Wer ist der ukrainische Millionär Vadim Jermolajew?

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Der erste Terroranschlag der Geschichte von Monaco war anscheinend kein willkürlicher Terroranschlag, sondern ein versuc...

anti-spiegel.ru📅 30.06.2026
Mordanschlag in Monaco

Wer ist der ukrainische Millionär Vadim Jermolajew?

In Monaco gab es zum ersten Mal in der Geschichte einen Bombenanschlag. Was zunächst als Terroranschlag eingestuft wurde, dürfte in Wahrheit ein versuchter Auftragsmord gewesen sein, was man daran sieht, wer der ukrainische Millionär Vadim Jermolajew, das Opfer des Anschlages, ist.

Der erste Terroranschlag der Geschichte von Monaco war anscheinend kein willkürlicher Terroranschlag, sondern ein versuchter Auftragsmord. Monaco bekommt damit die Rechnung dafür präsentiert, dass es kriminelle ukrainische Millionäre ins Land gelassen hat. Schauen wir uns also an, was über das Opfer bekannt ist.

Bei dem Anschlag wurden nach bisherigen Informationen drei Menschen verletzt, ein Mann und eine Frau zwischen 50 und 60 Jahren und ein Jugendlicher, die alle Mitglieder einer Familie sein sollen. Der Geschäftsmann Vadim Jermolajew, einer der bei dem Anschlag in Monaco Verletzten, zählte laut Forbes Ukraine zu den 50 reichsten Ukrainern. 2021 schätzte das Magazin Jermolajews Vermögen auf 220 Millionen US-Dollar. Seine Alef Group war im in Dnjepropetrowsk im Bau von Geschäftsimmobilien tätig und er wurde als „Betonkönig“ der Stadt bezeichnet.

Im Dezember 2023 verhängte der damals noch legitime Präsident Selensky für zehn Jahre persönliche Sanktionen gegen Jermolajew, weil der seine Geschäfte auf der Krim an Strohmänner überschrieben und damit Steuern an Russland gezahlt hat. Jermolajew hat seine ukrainische Staatsbürgerschaft 2019 abgegeben und die zypriotische angenommen.

Die estnische Zeitung Postimees berichtete, dass Vadim Jermolajew der Vater von Artur Jermolajew ist, der in Estland einen Ring für Telefonbetrügereien namens „Cosmo“ organisiert hat, der aus Kiew und Dnjepropetrowsk gearbeitet hat. In erster Linie dabei Menschen in Estland, Litauen, Finnland, Deutschland und der Türkei betrogen worden und innerhalb von drei Jahren Schäden in Höhe von über 100 Millionen Euro entstanden sein. Laut dem Bericht verbüßte Jermolajew Junior mehr als vier Monate in einem estnischen Gefängnis, bevor zu einer Bewährungsstrafe von fünf Jahren verurteilt und das Land gegen eine Zahlung von 8,5 Millionen Euro verlassen durfte.

Jermolajew Senior soll der Nutznießer von mehr als 150 Callzentren mit 10.000 bis 15.000 Mitarbeitern sein, was allerdings nicht bewiesen ist. Doch wie es der Zufall will, beherbergen die Bürogebäude Enigma, Prisma, Bosfor und Cascade Plaza in Dnjepropetrowsk, die alle der Alef Group von Jermolajew Senior gehören, einige der bekannten Betrugs-Callzentren als Mieter.

Jermolajew scheint sich mit seinem „Geschäftsmodell“ einige Feinde gemacht zu haben, wie ein Vorfall vom Februar 2026 auf Bali zeigt. Dort hat der 28-jährige Igor Komarow aus Dnjepropetrowsk und Miteigentümer eben dieser Büros mit seiner Freundin, einer Bloggerin, Urlaub gemacht. Sie postete ein Foto mit Geolocation und am 15. Februar, nur Tage später, verschwand Komarow spurlos.

Einige Tage später tauchte im Netz ein Video auf, in dem er sichtlich gefoltert aussah, ihm waren sogar Finger abgeschnitten worden. Er gestand in dem Video, betrügerischer Callzentren aufgebaut zu haben und bat um die Zahlung von 10 Millionen Dollar Lösegeld. Am 26. Februar wurden Teile seiner zerstückelte Leiche am Ketewel Beach gefunden.

Komarow hatte vor allem Callzentren organisiert, die sich auf den Betrug von Russen spezialisiert haben. Diese Callcenter sind hoch professionell und richten in Russland großen Schaden an, indem sie Menschen dazu verleiten, ihre Bankdaten weiterzugeben oder indem sie Menschen durch Erpressung zur Zahlung großer Summen zwingen und so weiter.

Die Frage ist nun, wen Komarow und Jermolajew so sehr verärgert haben, dass man Mordanschläge auf sie verübt. In ukrainischen Medien gab es Hinweise darauf, dass Selensksy Umfeld ein Auge auf dieses hochprofitable Geschäft geworfen hat. Aber das ist nur eine von vielen im Netz herumgeisternden Versionen.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.


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