Eine der beiden Wärter, die in der Nacht von Jeffrey Epsteins Tod im Metropolitan Correctional Center (MCC) Dienst hatten, rückt durch kürzlich freigegebene Dokumente des US-Justizministeriums (DOJ) und des FBI massiv in den Fokus. Dabei handelt es sich um die 37-jährige Tova Noel, die um 5:42 Uhr und 5:52 Uhr des 10. August 2019 zweimal nach «latest on Epstein in jail» (neueste Infos zu Epstein im Gefängnis) gegoogelt hatte. Das war weniger als 40 Minuten, bevor ihr Kollege Michael Thomas um 6:30 Uhr Epsteins Leiche in der Zelle entdeckte.
Diese Suchen wurden in einer 66-seitigen forensischen FBI-Untersuchung der Bureau-of-Prisons-Desktop-Computer von Noel und Thomas hervorgehoben – und es war die einzige markierte Suche. In ihrer eidlichen DOJ-Aussage im Jahr 2021 leugnete Noel die Google-Anfragen noch vehement, indem sie behauptete: «I don’t remember doing that» (Ich kann mich nicht daran erinnern, das getan zu haben) und «I don’t recall looking him up» (Ich kann mich nicht daran erinnern, nach ihm [im Internet] gesucht zu haben); sie bezeichnete die FBI-Protokolle als «not accurate» (nicht akkurat). Das berichtet die New York Post.
Dem Exklusivbeitrag zufolge surfte Noel in jener Nacht zuvor noch online nach Möbeln und nickte dann ein, anstatt die vorgeschriebenen Kontrollen durchzuführen. Noch verdächtiger wirkt unterdessen, dass Noel am 30. Juli 2019 – nur zehn Tage vor Epsteins Tod – 5.000 US-Dollar bar auf ihr Chase-Konto einzahlte. Das war der höchste Betrag in einer Serie verdächtiger Bareinzahlungen. Die Bank erstellte im November 2019 einen «suspicious activity report» (Bericht über verdächtige Aktivitäten) ans FBI. Demzufolge erfolgten insgesamt zwölf Bareinzahlungen seit April 2018, davon ab Dezember 2018 sieben im Gesamtwert von 11.880 Dollar. Zu dieser Zeit fuhr Noel bereits einen 62.000 Dollar teuren Land Rover (Baujahr 2019). Kurios: In ihrer DOJ-Einvernahme 2021 wurde sie zu diesen Einzahlungen jedoch nie befragt.
Erstmals wird nun auch ein konkreter Name mit der mysteriösen «orangefarbenen Gestalt» in Verbindung gebracht, die in einem unscharfen Überwachungsvideo in Ansätzen zu sehen ist (TN berichtete). So identifiziert ein internes FBI-Briefing Tova Noel als die Person, die am Abend des 9. August 2019 gegen 22:40 Uhr als Letzte den sensiblen Bereich um Epsteins Zelle betrat.
Demnach war sie es, die offenbar Leinen oder Häftlingskleidung in den Händen trug und sich in Richtung des L-Tiers bewegte – also der Etage, auf der Epstein in der Nacht seines Todes untergebracht war und die den einzigen Zugang zur Special Housing Unit (SHU) bildete, in der Epstein saß. Mehrere Gefängnismitarbeiter bestätigten dabei den Ermittlern, dass allein das Betreten dieses Bereichs durch einen einzelnen Beamten einen klaren Verstoß gegen die internen Dienstvorschriften darstellt.
Noel selbst sagte in ihrer Aussage aus, sie habe Epstein zuletzt «irgendwann nach 22 Uhr» lebend gesehen, betonte aber: «I never gave out linen – ever» (ich habe nie Bettwäsche herausgegeben – niemals) oder Kleidung an Insassen, weil das Aufgabe der vorherigen Schicht sei. Ihr Kollege Michael Thomas habe zwischen 22 und 24 Uhr geschlafen.
Der Schlussfolgerung von Bundesermittlern (DOJ/FBI), bei der «orangefarbenen Gestalt» habe es sich um einen Justizvollzugsbeamten gehandelt, «der Wäsche oder Häftlingskleidung trug», hatten Forensiker, die das Gefängnisvideo im Rahmen einer unabhängigen Untersuchung mit einem Sender analysiert hatten, allerdings bereits Mitte 2025 entschieden widersprochen. Sie halten es stattdessen für wahrscheinlicher, dass es sich tatsächlich um einen in einen orangefarbenen Overall gekleideten Häftling gehandelt haben müsse.
Dabei wurde im Übrigen auch die Behauptung der US-Regierung als falsch entlarvt, es sei unmöglich, dass jemand die Treppe zur Zelle des verurteilten Sexualstraftäters Epstein ungesehen hinaufsteigen konnte. Grund: Die Kamera habe gar nicht alle Bereiche erfasst. Und damit nicht genug: Auch sei die Aufzeichnung manipuliert worden (TN berichtete), und zwar durch Noel und Thomas. Beide räumten die Taten schließlich ein, um eine Verurteilung und Haft zu vermeiden.
Dazu konstatierte Tucker Carlson Ende 2025:
«Sie haben Epstein absichtlich umgebracht. Und er wurde eindeutig von einem anderen Insassen ermordet.»
Die offizielle Selbstmordtheorie zu Jeffrey Epstein steht faktisch auch auf sehr tönernen Füßen. Dies konstatiert nicht nur der Pathologe Michael Baden, der bei der Autopsie Epsteins anwesend war. Ihm zufolge sprechen solide medizinische und forensische Argumente für die Mordthese, und der Tod des verurteilten Sexualstraftäters sei «am wahrscheinlichsten» durch Erwürgen herbeigeführt worden. Auch geht dies aus kürzlich bekannt gewordenen Dokumenten aus den Epstein-Akten zum «orangefarbenem Spot» hervor.
So hatte das FBI tatsächlich notiert, besagte in Ansätzen zu erkennende «orangefarbene Gestalt», die kurz vor Jeffrey Epsteins Tod in der Nähe von dessen Zelle in einem Video gesichtet worden war, sei wohl ein «Häftling». Eine wichtige US-Behörde hingegen sprach dann 2023 von einem «Wäscheträger». Ein Schwenk, der nach Manipulationsversuch riecht.