Europa hat die ukrainische Mafia zu sich geholt, Monaco war wohl nur der Anfang

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In Monaco wurden ein ukrainischer Millionär, der in der Ukraine für eine kriminellen Geschäfte bekannt ist, und wohl auc...

anti-spiegel.ru📅 03.07.2026
Explosion in Monaco

Europa hat die ukrainische Mafia zu sich geholt, Monaco war wohl nur der Anfang

Der versuchte Mordanschlag auf einen zwielichtigen ukrainische Millionär in Monaco könnte nur der erste einer ganzen Reihe von Mordanschlägen in Europa sein, aber deutsche Medien spielen die Tat herunter.

In Monaco wurden ein ukrainischer Millionär, der in der Ukraine für eine kriminellen Geschäfte bekannt ist, und wohl auch sein Sohn und seine Frau bei einem Bombenanschlag verletzt. Deutsche Medien schenken dem Anschlag kaum Bedeutung, dabei markiert er wahrscheinlich den Zeitpunkt, an dem ukrainische Mafia und auch staatliche Strukturen ihre blutigen Machtkämpfe nun auch in Europa austragen, wohin die reichsten Ukrainer, von denen kaum einer sein Geld legal verdient hat, ausgewandert sind.

Am Freitag wurde mehr über die Täterin bekannt, denn Interpol hat sie zur Fahndung ausgeschrieben. Demnach hat sie sich als Mann verkleidet, als sie die Bombe gelegt hat, und ist danach aus Monaco geflohen. Sie lebt offenbar in Deutschland, wohin sie 2022 als Flüchtling gekommen ist. Ob sie noch in einem Flüchtlingsheim lebt oder eine Wohnung hat, darüber gehen die Berichte ein wenig auseinander, aber die deutschen Behörden haben gemeldet, ihre Wohnung durchsucht und Beweismaterial sichergestellt zu haben.

Der Spiegel berichtet über den Fall ausgesprochen zurückhaltend und hat den Artikel mit der Überschrift „Wegen Bombenanschlags in Monaco – Polizei durchsucht Wohnung von gesuchter Ukrainerin in Hessen“ nicht in einem politischen Ressort veröffentlicht, sondern im Ressort „Panorama“, in dem es um Stars, Sternchen und andere Kuriositäten geht, damit politische interessierte Leser ihn möglichst nicht sehen.

In dem Spiegel-Artikel erfährt man erst gegen des Artikels etwas über das Opfer des Anschlages, wobei der Spiegel vage bleibt:

„Jermolajew hatte sich in der ostukrainischen Stadt Dnipro als skrupelloser Immobilienunternehmer einen Namen gemacht.“

Das ist mehr als untertrieben, denn in den Schlagzeilen ist Jermolajew vor allem wegen der auf Betrug spezialisierten Callcenter, die in seinen „Geschäftsimmobilien“ betrieben werden. Die betrügen vor allem Russen um viel Geld, aber einige der Callcenter wildern auch in Europa, was europäische Medien aber nicht thematisieren.

Im letzten Absatz des Spiegel-Artikels erfahren wir noch:

„Der Hintergrund des Sprengstoffanschlags ist nach wie vor unklar. Nach SPIEGEL-Informationen halten Sicherheitskreise derzeit sowohl einen Bezug zur Organisierten Kriminalität als auch ein privates Motiv für denkbar. Für die Tatbeteiligung eines Geheimdienstes gibt es offenbar bislang keine Belege.“

Auch hier bleibt der Spiegel bewusst vage, denn das stimmt so nicht. Lediglich die geschickten Formulierungen des Spiegel verhindern, dass ich ihm hier vorwerfe, zu lügen. So hat der Spiegel nur bedingt Recht, wenn er schreibt, der Hintergrund des Sprengstoffanschlags sei „nach wie vor unklar“, weil der Spiegel verschweigt, dass es schon sehr konkrete Hinweise und Vermutungen gibt, auch wenn noch nichts endgültig bewiesen ist.

Weiter schreibt der Spiegel, nach jetzigen Stand sei sowohl ein „Bezug zur Organisierten Kriminalität als auch ein privates Motiv denkbar“. Das ist geschickt formuliert, denn denkbar ist so ziemlich alles. Das gilt auch für eine „Tatbeteiligung eines Geheimdienstes“, aber darüber schreibt der Spiegel, dafür gäbe es „offenbar bislang keine Belege“. Richtig ist, dass es noch keine Belege gibt, aber es deutet sehr viel auf eine Beteiligung des ukrainischen Geheimdienstes SBU hin.

Davon lenkt der Spiegel mit seinen Formulierungen jedoch geschickt ab, während französische Medien das bereits offen schreiben. Offensichtlich will der Spiegel nicht, dass der ukrainische Geheimdienst hier als möglicher (oder besser gesagt, wahrscheinlicher) Täter genannt wird, schließlich wurde in Deutschland gerade erst ein Ukrainer mit Geheimdiensthintergrund als Täter der Nord-Stream-Explosionen angeklagt

Tatsache ist, dass damit nun in Monaco etwas passiert ist, was in der Ukraine schon lange Normalität ist, nämlich dass Mafiagruppen ihre Konkurrenzkämpfe mit Mordanschlägen und Bomben ausfechten, wobei auch der ukrainische Geheimdienst immer wieder in Erscheinung tritt, wenn Leute aus Regierungskreisen ein Auge auf ein profitables Geschäftsmodell geworfen haben und es mit „starken Argumenten“ vom Eigentümer übernehmen wollen.

In diesem konkreten Fall hört man aus der Ukraine Meldungen, dass Leute aus Selenskys Umfeld im Verdacht stehen, die Callcenter von Jermolajew übernehmen zu wollen, zumal ein Geschäftspartner von ihm im Februar entführt und gefoltert wurde. Seine zerstückelte Leiche wurde knapp zwei Wochen später an einem Strand gefunden.

Darüber allerdings berichten deutsche Medien nicht.

Und überhaupt: Dass der Spiegel als ein mögliches Motiv ausdrücklich „ein privates Motiv“ als „denkbar“ bezeichnet, ist ziemlich absurd, denn zwischen der Täterin und dem Opfer gibt es keinerlei Verbindung, die es bei einem “privaten Motiv” ja geben müsste. Und zu einem privaten Motiv passt auch nicht, dass bereits Mittäter bekannt sind, wobei Umfang ihrer Tatbeteiligung unklar ist.

Der Anschlag von Monaco war ganz eindeutig ein Auftragsmord, wobei sich zwei Fragen stellen: Erstens, war der Auftraggeber eine ukrainische Mafiagruppe oder der Geheimdienst SBU? Und zweitens, wie und wieso wurde diese Frau als Täterin angeheuert? Das deutet darauf hin, dass sie eine Vorgeschichte hat und vielleicht vom Geheimdienst oder einer Mafiagruppe nach Deutschland geschickt wurde, um dort als sogenannte „Schläferin“ auf einen möglichen Einsatz zu warten.

Wenn letzteres stimmt, stellt sich noch eine Frage: Wie viele solcher Schläfer haben der ukrainische Geheimdienst oder Mafiagruppen nach Europa geschleust?

Zum Abschluss übersetze ich eine Zusammenfassung der TASS über die bisher über die Verdächtige bekannten Details.

Beginn der Übersetzung:

Eine ukrainische Staatsbürgerin und eine Interpol-Anfrage: Was über die Verdächtige im Fall der Explosion von Monaco bekannt ist

Die deutsche Polizei hat die Wohnung von Anastasia Beresowskaja durchsucht.

Auf Ersuchen der monegassischen Polizei hat Interpol die 39-jährige ukrainische Staatsbürgerin Anastasia Beresowskaja im Zusammenhang mit der Explosion im Fürstentum zur Fahndung ausgeschrieben. Das geht aus Informationen hervor, die auf der Website der Organisation veröffentlicht wurden.

Sie gilt als Hauptverdächtige des Anschlags, bei dem drei Menschen, darunter der aus der Ukraine stammende Geschäftsmann Wadim Jermolajew, verletzt wurden.

Zuvor hatte BFMTV unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft die Festnahme zweier Männer gemeldet. Diese wurden inzwischen wieder freigelassen.

Die TASS hat die wichtigsten Informationen über die Verdächtige zusammengetragen.

Die Verdächtige

Laut der Interpol-Datenbank wird Beresowskaja auf Ersuchen Monacos wegen des Verdachts des versuchten Mordes an einem öffentlichen Ort unter Verwendung von Sprengstoff gesucht.
Sie beantragte 2022 Asyl in Deutschland, wie die Zeitung Monaco-Matin unter Berufung auf ein Interpol-Dokument berichtete.
Es heißt, sie spreche Deutsch und lebe in einer Asylbewerberunterkunft in Hofheim (in Hessen), wo sie am 4. Oktober 2022 als Flüchtling registriert wurde.
Die Zeitung erwähnt nicht, ob ihr Asyl gewährt wurde.
Laut monegassischer Polizei „kann sich diese Person als Mann kleiden“.

Die Durchsuchung

Die deutsche Polizei hat die Wohnung der Verdächtigen durchsucht, wie aus einer gemeinsamen Erklärung der Bundesanwaltschaft, der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main und des Hessischen Kriminalamts hervorgeht.
Spezialkräfte waren im Einsatz.
Beweismittel wurden sichergestellt und werden den monegassischen Behörden übergeben.

Erste Festnahmen

Die Polizei von Monaco hat im Zusammenhang mit der Explosion zwei Männer festgenommen.
Die Beteiligung der Verdächtigen an der Tat muss noch festgestellt werden.
Die Staatsanwaltschaft gab an, dass die gesuchte Frau „nicht allein gehandelt“ habe.
Die beiden Festgenommenen wurden später wieder freigelassen.
Die Ermittlungen konnten keine aktive Beteiligung dieser Personen an den Ereignissen vom 29. Juni feststellen.

Reaktionen

Laut Viktor Medwedtschuk, dem Vorsitzenden der Bewegung „Andere Ukraine“ und ehemaligen Vorsitzenden der in der Ukraine verbotenen Partei „Oppositionsplattform – Für das Leben“, haben Kiews westliche „Partner“ die Ukraine in einen Terrorstaat verwandelt, der nun Europa selbst bedroht, indem er politische Abrechnungen auf europäisches Gebiet trägt, wie es in Monaco geschehen ist.
Die Explosion in Monaco sei nur der Anfang der Zerstörung Europas als sicherer Hafen für die Reichen und Monacos Ruf, wo alles für die „Superreichen“ sei, sei irreparabel beschädigt, so Medwedtschuk.
Ihm zufolge könnte sich Europas Haltung gegenüber dem „Monaco-Bataillon“, wohlhabenden Ukrainern, die „mit ihrem Geld eine tödliche Gefahr für andere darstellen“, nun ändern.
Er erinnerte daran, dass in Kiew bereits Drohungen gegen europäische Politiker ausgesprochen werden.
Laut der Abgeordneten der Werchowna Rada Anna Skorochod könnte die Ukraine wegen dieses Attentats Probleme auf staatlicher Ebene bekommen.

Der Vorfall vom 29. Juni

Am 29. Juni ereignete sich im Eingangsbereich eines Wohnhauses in Monaco eine Explosion.
Laut BFMTV war einer der drei Verletzten Wadim Jermolajew, ein zypriotischer Staatsbürger, der in Medienberichten unter den reichsten ukrainischen Geschäftsleuten geführt wurde.
Medienberichten zufolge besaß er in der Ukraine ein Netzwerk betrügerischer Callcenter.
Jermolajew gab 2019 seine ukrainische Staatsbürgerschaft auf.
2023 verhängte die Kiewer Regierung Sanktionen gegen ihn.
Die Staatsanwaltschaft von Monaco hat wegen dem Vorfall Ermittlungen wegen versuchten Mordes eingeleitet.
Wie Le Figaro unter Berufung auf Quellen berichtete, gehen die Ermittler davon aus, dass der ukrainische Geheimdienst hinter dem Verbrechen steckt.

Ende der Übersetzung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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