
Andy Burnham ist neuer Vorsitzender der Labour-Partei und wird am heutigen Montag vom König voraussichtlich zum Premierminister Großbritanniens ernannt wird.
Burnham, bisher Bürgermeister von Greater Manchester, wurde nach dem Rücktritt von Keir Starmer ohne Gegenkandidaten zum neuen Labour-Chef bestimmt. Die Parteiführung bestätigt ihn als ordnungsgemäß gewählten Vorsitzenden, nachdem kein anderer Bewerber die Voraussetzungen für eine gültige Kandidatur erfüllte. Labour verfügt weiterhin über eine klare Mehrheit im Parlament, weshalb Burnhams Regierungsübernahme als sicher gilt.
Die formelle Ernennung zum Premierminister erfolgt laut Berichten durch König Charles III., der Burnham mit der Regierungsbildung beauftragen soll. Mit ihm bekäme Großbritannien den siebten Regierungschef binnen zehn Jahren, was die politische Instabilität der vergangenen Dekade unterstreicht.
Burnham tritt das Amt in einer schwierigen Lage an: Das Land leidet unter schwachem Wirtschaftswachstum, hohen Lebenshaltungskosten und einem überlasteten öffentlichen Dienst. Er kündigt einen politischen Kurswechsel an, will Labour wieder stärker sozialdemokratisch ausrichten und mehr Selbstbestimmung für die englischen Regionen durchsetzen, wobei er das deutsche föderale System ausdrücklich als Vorbild nennt.
Innerhalb der Partei gilt Burnham für viele als Hoffnungsträger, um die anhaltende Regierungskrise zu überwinden und den Aufstieg rechtspopulistischer Kräfte wie Reform UK zu kontern. Die breite Unterstützung durch Labour-Abgeordnete und Gewerkschaften sichert ihm eine starke innerparteiliche Machtbasis.
+++
Bildquelle: Photos active / shutterstock