Immunologische Mechanismen von mRNA-Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten

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LNPs machen heftigere Immunreaktionen als traditionelle Adjutanzien, daher wurden sie von den Behörden als inerte H...

drbine.substack.com📅 22.07.2026

Norbert Pardi habe ich schon des Öfteren zitiert. Er ist ein eher unauffälliger Experte auf dem Gebiet der LNP-Technologie, wie es scheint.

Zusammen mit Michela Locci hat er diesen Übersichtsartikeln in Nature geschrieben.

Locci, M., & Pardi, N. (2026). Immunological mechanisms of mRNA vaccines for infectious diseases. Nature, 654(8120), 892–901. https://doi.org/10.1038/s41586-026-10599-0

Erneut ein Übersichtsartikel zur LNP-Technologie in einem (ehemals) hoch angesehenen Journal, diesmal aber keine so platte Propaganda wie im Lancet.

Die Publikation hat sich wohl mit dem Erscheinen des nature biotechnology Artikels überschnitten, der gexperimentell in vitro gezeigt hat, dass dendritische Zellen für die Immunreaktion auf modRNA-LNPS nicht gebraucht werden, daher wird dieses Thema in Nature Review leider nich behandelt und ist nicht auf dem neuesten Stand.

Neben der meist schon bekannten immunologischen Eigenschaften des Nature Artikels von Locci und Pardi ist für mich der spannendste Aspekt die Liste der Unbekannten Bereiche, die man noch als zu erforschen listet. Darauf werde ich daher meinen Fokus legen.

Juristisch ist der Review Artikel bedingt einsetzbar. Ich würde ihn nicht direkt einreichen, weil er im Großen und Ganzen das Loblied der LNP-Technologie singt. Als Fußnote für Themenbereiche, die bisher noch nicht erforscht sind, eignet er sich aber gut.

Schon im Abstrakt stellen die Autoren klar, es gibt noch erhebliche Wissenslücken, was das Verständnis dieser Technologie angeht. Zudem sagt man ganz klar, das LNP als Adjuvant funktionieren. Zugelassen wurden sie aber als inerte Hilfsstoffe und davon ist man aktuell bei der EMA anscheinend auch nicht bereits abzurücken.

Dennoch bestehen nach wie vor erhebliche Wissenslücken, darunter das Verständnis, wie LNPs vom Immunsystem erkannt werden und ihre adjuvante Wirkung entfalten, die Identifizierung der spezifischen Signale und zellulären Signalwege, die für die Auslösung schützender Immunantworten entscheidend sind, sowie die Klärung der Frage, ob es möglich ist, die Immunogenität und die Reaktogenität von Impfstoffen voneinander zu trennen.

Weil bei vielen Zelltypen der angeborenen Immunität keinerlei Daten vorliegen, wie sie auf modRNA-LNPs reagieren. Wir haben also sehr viele unbekannte Unbekannte bei der Reaktion des angeborenen Immunsystems auf diese Plattform. Was kann da schon schief gehen?

Die Induktion eines Mechanismus der trainierten Immunität, bei dem die metabolische und epigenetische Reprogrammierung angeborener Zellen die Immunantworten auf nachfolgende Impfungen oder mikrobielle Exposition verstärkt, könnte eine weitere mögliche Erklärung für diese Befunde sein. Dennoch wird diese Hypothese – auch wenn eingehende Studien über mehrere angeborene Zelltypen hinweg fehlen – durch Belege in Frage gestellt, wonach sowohl die epigenetische Umprogrammierung als auch die verstärkte In-vitro-Reaktionsfähigkeit von Monozyten auf Reize vorübergehend sind und sich innerhalb von 28 Tagen nach der zweiten mRNA-Impfdosis wieder auf den Ausgangswert zurückentwickeln.

Was mit den Zellen das angeborenen Immunsystems passiert, die modRNA-LNPs in sich aufnehmen? Vertragen sie das gut? Geben diese Zellen Signale weiter? So genau weiß man das wohl nicht.

Zahlreiche Zellen des angeborenen Immunsystems sowie nicht-immunologische Zellen (Fibroblasten und Adipozyten) nehmen mRNA-LNP-Impfstoffe auf und produzieren an der Injektionsstelle Antigene aus der mRNA.

Das mit den dendritischen Zellen ist, wie gesagt, soweit überholt, weil sie für die Signalgebung nicht essentiell sind. Das Review war also schon mit Erscheinen eigentlich veraltet und nicht auf dem neusten Stand. Das scheint bei Nature keinem aufgefallen zu sein, oder sie ignorieren das lieber, weil die Technologie auf den dendritischen Zellen als Ziel beruht.

Übrigens ist die modRNA nicht immunstill, die kann auch noch Signale lostreten, was gerne übersehen wird.

Es ist wichtig zu beachten, dass die nukleosidmodifizierte und gereinigte mRNA dennoch nicht vollständig immunstill ist. Studien haben über die Induktion von Interferon-stimulierten Genen in Zellen des angeborenen Immunsystems sowie in mononukleären Zellen des peripheren Blutes nach Verabreichung von BNT162b2 bei Mäusen und Menschen berichtet. Im Gegensatz zu mRNA-LNPs weisen leere LNPs eine geringere Fähigkeit zur Hochregulierung der Typ-I-IFN-Produktion auf, was belegt, dass zumindest bei bestimmten Formulierungen die Erkennung der nukleosidmodifizierten mRNA (oder von Nebenprodukten und Verunreinigungen aus der mRNA-Aufbereitung) ein wesentlicher Treiber für die IRF3–IRF7-vermittelte in-vivo-Produktion von Typ-I-IFNs ist.

Die IRF3–IRF7-vermittelte in-vivo-Produktion von Typ-I-Interferonen (IFN-I) ist der zentrale Steuerungsmechanismus der angeborenen Immunantwort. Sie verläuft über ein zweiphasiges Rückkopplungsmodell, bei dem IRF3 die initiale Aktivierung einleitet und IRF7 die nachfolgende massive Amplifikation antreibt.

Typ-I-Interferone (IFN-I) sind eine Familie von Signalproteinen (Zytokinen), die von fast allen kernhaltigen Zellen als direkte Reaktion auf virale Infektionen produziert werden. Ihre Hauptaufgabe ist es, Zellen in einen virusresistenten Zustand zu versetzen und das Immunsystem zu alarmieren. IFN-I kann den Zellzyklus blockieren. Da sich virusinfizierte Zellen (oder auch Tumorzellen) dadurch nicht weiter teilen können, wird die Ausbreitung des Schadens im Gewebe verlangsamt.

Wie gut, dass die Daten, wie die Zelle das detektiert noch unbekannt sind.

Es fehlen nach wie vor eindeutige Daten zu den Sensoren, die nukleosidmodifizierte mRNA erkennen und Immunreaktionen auslösen. Abbauprodukte oder verbleibende Verunreinigungen von IVT-mRNA könnten erkannt werden und zur adjuvanten Wirkung beitragen, wie dies bereits für andere Impfstoffplattformen gezeigt wurde.

Also nichts mit TLR7 und TLR8 reagieren nicht und alles ist gut, wie einen Karikó und BioNTech glauben machen wollten. Immunbiologie ist schon ein wenig komplexer als die Firmen dachten.

dsRNA, die entweder aus Nebenprodukten der IVT-mRNA-Synthese oder aus der Bildung von Sekundärstrukturen stammt (die durch Pseudouridin-Modifikation stabilisiert werden können), könnte von TLR3 oder den zytosolischen RNA-Sensoren RIG-I oder MDA5 erkannt werden.

Könnte, hätte, alles reine Spekulation. Man hat schlichtweg keine Daten und keine Ahnung. Mögliche Sensoren für mRNA-LNP-Impfstoffe:

Das heißt, das Schaubild könnte auch komplett falsch und ein reines Phantasieprodukt sein.

Obwohl der RNA-Sensor, der für die Auslösung von GC- und Antikörperreaktionen auf die zugelassenen COVID-19-mRNA-Impfstoffe verantwortlich ist, noch nicht identifiziert wurde, deuten die oben beschriebenen Daten auf Kompensationsmechanismen zwischen den einzelnen getesteten Sensoren oder auf die Beteiligung eines oder mehrerer neuer oder noch weniger charakterisierter Nukleinsäuresensoren hin.

Wir kennen den Sensor nicht, aber bestimmt kann der Körper das irgendwie wieder kompensieren, ganz bestimmt, großes Indianerehrenwort.

Jüngste Studien haben gezeigt, dass LNPs mehr als nur Träger sind und eine inhärente adjuvante Wirkung besitzen. Tatsächlich induzieren leere LNPs in Kombination mit viralen Proteinantigenen starke GC-Reaktionen sowie antikörpersekretierende Plasmazellen, neutralisierende Antikörper und Gedächtnis-B-Zellen, die den durch AddaVax induzierten Reaktionen (ähnlich dem zugelassenen Adjuvans MF59) quantitativ und qualitativ überlegen sind.

LNPs machen heftigere Immunreaktionen als traditionelle Adjuvanzien, daher wurden sie von den Behörden als inerte Hilfsstoffe bewertet und ohne Prüfung zugelassen.

Es ist jedoch unklar, ob diese Sensoren die in BNT162b2 und mRNA-1273 verwendeten LNPs direkt erkennen und die angeborenen Immunantworten beeinflussen können.

Aber wie gesagt, nichts Genaues weiß man nicht, nur, dass es heftiger ist als traditionelle Adjuvanzien.

Die Autoren stellen die Hypothese auf, dass die Lipide vielleicht oxidiert werden könnten bei der Verarbeitung und dadurch das angeborene Immunsystem triggern.

Beispielsweise könnte die Erkennung oxidierter Lipide wie Phosphocholin (der Phospholipid-Bestandteil der zugelassenen mRNA-LNP-Impfstoffe) eine alternative oder ergänzende Möglichkeit für das angeborene Immunsystem darstellen, zwischen harmlosen Mikroorganismen und Krankheitserregern zu unterscheiden.

Wie gut, dass man nicht geprüft hat, ob das DSPC möglicherweise oxidiert ist oder während der Herstellung oxidiert.

Derzeit liegen keine Informationen darüber vor, ob das DSPC in kommerziellen LNP-Formulierungen (während der Impfstoffherstellung oder in vivo) oxidiert ist und im Zusammenhang mit der mRNA-Impfung immunstimulierend wirkt. Da jedoch bei ionisierbaren LNP-Lipiden während der Herstellung und Lagerung Oxidation auftreten kann, ist es plausibel, dass auch LNP-Phospholipide oxidiert sein könnten.

Ionisierbare Lipide spielen eine Schlüsselrolle bei der adjuvanten Wirkung von LNPs;

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Das kann man schön zitieren.

insbesondere können ionisierbare Lipide mit einer Amin-Kopfgruppe über TLR4 erkannt werden. Alternativ (oder zusätzlich) könnten ionisierbare Lipide den Austritt anderer Komponenten aus den Endosomen erleichtern, was wiederum eine Immunantwort auslöst. Der durch LNPs verursachte Endosomenschaden ist selbst ein Auslöser für Entzündungen, der nach der Erkennung durch Galektine (Zucker-bindende Proteine, die Glykane auf der aufgebrochenen Endosomenmembran erkennen) die Produktion proinflammatorischer Zytokine fördert.

Ich kann es nur immer und immer wieder wiederholen. Daher wurden die Lipide als inerte Hilfsstoffe bewertet und nicht separat untersucht. Statt dessen hat man mit einem zugelassenen Lipid verglichen, welches keine strukturellen Ähnlichkeiten ausweist.

Cholesterin verringert die Anzahl der an die Zelloberfläche gebundenen Proteine und erhöht die Konzentration von LNP im Blutkreislauf. Dieser Bestandteil kann zudem die Immunantworten erheblich beeinflussen und in Zellen des angeborenen Immunsystems als proinflammatorisches Signal wirken. Erhöhte Cholesterinwerte können die Kristallbildung und zellulären Stress begünstigen, was wiederum das Inflammasom aktiviert. IL-1β, das ein Indikator für die Inflammasom-Aktivierung ist, wird durch LNPs, die SM-102 (das ionisierbare Lipid von mRNA-1273) enthalten, wirksam stimuliert und durch die modifizierte mRNA weiter verstärkt.

Cholesterinkristalle hat man auch in Impfgeschädigten bei Myokarditiden gefunden.

Bild

Antigenspezifische CD8+-T-Zell-Reaktionen wurden nur bei einem Teil der Personen nachgewiesen, die COVID-19-mRNA-Impfstoffe erhielten (70–90 % innerhalb weniger Wochen nach der Impfung und 41–65 % sechs Monate nach Verabreichung der zweiten Dosis).

Das beruhigt die daran verstobenen Menschen sicherlich ungemein.

Das hätte man vielleicht vor der Injektion erwähnen sollen? Wie viele die “Wenigen” sind, hat man dann doch nicht so genau benannt. Schauen wir in die Fußnote dieser Aussage:

Anfangs herrschte Unklarheit darüber, ob sowohl der BNT162b2- als auch der mRNA-1273-mRNA-COVID-19-Impfstoff CD8-T-Zell-Reaktionen hervorriefen. 43 , 83 , 84 In jüngerer Zeit haben mehrere Forschungsgruppen ähnliche CD8-T-Zell-Reaktionen auf beide Impfstoffe beobachtet, 77 auch in direkten Vergleichen. 77 , 79 , 82 Methodische Unterschiede bei der Messung antigenspezifischer T-Zellen können zu unterschiedlichen Ergebnissen führen, da Studien, in denen keine CD8-T-Gedächtniszellen nachgewiesen wurden, in der Regel ein suboptimales ICS-Protokoll mit kurzer Stimulationsdauer oder weniger empfindliche ELISPOT-Verfahren verwendeten. Die durch den mRNA-Impfstoff induzierten CD8-T-Gedächtniszellen weisen überwiegend einen TEM-Oberflächenphänotyp auf, exprimieren konsistent IFNγ und verfügen über Proliferationsfähigkeit. 44 , 79

Die ersten 6 Monate sind wahrscheinlich der Zeitraum, in dem das T-Zell-Gedächtnis am schnellsten abnimmt. 36 Die Beobachtung, dass das Spike-spezifische CD8-T-Zell-Gedächtnis nach 6 Monaten gegenüber den Spitzenwerten der zytokinpositiven CD8-T-Zell-Häufigkeiten um etwa das Zweifache abnimmt, ist ein ermutigender Hinweis darauf, dass das CD8-T-Zell-Gedächtnis gegenüber mRNA-Impfstoffen langlebig ist und viele Jahre anhalten kann 76 , 78 , 79 (Abbildung 2). CD4-Gedächtnis-T-Zellen weisen eine ähnliche Kinetik auf, wie im folgenden Abschnitt über CD4-T-Zellen erläutert wird.

Das klingt nicht sonderlich beruhigend, wenn man bedenkt, dass CD8 Zellen auch als Killerzellen bezeichnet werden. In der Fachsprache nennt man sie zytotoxische T-Zellen (oder CTL). Sie sind ein essenzieller Teil unseres erworbenen Immunsystems und haben die Aufgabe, virusinfizierte Zellen oder entartete (bösartige) Krebszellen aufzuspüren und gezielt abzutöten.

Dabei sollte man sie allerdings von den sogenannten natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) unterscheiden. Während CD8-Zellen antigenspezifisch arbeiten, gehören die NK-Zellen zur angeborenen Immunabwehr und erkennen fremde Zellen anhand allgemeinerer Merkmale. Beide Zelltypen nutzen jedoch ähnliche Mechanismen, um ihre Zielzellen zu zerstören

Abb. 2 | Durch mRNA-LNPs ausgelöste Verbindungen zwischen dem angeborenen und dem adaptiven Immunsystem.

Also letztendlich das, was ich von Anfang an sage: Das steht im Schulbuch:

Seite 238 unten im Linder Biologie Gesamtausgabe 23. Auflage.

Alternativ ein Realschubuch: BIOskop SI – Ausgabe 2011 für Baden-Württemberg: Schülerband 2

Auf die Erkennung von mRNA und LNP-Impfstoffkomponenten folgt eine rasche Zytokinwelle, die nachgeschaltete adaptive Immunantworten effizient regulieren kann. Bei Impfstoffen, die nukleosidmodifizierte mRNA verwenden, wird die Zytokininduktion weitgehend durch die LNP-Komponente gesteuert (mit wenigen Ausnahmen, wie z. B. Typ-I-IFNs) und setzt das Vorhandensein ionisierbarer Lipide voraus.

Und daher wurde die LNP-Komponente als inerter Hilfsstoff zugelassen, hatte ich das bereits erwähnt?

LNPs induzieren in Verbindung mit der nukleosidmodifizierten mRNA das durch das Inflammasom vermittelte Zytokin IL-1β.

Interleukin-1β (IL-1β) ist eines der wichtigsten und stärksten entzündungsfördernden Signalmoleküle (proinflammatorische Zytokine) unseres Immunsystems. Es fungiert als zentraler Alarmstoff, der bei Infektionen, Gewebeschäden oder Stress freigesetzt wird, um eine rasche Abwehrreaktion einzuleiten.

Eine Studie an Personen mit Funktionsverlustmutationen im IFNAR1-Gen (einem Bestandteil des Typ-I-IFN-Rezeptors) ergab, dass nur einer von zwei Teilnehmern eine gestörte Antikörperreaktion auf BNT162b2 aufwies, was die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen zur Rolle von Typ-I-IFNs bei den adaptiven Immunantworten des Menschen auf mRNA-Impfstoffe unterstreicht. Möglicherweise sind auch weitere Zytokine an der verstärkten Produktion des B-Zell-Helferzytokins IL-21 beteiligt sowie an der erhöhten Anzahl antigenspezifischer Gedächtnis-B-Zellen und Plasmazellen, die durch die Erkennung der modifizierten mRNA ausgelöst wird.

Erneut sehr schick ausgedrückt für: Wir haben keine Ahnung.

Insgesamt lösen mRNA-LNP-Impfstoffe mehrere Signalwege aus, die für die Induktion koordinierter T- und B-Zell-Reaktionen von Bedeutung sind.

Und diese Signalwege sind teilweise hypothetisch und eigentlich nicht erforscht, wie die Autoren bereits lang und breit erklärt haben.

Eine wichtige Studie ergab, dass LNPs mit einem Durchmesser von etwa 100 nm bei Mäusen die stärksten humoralen Reaktionen hervorrufen und Partikel mit einem Durchmesser zwischen 60 nm und 150 nm bei nichtmenschlichen Primaten die robusteste humorale Immunität induzieren.

Daher hat man bei BioNTech sicherheitshalber gleich eine große Größenbandbreite abgedeckt, weil unterschiedliche Größen unterschiedliche Effekte haben.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Optimierung von LNP-Adjuvanzien noch in den Kinderschuhen steckt und unser derzeitiger Wissensstand über LNP-vermittelte Immunantworten nach wie vor begrenzt ist.

Daher wurden diese LNP auch sicherheitshalber als inerte Hilfsstoffe deklariert.

In den meisten Veröffentlichungen wurde über das Entzündungspotenzial von LNPs berichtet, jedoch wurden – mit wenigen Ausnahmen, auf die im Folgenden eingegangen wird – keine Zusammenhänge zwischen der LNP-Struktur und dem immunologischen Ergebnis hergestellt.

Entweder war das Problem zu komplex oder man wollte es lieber nicht so genau wissen?

Das ionisierbare Lipid ist entscheidend für die adjuvante Wirkung von LNP, und eine Veränderung seiner chemischen Zusammensetzung beeinflusst die Immunogenität und Sicherheit von intramuskulär verabreichten mRNA-LNP-Impfstoffen bei Nagetieren und nichtmenschlichen Primaten.

Daher hat man die Lipide als inerte Hilfsstoffe zugelassen und bei den LNP Mischungen sehr grobe Akeptanzkritien angegeben? Ich glaube, es macht einen kleinen, feinen Unterschied ob man 4,5 oder 9,26 mg/ml ALC-0315 verwendet. Wenn man an dieser Stelle Kombinatorik betreibt, welche Mischungsmöglichkeiten es bei den Akzeptanzkriterien gibt, sind die Chargenvariabilitäten in der Tödlichkeit kein Wunder mehr.

Neben dem ionisierbaren Lipid können auch die Phospholipid- und PEG-Lipid-Bestandteile von LNPs die adjuvanten Eigenschaften beeinflussen. Tatsächlich hat eine aktuelle Studie gezeigt, dass LNPs mit unterschiedlichen Phospholipidtypen und PEG-Lipid-Anteilen bei Mäusen qualitativ und quantitativ unterschiedliche Immunantworten hervorrufen.

Und daher sind auch die die Akzeptanzkriterien recht weit gefasst. 0,55 mg/ml oder 1,20 mg/ml ALC-0159, was soll’s ist ja nur ein Faktor von ca. 2. Das gleiche bei DSPC mit 0,9 bis 2,05 mg/ml, erneut, etwa ein Faktor zwei. Passt schon. Sind ja ohnehin alles nur inerte Hilfsstoffe laut der Behörden.

Bei den LNP-Formulierungen wurden erhebliche Unterschiede hinsichtlich der Biodistribution, der zellulären Aufnahme und der Proteinproduktion festgestellt, die sich auf die Immunantworten auswirken könnten. […]

Eine Verringerung der PEG-Kettenlänge und des Molverhältnisses führt zu stärkeren IgG- und CD8+-T-Zell-Reaktionen. Durch die Einbindung zusätzlicher Lipide in vierkomponentige LNPs lassen sich deren adjuvante Eigenschaften weiter modifizieren.

Ich glaube nicht, dass die PEG-Länge von ALC-0159 wirklich explizit definiert und überprüft wurde.

Eine der größten Herausforderungen im Bereich der mRNA-Impfstoffe besteht darin, die Reaktogenität und Immunogenität von Impfstoffen voneinander abzugrenzen. Unter Reaktogenität (oder Nebenwirkungen) versteht man die körperlichen Erscheinungsformen einer durch den Impfstoff ausgelösten, meist vorübergehenden, selbstlimitierenden und nicht schwerwiegenden Entzündung, darunter Schmerzen und Schwellungen an der Injektionsstelle oder in den von dem Impfstoff betroffenen Lymphknoten (dLNs) sowie systemische Symptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Myalgie und Fieber. […]

Die Wirksamkeit von mRNA-Impfstoffen wird häufig mit Reaktogenität in Verbindung gebracht, was insbesondere außerhalb einer Pandemie von deren Einsatz abhalten könnte. Um die Akzeptanz von mRNA-Impfstoffen in der breiten Öffentlichkeit weiter zu steigern, ist daher ein Balanceakt erforderlich, bei dem die Immunogenität (die für die Wirksamkeit des Impfstoffs wichtig ist) erhalten bleibt, während unerwünschte lokale und systemische Nebenwirkungen gemildert werden.

Die Wissenschaft nennt es elegant „Reaktogenität“ – der Laie nennt es „Ich fühle mich, als hätte mich ein Lkw überrollt“. Die Plattform allein macht schon so viele Nebenwirkungen, dass die Menschen irgendwie keine so große Lust haben, sich die entsprechenden Produkte spritzen zu lassen. Das sollte man vielleicht in den Griff bekommen.

Da gibt es nur ein kleines Problem:

Das Fehlen von Tiermodellen, die die durch Impfstoffe verursachten Nebenwirkungen beim Menschen genau widerspiegeln, stellt ein Hindernis für die Entwicklung und Zulassung von mRNA-Impfstoffen (und anderen Impfstoffen) mit optimalen Immunogenitäts- und Sicherheitsprofilen dar.

Ernsthaft, man kann von Tiermodellen nicht auf den Menschen zurückschießen.

Daher wählt man in der Pharma sicherheitshalber auch genau die Tiermodelle, die die Problem am sichersten nicht zeigen.

Bei Mäusen und in gewissem Maße auch bei nichtmenschlichen Primaten (jedoch nicht beim Menschen) werden deutlich höhere Konzentrationen des IL-1-Rezeptorantagonisten gebildet – eines entzündungshemmenden Zytokins, das mit IL-1β um die Bindung an einen gemeinsamen Rezeptor (IL-1R1) konkurriert. Diese Erkenntnis erklärt, warum die durch mRNA-Impfstoffe ausgelöste Reaktogenität beim Menschen stärker ausgeprägt ist und bei Wildtyp-Mäusen und nichtmenschlichen Primaten nicht angemessen untersucht werden kann.

Daher hat man für die Tierstudien zu BNT162B2 Mäuse und nichtmenschliche Primaten (Makaken) genommen. Warum bin ich nicht überrascht?

Wie auch immer, das ist ohnehin egal:

Dennoch ist eine vollständige Trennung zwischen Immunogenität und Reaktogenität wahrscheinlich nicht erreichbar, da andere proinflammatorische Zytokine, die zur Reaktogenität beitragen können, wie beispielsweise IL-6 und Typ-I-IFNs, (wie oben erläutert) für die Auslösung optimaler Immunantworten auf mRNA-Impfstoffe erforderlich sind. Wie bei anderen Adjuvanzien wird die Bestimmung der optimalen mRNA-LNP-Impfstoffdosen für den Menschen entscheidend sein, um ausreichend starke schützende Immunantworten und ein akzeptables Maß an Entzündung hervorzurufen.

Der endosomale Entweichungsmechanismus, der es einem Teil der mRNA in den Zielzellen ermöglicht, ins Zytosol zu gelangen, und der durch ionisierbare Lipide gesteuert wird, ist ein zweischneidiges Schwert, da er einerseits für die mRNA-Translation notwendig ist, andererseits aber auch Entzündungen auslöst.

Nur… man weiß gar nicht wie das mit der endosomalen Entweichen wirklich biochemisch funktioniert. Das unterschlägt man hier lieber. Das könnte den Leser vielleicht verunsichern.

PEG-Lipide in LNPs können ebenfalls die Reaktogenität von Impfstoffen beeinflussen. Bei den meisten Menschen lassen sich bereits vorhandene Anti-PEG-IgM- und IgG-Antikörper nachweisen (möglicherweise bedingt durch die weit verbreitete Verwendung von PEG in Kosmetika und anderen Gesundheitsprodukten), und die Exposition gegenüber PEG-Lipiden kann die Aktivierung des klassischen Komplementwegs vermitteln. Darüber hinaus erhöhen mRNA-1273 und, in geringerem Maße, BNT162b2 die Konzentrationen von Anti-PEG-Antikörpern. Während die Konzentrationen von Anti-PEG-Antikörpern in einer dieser Studien mit einer höheren systemischen Reaktogenität in Verbindung gebracht werden, stehen sie nicht im Zusammenhang mit schweren unerwünschten Ereignissen (wie schweren allergischen Reaktionen) oder mit den durch den Impfstoff induzierten neutralisierenden Antikörpern beim Menschen. Insgesamt bedarf dieser Bereich weiterer Untersuchungen.

Also erneut ein Fall von nichts Genaues weiß man nicht.

Ausgehend von dem hypothetischen Modell könnte das fortbestehende Vorhandensein des Spike-Antigens über mehrere Monate nach der mRNA-Impfung in Verbindung mit einem Rückgang der proinflammatorischen Signale zur Bildung von IL-10-produzierenden extrafollikulären CD4+-T-Zellen führen, die den Klassenwechsel zu IgG4 erleichtern.

Die LISTEN Studie, die zum Erscheinungszeitpunkt als Preprint vorlag hat man hier lieber nicht zitiert und ignoriert. Hypothetisch ist das fortbestehende Vorhandensein schon sehr lange nicht mehr. Der aktuelle Rekord (Juli 2026 liegt bei 3,5 Jahren).

Es besteht nach wie vor die Notwendigkeit, wichtige Mängel der durch mRNA-Impfstoffe ausgelösten Immunantworten zu beheben.

Mängel… so kann man es natürlich auch nennen.

Dazu gehören unter anderem die in diesem Übersichtsartikel beschriebene impfstoffbedingte Reaktogenität sowie weitere Herausforderungen, wie beispielsweise die Anpassung von mRNA-Impfstoffen für die mukosale Impfung, die hier nicht behandelt werden. Ein tiefgreifendes mechanistisches Verständnis der Wirkungsweise der einzelnen Bestandteile von mRNA-Impfstoffen bei der Auslösung effizienter Immunantworten ist erforderlich, um Impfstoffformulierungen rational zu entwickeln, die verbesserte, maßgeschneiderte Immunantworten hervorrufen.

Schick ausgedrückt für: Wir haben weder die LNP noch die Immunreaktionen verstanden.

Fazit:

Kein so übles Propagandastück wie das Lancet Pamphlet. Probleme werden verklausuliert angesprochen. Man gibt die vielen Unbekannten mehr oder minder offen zu, singt aber trotzdem das politisch notwendige Loblied.

Erstaunlich kritisch, wenn man den Artikel genau liest und den notwendigen Datenhintergrund hat zu verstehen, was hier zwischen den Zeilen angedeutet wird.

Einzelne Zitate sind durchaus juristisch verwertbar.


Unterstützungsmöglichkeiten:

Bücherwunschzettel: https://www.amazon.de/registries/gl/owner-view/30LG3DJ4ET90L?ref_=list_d_gl_lfu_nav

Andere Unterstützungsmöglichkeiten für Holgers und meine Forschung:

1

Norbert Pardi – Faculty Biosketch. (n.d.). https://www.med.upenn.edu/apps/faculty/index.php/g349/p8483546

6

Schultz KLW, Troisi EM, Baxter VK, Glowinski R, Griffin DE. Interferon regulatory factors 3 and 7 have distinct roles in the pathogenesis of alphavirus encephalomyelitis. J Gen Virol. 2019 Jan;100(1):46-62. doi: 10.1099/jgv.0.001174. Epub 2018 Nov 19. PMID: 30451651; PMCID: PMC7011693. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7011693/

8

Lazarou E, Tsioufis P, Oikonomou V, Kondi L, Tsioufis C, Lazaros G. Cholesterol pericarditis following COVID-19 vaccination. Hellenic J Cardiol. 2023 Sep-Oct;73:86-87. doi: 10.1016/j.hjc.2023.01.004. Epub 2023 Jan 19. PMID: 36681119; PMCID: PMC9850644. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9850644/

9

Geimpft – gestorben: Histopathologischer Atlas der Corona-Impfschäden : Krüger, Dr. Ute Dr, Lang, Dr. Walter, Burkhardt, Prof. Arne Prof Dr: Amazon.de: Bücher. (n.d.). https://www.amazon.de/Geimpft-gestorben-Histopathologischer-Atlas-Corona-Impfsch%C3%A4den/dp/B0FTLFQH9B/

10

Mörz, M., Donzelli, A., Clancy, R. L., Sano, S., Fukushima, M., & Polykretis, P. (2026). Detection of Vaccine-Derived Spike Protein Associated with Immune Cell Infiltration in the Heart and Liver: A Report of Two Cases. Cells, 15(11), 978. https://doi.org/10.3390/cells15110978

11

Sette A, Crotty S. Immunological memory to SARS-CoV-2 infection and COVID-19 vaccines. Immunol Rev. 2022 Sep;310(1):27-46. doi: 10.1111/imr.13089. Epub 2022 Jun 22. PMID: 35733376; PMCID: PMC9349657. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9349657/

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Rapporteur Rolling Review critical assessment report, Quality aspects, S. 160

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