Historie – Ein Leuchtturm im Wandel

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Die Geschichte des Leuchtturms von Kolberg an der Mündung der Persante – Er ist jünger als gedacht

paz.de📅 03.07.2026

An der Küste der preußischen Provinz Pommern, die sich von 1815 bis 1945 über 380 Kilometer zwischen Ahrenshoop auf dem Fischland und Piasnitz an der Grenze zu Westpreußen erstreckte, gab es mehr als 20 Leuchttürme. Pommersche Kaufleute, denen die Sicherheit ihrer Schiffe am Herzen lag, hatten seinerzeit den Preußenkönig ersucht, an der Ostseeküste Leuchtfeuer zu errichten. Während auf Rügen und in Swinemünde zwei der historischen Bauten aus dem
19. Jahrhundert zu finden sind, kommt Kolberg gar auf ihrer drei, die allerdings nicht gleichzeitig, sondern nacheinander existierten. Die meisten der steinernen Zeugen pommerscher Geschichte versehen auch noch heute ihren Dienst.

Der älteste Leuchtturm in Pommern ist der sogenannte „Schinkelturm“ am Kap Arkona auf der Insel Rügen. Er wurde 1827, zwei Jahrtausend nach dem ägyptischen Leuchtturm „Pharos von Alexandria“, der zu den sieben Weltwundern gehörte, in Betrieb genommen. Die Türme wurden an der Ostseeküste so angeordnet, dass der Navigator auf einem Handelsschiff stets zumindest einen von ihnen sah.

An der Fassade des Kolberger Leuchtturms von 1945 prangten lange Zeit Hammer und Sichel, ganz oben war ein roter Sowjetstern angebracht.

Am 13. März 1945, während der Belagerung Kolbergs durch die Rote Armee, ließ der damalige Kolberger Hafenkommandant den Leuchtturm aus dem Jahr 1909 und die Lotsenstation sprengen, um der sowjetischen Artillerie den Orientierungspunkt für den Beschuss des Hafens und der Stadt zu nehmen. Wenige Monate, nachdem die Rote Armee Kolberg eingenommen hatte, wurde der heutige Leuchtturm aus Abbruchsteinen erbaut. Er war eines der ersten Gebäude, das in der zu über 90 Prozent zerstörten Stadt wiedererrichtet wurde. Gekrönt wurde der Turm mit einem roten Sowjetstern, der 1956 entfernt wurde. Hammer und Sichel hingegen, die Symbole der Sowjetunion, prangten bis 2022 an seiner Fassade. Der Turm ist 26 Meter hoch und hat eine Leuchtweite von rund 16 Seemeilen.

Von 1979 bis 1981 wurde er bautechnisch überholt, hinzu kam eine moderne Optik. Die Kennung des Feuers: eine Sekunde Licht, zwei Sekunden Pause.

Der Leuchtturm ist ein Wahrzeichen der Stadt. Er kann bis zur ersten Galerie bestiegen werden. Von oben bietet er einen schönen Blick auf das Meer, den Hafen und die Stadt. Im Untergeschoss des Turmes befinden sich ein Mineralienmuseum und eine Gaststätte.

Hier stand das Fort Münde

Die Kolberger Leuchttürme von 1899 und von 1909 hatten stets den gleichen Standort: östlich der Mündung der Persante, nahe an den Molen des Hafens. Gegründet wurden sie alle auf dem Fundament des Forts Münde.

Kolbergermünde war früher ein eigenständiger Ort. Bereits 1866 hatte es hier ein mit Rapsöl gespeistes Leuchtfeuer gegeben, das fünf Seemeilen weit sichtbar war. Im Jahr 1899 wurde auf der Schanze des Forts Münde ein 25 Meter hoher Leuchtturm in Fachwerkbauweise mit Schindeldach erbaut. Die Feuerhöhe betrug 14 Meter, die Reichweite an der Treptower Küste acht Seemeilen. Bereits zehn Jahre später ersetzte man ihn durch einen massiven, achteckigen Ziegelbau mit gelber Fassade. Gleichzeitig erfolgte die Umstellung auf Gas. Die Feuerhöhe des neuen Turms betrug 25 Meter, die Reichweite acht Seemeilen. Zwar konnte Kolberg in den 1920er und 1930er Jahren bei der Zahl der Badegäste mit dem Konkurrenten Swinemünde mithalten, bei der Leuchtturmhöhe jedoch mit Sicherheit nicht.

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