Stück zurück.
Weil das Blut dadurch länger an derselben Stelle bleibt, haben winzige Impfstoff- oder Medikamenten-Teilchen (LNPs) mehr Zeit, an der Gefäßwand anzudocken und in das Gewebe einzudringen.
Zweitens gehört die Kapillardichte im erwachsenen menschlichen Herzen (~ 2.250/mm²) zu den höchsten aller Gewebe und ist etwa siebenmal höher als im Skelettmuskel (Rakusan et al. 1992).
Das Herz hat extrem viele kleinste Blutadern (Kapillaren). Auf einer winzigen Fläche von der Größe eines Stecknadelkopfes befinden sich etwa 2.250 dieser Äderchen. Das sind ungefähr siebenmal so viele wie in einem normalen Muskel, zum Beispiel im Arm oder Bein. Weil das Netz aus Blutgefäßen so extrem dicht ist, kommt fast jedes Teilchen im Blut automatisch ganz nah an eine Gefäßwand heran. Das ist wichtig, weil das Herz viel Sauerstoff benötigt weil es ein Dauerläufer ist. Das Herz arbeitet ohne Pause und hat deshalb von allen Organen den höchsten Sauerstoffbedarf. Da der Herzmuskel den Sauerstoff extrem schnell verbraucht, reicht ein normales Adernetz daher nicht aus. Es braucht dieses riesige, dichte Netz aus 2.250 Mini-Äderchen pro Quadratmillimeter, um jede einzelne Herzzelle pausenlos mit Nachschub zu versorgen
Drittens reagieren mikrovaskuläre Endothelzellen empfindlicher auf TLR4-Agonisten als makrovaskuläre Endothelzellen (Lu et al. 2012). Ein bemerkenswerter Artenunterschied besteht darin, dass menschliche mikrovaskuläre Endothelzellen HLA-Klasse-II-Moleküle konstitutiv exprimieren, während Endothelzellen der Maus für die Expression dieser Moleküle in der Regel Entzündungsreize benötigen (Amersfoort et al. 2022).
Die Zellen in den kleinsten Herz-Äderchen reagieren viel empfindlicher auf bestimmte Alarmsignale (TLR4-Stoffe) als die Zellen in den großen, dicken Blutgefäßen. Sie schlagen also schneller Alarm. Das ist auch ein wichtiger Unterschied zwischen Mensch und Maus: Beim Menschen haben diese kleinsten Gefäßzellen standardmäßig MHC-II auf ihrer Oberfläche. Sie sind quasi dauerhaft für das Immunsystem sichtbar. Bei Mäusen taucht dieses Merkmal meistens erst auf, wenn sich das Gewebe entzündet.
Das bedeutet für die Forschung: Ergebnisse aus Maus-Versuchen lassen sich hier nicht einfach eins zu eins auf den Menschen übertragen, schon gar nicht, wenn man zudem noch das falsche Mausmodell verwendet.
Schematische Darstellung einer subendokardialen Kapillare während der Diastole (oben) und der Systole (unten). In der Diastole ist das Kapillarlumen weit, und die Erythrozyten (dargestellt als rote Kreise) bewegen sich in einer einzigen Reihe mit einer höheren axialen Geschwindigkeit als das umgebende Plasma, was zu einer scheinbaren Verringerung des Hämatokrits (Fåhræus-Effekt) und zur Erhaltung einer Plasmaschicht zwischen den roten Blutkörperchen und dem Endothel führt. Während der Systole wird die Kapillare durch die Myokardkontraktion zusammengedrückt, das Lumen verengt sich und der Fluss kommt vorübergehend zum Stillstand. Lipidnanopartikel (LNPs, zur Verdeutlichung überdimensioniert dargestellt) werden innerhalb der verdünnten oder kollabierten Plasmaschicht in Richtung der Endotheloberfläche verdrängt, was einen verstärkten Endothelkontakt, die Aufnahme und den Transport fördert.
Der Fåhræus-Effekt ist ein medizinisches und physikalisches Phänomen aus der Rheologie (Fließlehre des Blutes). Er besagt, dass der Hämatokritwert (der Anteil der roten Blutkörperchen am Gesamtvolumen) in sehr engen Blutgefäßen mit einem Durchmesser unter 300 Mikrometern geringer ist als in großen Blutgefäßen.
Einfach formuliert: Das Blut ist in den kleinsten Haargefäßen (Kapillaren) „dünnflüssiger“ als im restlichen Körper.
Wenn das Herz entspannt ist (Diastole) sind die Kapillaren weit geöffnet. Die roten Blutkörperchen fließen wie auf einer Perlenschnur schnell hintereinander in der Mitte durch. Nahe der Gefäßwand bleibt eine reine Flüssigkeitsschicht (Plasma) frei von Zellen. Das nennt man Fåhræus-Effekt. Die Impfstoff-Kügelchen (LNPs) schwimmen hier “friedlich” mit.
Wenn das Herz pumpt (Systole) zieht sich der Herzmuskel stark zusammen und drückt die Kapillare platt. Das Blut steht für einen kurzen Moment still. Weil die Ader so eng zusammengepresst wird, bricht die schützende Flüssigkeitsschicht am Rand zusammen. Die LNPs haben keinen Platz mehr und werden direkt gegen die Gefäßwand (Endothel) gedrückt.
Das Ergebnis: Durch dieses “An-die-Wand-Quetschen” bei jedem Herzschlag können die Zellen der Gefäßwand die LNPs extrem leicht einfangen und in das Herzgewebe aufsaugen.
Streng genommen absolut logisch und auch ein klassisches Thema des ersten vorklinische Semester in der Humanmedizin (Physiologie/Physik für Mediziner). Klassischer Prüfungsstoff für Physikum oder Medizinertest.
Danke an Hartmut Glossmann, der mir seinen Artikel zur Verfügung gestellt hat.
