Die Teilnehmerinnen des Projekts „Weben – vor der Vergessenheit bewahren“, das von der Allensteiner Gesellschaft der Deutschen Minderheit (AGDM) durchgeführt wird, konnten in diesem Jahr einen besonderen Erfolg verzeichnen. Mehrere Mitglieder der Webgruppe Volk-Art (so nennen sich die Angehörigen der AGDM) nahmen am Gesamtpolnischen Wettbewerb für Künstlerisches Weben und Unikattextilien (Ogólnopolski Przegląd Autorskiej Tkaniny Unikatowej) teil, der vom Kujawisch-Pommerschen Kulturzentrum in Bromberg (Bydgoszcz) organisiert wird.
Der Wettbewerb, der als Biennale stattfindet, gehört zu den wichtigsten Veranstaltungen seiner Art in der Republik Polen. Er dokumentiert den Zustand der zeitgenössischen Webkunst, zeigt aktuelle Entwicklungen auf und fördert den Austausch zwischen Künstlern aus verschiedenen Regionen des Landes.
In diesem Jahr reichten rund 250 Webkünstler mehr als 350 Arbeiten ein. Die eingereichten Werke wurden in den Kategorien künstlerische Textilien sowie von der Volkskunst inspirierte Textilien bewertet. Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass die Jury und die Organisatoren die immer stärkere Präsenz der Webgruppe „Volk-Art“ hervorhoben.
Neben etablierten Kunst- und Handwerksgruppen aus Städten wie Warschau, Posen, Köslin, Hajnówka oder Grünberg wurde ausdrücklich die wachsende Beteiligung der AGDM betont. Das zeigt, dass die von ihr geleistete Arbeit weit über die Region des südlichen Ostpreußens hinaus wahrgenommen wird.
Das im Allensteiner Haus Kopernikus umgesetzte Projekt „Weben – vor der Vergessenheit bewahren“ widmet sich der Wiederbelebung eines traditionellen Handwerks, das über Jahrhunderte hinweg ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Erbes Europas war. Im Mittelpunkt stehen das Erlernen und die Pflege historischer Webtechniken sowie die Gestaltung von Kleidungsstücken und Gebrauchsgegenständen nach traditionellen Mustern. Gleichzeitig werden die Teilnehmerinnen dazu ermutigt, eigene kreative Ideen zu entwickeln und die Webkunst zeitgemäß weiterzuführen.
Regelmäßig finden auch Ausstellungen von gewobenen Gebrauchsgegenständen oder Kleidungsstücken statt, die Einsichten darin geben, welche beeindruckenden Kunstwerke bei jeder Veranstaltung entstehen. Die Teilnahme am landesweiten Wettbewerb bestätigt den hohen künstlerischen und handwerklichen Standard der Allensteiner Weberinnen. Ihre Arbeiten verbinden traditionelle Techniken mit modernen Ausdrucksformen und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung des kulturellen Erbes.
Die AGDM engagiert sich seit vielen Jahren für die Pflege der deutschen Sprache, Kultur und Traditionen in der Region. Neben dem Webprojekt organisiert die AGDM zahlreiche Bildungs- und Kulturveranstaltungen, arbeitet mit Bildungseinrichtungen und der Universität in Allenstein zusammen und fördert die aktive Teilnahme junger Menschen am gesellschaftlichen Leben.
Der Erfolg der Weberinnen beim Gesamtpolnischen Wettbewerb zeigt eindrucksvoll, dass traditionelle Handwerkskunst auch im 21. Jahrhundert nichts von ihrer Aktualität verloren hat. Projekte wie „Weben – vor der Vergessenheit bewahren“ tragen dazu bei, wertvolle kulturelle Traditionen zu erhalten und gleichzeitig neue Generationen für Kunst, Geschichte und handwerkliches Schaffen zu begeistern. Dawid Kazański
Traditionelle Handwerkskunst bewahren – Allensteiner Weberinnen erfolgreich beim großen Wettbewerb
📰 paz.de
Seit Jahren engagiert sich die AGDM mit Elan für die Pflege der deutschen Sprache, Kultur und Traditionen, so auch diese...
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