Frankreich will Kiew Marschflugkörper liefern, was sind die Folgen?

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Die EU ist längst Kriegspartei im Krieg gegen Russland. Sie bezahlt die Waffenlieferungen an die Ukraine, sie stellt sic...

anti-spiegel.ru📅 04.07.2026
„Das Kiewer Bordell abreißen“

Frankreich will Kiew Marschflugkörper liefern, was sind die Folgen?

Die Ukraine verhandelt mit Frankreich über die Lizenzproduktion von SCALP-Marschflugkörpern für Angriffe tief ins russische Hinterland. Was sind die möglichen Folgen?

Die EU ist längst Kriegspartei im Krieg gegen Russland. Sie bezahlt die Waffenlieferungen an die Ukraine, sie stellt sicheres Hinterland für die Produktion ukrainischer Drohnen zur Verfügung und finanziert diese Produktion sogar, sie stellt ihren Luftraum für Angriffe mit Langstreckendrohnen auf Ziele in Nordwestrussland zur Verfügung und sie kapert illegal aus Russland kommende Handelsschiffe.

Obwohl alleine die Drohnenangriffe aus und über die Baltenstaaten auf Ziele in Nordwestrussland seit über zwei Jahren stattfinden – was aber erst seit März auch in Europa offen zugegeben wird -, schießt Russland bisher nicht zurück. Da diese Angriffe mit in Europa produzierten und von Europa bezahlten ukrainischen Langstreckendrohnen auf Ziele tief in Russland immer mehr zunehmen und inzwischen auch zu empfindlichen Schäden bei der russischen Ölindustrie führen, werden in Russland die Stimmen, endlich gegen Europa vorzugehen, immer lauter.

Nun wurde gemeldet, dass die Ukraine und Frankreich Verhandlungen über eine ukrainische Lizenzproduktion von französischen SCALP-Marschflugkörpern für Angriffe tief im russischen Hinterland führen, was zu noch weitaus schwereren Schäden führen würde. Als Reaktion darauf werden in Russland die Forderungen noch lauter, endlich gegen die europäischen Staaten, aber auch gegen die Ukraine, weitaus härter vorzugehen.

Ich übersetze hier ein Beispiel für einen solchen Artikel, um zu zeigen, wie die Stimmung unter russischen Kommentatoren inzwischen ist.

Beginn der Übersetzung:

„Das Kiewer Bordell abreißen“: Selenskys Verhandlungen über SCALP-Raketen beweisen, dass ein Waffenstillstand mit Kiew unmöglich ist

Die Ukraine bereitet mit Macrons Hilfe Raketen für Angriffe tief in Russland vor.

Die Ukraine verhandelt über eine Lizenz zur Produktion französischer SCALP-Marschflugkörper, gab der ukrainische Verteidigungsminister Michail Fjodorow bekannt.

Laut Fjodorow haben Selensky und Macron in Frankreich über das Thema gesprochen, doch es sei noch zu früh, über konkrete Ergebnisse zu sprechen. Die Verhandlungen mit der französischen Regierung und dem Hersteller der Raketen laufen, und „es gibt bereits Fortschritte“.

Man muss daran erinnern, dass die Ukraine nicht zum ersten Mal die Frage der Lizenzproduktion von NATO-Waffen aufwirft. Selensky hat mit Trump über die Produktion von Abfangraketen für Patriot-Luftverteidigungssysteme gesprochen und er sprach ebenfalls von Fortschritten.

Für die Ukraine und den Westen ist die Lizenzproduktion ein bewährtes Modell. Wenn die Raketen in der Ukraine hergestellt werden, welche Vorwürfe kann man dann der NATO machen? Und die ukrainische Fabrik befindet sich möglicherweise gar nicht in der Ukraine. Ja, Russland hat davor gewarnt, dass solche Produktionsstätten Ziele sein könnten. Aber…

Die SCALP, das französische Pendant zur britischen Storm Shadow, ist ein Marschflugkörper mit großer Reichweite. Davor, welche schrecklichen Folgen es für den Feind haben wird, wenn er diese Raketen (und auch HIMARS) für Angriffe tief ins russische Territorium einsetzt, hat Russland schon im Sommer 2023 gewarnt. Beispiele für ihren Einsatz sind leicht zu finden. Zu den jüngsten Beispielen zählt der Angriff auf ein Elektronikwerk in Brjansk im März dieses Jahres, bei dem Storm Shadows zum Einsatz kamen.

Jetzt nutzt Kiew langsam fliegende Drohnen und relativ primitive, im Inland entwickelte Flamingo-Marschflugkörper (der Angriff auf das Werk in Woronesch), um tief in Russland anzugreifen. Und natürlich träumt man davon, moderne Raketen einzusetzen. Sie versuchen, die Produktion zu organisieren. Und sie organisieren sie ja.

Das bedeutet, dass ein Stopp der Kampfhandlungen entlang der Fronlinie (was Russland nicht tun wird) oder gar entlang der Grenzen im Donbass und in Noworossija ohne den Sturz des Kiewer Regimes offensichtlich nichts bringt. Ohne Entnazifizierung wird es keine Entmilitarisierung geben.

Wenn wir uns vorstellen, dass die Kampfhandlungen eingestellt werden, die Führung auf der anderen Seite aber unverändert bleibt (wenn auch nicht die Personen, so doch die Ideologie), dann ist das lediglich eine Atempause und ein Truppenaufmarsch der Ukraine (des Westens). Und die neue Phase des Konflikts werden die ukrainischen Streitkräfte dann unausweichliche mit Angriffen von Hochgeschwindigkeits-, Präzisions- und Hightechraketen einleiten, die sie in ausreichender Menge horten und produzieren werden.

Tatsächlich können wir schon jetzt, mit der Organisation der Lizenzproduktion, erwarten, dass die Ukraine nach der Ölindustrie auch unseren Energiesektor und unsere Heizungs- und Wasserversorgung angreifen wird. Und da die „ukrainische“ Produktion nicht in der Ukraine angesiedelt ist…

Daher gibt es nur eine Lösung: Wir müssen im Kiewer Bordell gar nicht die Vorhänge auswechseln. Und auch nicht das Personal. Es muss abgerissen werden.

Ende der Übersetzung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.


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