Was vor kurzem noch undenkbar war, ist heute die neue Normalität

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Die Politiker des Westens lassen immer mehr ihre Masken fallen. Das war das Thema eines Kommentars, den der Moderator de...

anti-spiegel.ru📅 10.03.2026
Westliche Werte

Was vor kurzem noch undenkbar war, ist heute die neue Normalität

Die Politik des Westens wird skrupelloser und das wird auch immer offener verkündet. Macron erklärt, Frankreich müsse international „Angst verbreiten“, wenn es „frei“ werden wolle, und tote Kinder im Krieg interessieren im Westen niemanden mehr. Und so weiter.

Die Politiker des Westens lassen immer mehr ihre Masken fallen. Das war das Thema eines Kommentars, den der Moderator des wöchentlichen Nachrichtenrückblicks des russischen Fernsehens am Sonntagabend in seiner Sendung abgegeben hat, und den ich ohne weitere Vorrede übersetze, weil er für sich selbst spricht.

Beginn der Übersetzung:

Bisher Undenkbares ist Realität geworden

Es passieren Dinge, die man sich noch vor kurzem nicht mal hätte vorstellen können. Aber jetzt ist die öffentliche Wahrnehmung so sehr abgestumpft, dass wir uns nicht einmal mehr allzu sehr wundern.

Nehmen wir Frankreichs abrupte Kehrtwende. Der Präsident erklärte, sein Land müsse nun „Angst verbreiten“ und es werde dafür die Zahl seiner Atomsprengköpfe im Geheimen unbegrenzt aufstocken, ohne die genaue Anzahl preiszugeben. Und all das, um „frei“ zu werden. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, wie Macron sagte: „Um frei zu sein, müssen wir Angst verbreiten. Und um Angst zu verbreiten, müssen wir stark sein. Genau das spiegelt die Aufstockung unseres Atomwaffenarsenals wider.“

Macrons Traum, Frankreich zum Schreckgespenst zu machen, erscheint paradox.

Und hier ist ein weiteres unvorstellbares Ereignis, das sich diese Woche ereignet hat: Ein riesiger russischer Gastanker ist im Mittelmeer explodiert und gesunken. Das Schiff hieß „Arctic Metagas“ und war, um Ihnen eine Vorstellung zu geben, 277 Meter lang. Es wurde wohl von der libyschen Küste aus mit ukrainischen Marinedrohnen angegriffen.

Bisher hat noch niemand versucht, einen Gastanker anzugreifen. Aber hier ist nun der Präzedenzfall. Ich glaube, die Briten hatten da ihre Finger im Spiel.

Weiter im Text. Und noch viel erschreckender. Was auf diesem Bild zu sehen ist, versteht man nicht sofort, aber wenn man es endlich erkennt, läuft es einem buchstäblich eiskalt den Rücken runter. Es ist Blick von oben auf frische Gräber für iranische Schülerinnen, die bei einem gezielten amerikanischen Raketenangriff getötet wurden. 165 Mädchen und mehrere Lehrer. Die weißen Rechtecke markieren die noch nicht ausgehobenen Gräber. Es war ein amerikanischer Terrorangriff. Und dann waren die Beerdigungen.

iran mädchenschule

Es ist unglaublich, aber die offiziellen USA stellen den Krieg gegen den Iran als Computerspiel dar. Diese Woche veröffentlichte das Weiße Haus Videos, die bewusst reale Aufnahmen mit Spielszenen vermischen. Das soll in der öffentlichen Wahrnehmung wohl die Grenze zwischen einem Ballerspiel und einem echten Krieg verwischen. So nach dem Motto: Wo ist der Unterschied? Töten ist ein Spiel, alles ganz normal.

In derselben Woche bestätigte Israel, dass es stolz auf die Ermordung des iranischen spirituellen Führers Ali Khamenei sei. Noch vor Kurzem wäre so etwas undenkbar gewesen. Heute ist es eine Tatsache, die in ihrer Sinnlosigkeit umso erschreckender wirkt.

Ali Khamenei ist bewusst nicht in den Schutzraum gegangen, um seinen Tod mit Würde anzunehmen und durch sein Handeln ein Beispiel für Opferbereitschaft als Bekenntnis für höhere Werte zu geben. Bei dem Raketenangriff wurde seine Enkelin Zahra zusammen mit ihrem Großvater getötet. Das Mädchen war erst 14 Monate alt. Glauben die Mörder wirklich, dass sie das Regime im Iran auf diese Weise stürzen können?

Eine schockierende Enthüllung dieser Woche war die Unfähigkeit und auch der Unwille der USA, Saudi-Arabien, Katar, Bahrain, Jordanien und die Vereinigten Arabischen Emirate vor iranischen Raketen zu schützen. Der vielgepriesene amerikanische „Schutzschirm“ hat sich als wertlos erwiesen und die Billionen, die diese Länder für amerikanische Waffen ausgegeben haben, waren weggeworfenes Geld.

Mehr noch, die amerikanische Militärbasen in der Region und generell militärische Einrichtungen – seien es Radaranlagen, Kommunikationsstationen oder Kommandozentralen –, alles, was zuvor als Verteidigungsinfrastruktur galt, wurde nun zu Zielen iranischer Raketen und Drohnen und somit zu einer Gefahr.

Die Emirate waren so dreist, das regionale CIA-Büro in einem der glitzernden Wolkenkratzer ihrer größten Stadt unterzubringen. Und genau dort sind Drohnen eingeschlagen und der Wolkenkratzer brannte lichterloh.

Wer hätte sich auch nur im Traum vorstellen können, dass Dubai, dieses globale Zentrum für Luxus und scheinbar unerschütterlichen Frieden, so brennen würde und dass der angegriffene Flughafen dieses globalen Luftfahrtdrehkreuzes im Nu leer sein würde? Das dortige US-Konsulat wurde von einem iranischen Selbstmordattentäter in Brand gesetzt.

Und was ist mit dem brennenden amerikanischen Luftwaffenstützpunkt in Bahrain? Und der iranischen Drohne, die den amerikanischen Stützpunkt in Kuwait getroffen hat?

Hätte man sich vorstellen können, dass der Iran eine amerikanische Radarstation nach der anderen zerstören würde, jede einzelne im Wert von über einer Milliarde Dollar+ für das hochmoderne Luftverteidigungssystem THAAD? Doch siehe da: Es wurden bereits zwei Stationen in den Emiraten und eine in Jordanien zerstört.

Das Frühwarnradar in Katar ist in Flammen aufgegangen. In Bahrain wurde ein wichtiges Zielerkennungsradar zerstört.

Und wer hätte sich vorstellen können, dass Fujairah in den Vereinigten Arabischen Emiraten in Flammen stehen würde? Fujairah ist wohlgemerkt das drittgrößte Öllager der Welt und das wichtigste Lage für Tanker durch die Straße von Hormus. Aber das ist passiert.

Wladimir Putins offene Äußerungen waren für Europa eine kalte Dusche. Die dachten, sie könnten Russland so stark wie möglich schaden, indem sie russisches Gas komplett verweigern. Aber Russland kann sein Gas aus Europa abziehen und nach Osten umleiten, bevor sie den Import verbieten, wie Putin am Freitag ankündigte:

„Jetzt sind sowohl die Öl- als auch die Gaspreise stark gestiegen. Beim Öl ist das verständlich hängt auch mit den Beschränkungen für russisches Öl zusammen. Aber die wichtigsten Gaslieferanten haben ihre Mengen nicht reduziert. Und wer sind heute die wichtigsten Lieferanten? Algerien, die USA, Norwegen und auch Russland. Niemand hat die Lieferungen gekürzt, aber die Preise sind schon auf 700 Dollar gestiegen. Warum? Weil Kunden bereit sind, das gleiche Erdgas zu höheren Preisen zu kaufen, in diesem Fall wegen der Ereignisse im Nahen Osten, der Schließung der Straße von Hormus und so weiter. Und wenn solche Premium-Käufer auftauchen, dann werden – da bin ich sogar sicher – einige der traditionellen Lieferanten des europäischen Marktes, beispielsweise amerikanische Unternehmen, den europäischen Markt verlassen und sich dort umsehen, wo mehr bezahlt wird. Das ist ganz natürlich. Da steckt nichts dahinter, keine politischen Motive. Einfach nur Business, nichts weiter. In diesem Zusammenhang denke ich über folgendes nach. Wie gesagt, planen die Europäer, ab dem 24., in einem Monat, ab dem 25., Beschränkungen für den Kauf von russischem Gas, einschließlich Flüssiggas, einzuführen. 2027, ein Jahr später, sollen weitere Beschränkungen bis hin zu einem vollständigen Verbot folgen. Aber jetzt öffnen sich andere Märkte. Vielleicht wäre es für uns vorteilhafter, die Lieferungen an den europäischen Markt jetzt einzustellen und uns auf diese sich öffnenden Märkte zu konzentrieren, um dort Fuß zu fassen? Und auch hier, das möchte ich klarstellen, gibt es keine politischen Motive. Aber wenn die ihren Markt in einem oder zwei Monaten ohnehin schließen? Wäre es dann nicht besser, die Lieferungen jetzt zu stoppen und uns auf diese Länder, auf unsere verlässlichen Partner, zu konzentrieren und dort Fuß zu fassen? Aber das ist keine Entscheidung, in diesem Fall habe ich, wie man so schön sagt, nur laut gedacht. Ich werde die Regierung auf jeden Fall anweisen, dieses Thema mit unseren Unternehmen zu besprechen.“

Weniger als 24 Stunden später hat die Regierung potenzielle Abnehmer russischen Gases in Asien genannt.

Am 6. März haben die Präsidenten Russlands und Irans telefoniert. Wladimir Putin sprach erneut sein tiefstes Beileid zum Tod des Obersten Führers der Islamischen Republik Ali Khamenei, seiner Familie und der Mitglieder der militärischen und politischen Führung des Landes sowie der zahlreichen zivilen Opfer der israelisch-amerikanischen Militäraggression gegen Iran aus. Und weiter hieß es in der Pressemeldung des Kreml:

„Es wurde Russlands prinzipielle Position zur Notwendigkeit eines sofortigen Waffenstillstands, zur Ablehnung gewaltsamer Methoden zur Lösung der Probleme im Iran und im gesamten Nahen Osten sowie zur raschen Rückkehr zum Weg der politischen und diplomatischen Lösung bekräftigt. Wladimir Putin merkte in diesem Zusammenhang an, dass er in ständigem Kontakt mit den Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten des Golf-Kooperationsrates steht.“

Klar sind Worte der Unterstützung für Iran derzeit sehr wichtig. Und sie sind zu hören.

In der iranischen Meldung hieß es: „Masoud Peseschkjan bedankte sich für die Solidarität Russlands mit dem iranischen Volk, das die Souveränität und Unabhängigkeit seines Vaterlandes verteidigt, und informierte detailliert über die Entwicklungen in der gegenwärtigen akuten Phase des Konflikts.“

Ende der Übersetzung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.


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