Trump ruft Putin an
Die Präsidenten Putin und Trump haben am Montag eine Stunde lang telefoniert, es war ihr erstes Telefonat seit Dezember. Beide Seiten haben bisher keine offiziellen Pressemeldungen herausgegeben. Trump sagte vor Journalisten lediglich:
„Ich hatte ein sehr gutes Gespräch mit Präsident Putin. Es waren viele Leute in der Leitung, sowohl von unserer als auch von seiner Seite. Wir sprachen über die Ukraine, das ist ein endloser Kampf. Zwischen Präsident Putin und Präsident Selensky herrscht enormer Hass, sie scheinen keine Einigung erzielen zu können. Aber ich denke, es war ein positives Gespräch zu diesem Thema.“
Putins außenpolitischer Berater hat eine Erklärung abgegeben, die ich übersetzt habe.
Beginn der Übersetzung:
Heute Abend haben die Präsidenten Russlands und der USA telefoniert.
Donald Trump hat Wladimir Putin angerufen, um eine Reihe sehr wichtiger Fragen im Zusammenhang mit der aktuellen internationalen Lage zu besprechen. Im Mittelpunkt standen natürlich der Konflikt mit dem Iran und die laufenden trilateralen Verhandlungen über eine Lösung des Ukraine-Konflikts unter Beteiligung von Vertretern der USA.
Ich sage gleich vorweg, dass das Gespräch sachlich, offen und konstruktiv verlief, wie es für den Dialog zwischen russischen und amerikanischen Staatschefs üblich ist. Sie haben lange nicht mehr telefoniert, das letzte Mal war Ende Dezember 2025. Das heutige Gespräch dauerte übrigens etwa eine Stunde. Der US-Präsident merkte an, dass solche Gespräche, wie zuvor vereinbart, selbstverständlich regelmäßig stattfinden sollten, und beide Staatschefs zeigten sich dazu bereit.
Der russische Präsident äußerte verschiedene Überlegungen, die auf eine rasche politische und diplomatische Lösung des Iran-Konflikts abzielen, insbesondere im Hinblick auf seine Kontakte zu den Staatschefs der Golfstaaten, zu dem iranischen Präsidenten Masud Peseschkjan und zu den Staatschefs mehrerer anderer Länder.
Der US-Präsident gab seinerseits seine Einschätzung der sich entwickelnden Lage im Kontext der laufenden amerikanisch-israelischen Operation ab. Ich stelle fest, dass zu diesem Thema ein sehr substanzieller und, wie ich meine, nützlicher Meinungsaustausch stattfand.
Präsident Trump bekräftigte sein Interesse an einem raschen Waffenstillstand zur Beendigung des Ukraine-Konflikts zur Erreichung einer langfristigen Lösung.
Von unserer Seite gab es positive Einschätzungen über die Vermittlungsbemühungen von Donald Trumps Team und ihm selbst.
Es wurde die aktuelle Entwicklung entlang der Kontaktlinie beschrieben, wo russische Truppen recht erfolgreich vorrücken. Dies ist, wie bereits erwähnt, ein Faktor, der das Regime in Kiew schließlich dazu bewegen sollte, den Weg einer Verhandlungslösung des Konflikts einzuschlagen.
Die Präsidenten sprachen auch über Venezuela, insbesondere über die Lage auf dem globalen Ölmarkt.
Zusammenfassend möchte ich wiederholen, dass das Gespräch sehr informativ war und zweifellos praktische Bedeutung für die künftige Zusammenarbeit beider Länder in verschiedenen Bereichen der internationalen Politik haben wird.
Ende der Übersetzung
Und nun kann jeder raten, was die beiden wohl wirklich besprochen haben…
Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.
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