Die Kosten des Iran-Krieges für die USA und die hohen Verluste der USA
Der Iran-Krieg läuft für die USA offenbar nicht, wie geplant. Die offiziell bestätigten Verluste belaufen sich laut Berechnungen von Experten bereits auf zwei Milliarden Dollar und die Kosten auf fast 800 Millionen Dollar alleine am ersten Tag. Hinzu kommen wahrscheinlich viele bisher nicht bestätigte Verluste, denn Auswertungen von Satellitenbildern zeigen schwerere Schäden an US-Basen in der Region, als offiziell zugegeben wird.
Die TASS hat über Berechnungen der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu berichtet und ich habe die Meldung übersetzt.
Beginn der Übersetzung:
Ein Schlag für das Wirtschaft und 779 Millionen Dollar an einem Tag: Was über die Kosten des Angriffs auf den Iran für die USA bekannt ist
Laut der Nachrichtenagentur Anadolu waren die Starts von Tomahawk-Raketen in den ersten 24 Stunden der größte Ausgabenposten.
Das US-Militär hat in den ersten 24 Stunden der Militäroperationen im Nahen Osten rund 779 Millionen Dollar ausgegeben, wie Berechnungen der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu ergaben.
Eine Verlängerung des Konflikts würde die Kosten für Washington „unerschwinglich hoch“ treiben, sagte Rustam Wansu, ein thailändischer Experte für internationale Beziehungen und Dozent am Institut für Friedensforschung der Prinz-von-Songkhla-Universität, gegenüber der TASS.
Die TASS hat das Wichtigste zur Situation zusammengetragen.
Das Ausmaß der Ausgaben
Das US-Militär hat in den ersten 24 Stunden der Militäroperationen im Nahen Osten rund 779 Millionen Dollar aus,gegeben wie Berechnungen der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu ergaben.
Das entspricht etwa 0,1 Prozent des gesamten US-Militärbudgets für 2026. Seit Beginn der Militäroperationen gegen den Iran haben die USA laut Anadolu, deren Journalisten öffentlich zugängliche Daten, darunter Satellitenbilder, analysiert haben, militärische Ausrüstung im Wert von fast zwei Milliarden US-Dollar verloren.
Aufschlüsselung der Militärausgaben
Laut Anadolu waren die Starts von Tomahawk-Raketen in den ersten 24 Stunden der größte Ausgabenposten.
Dafür hat das Militär rund 340,4 Millionen US-Dollar ausgegeben.
Die zweitgrößten Ausgaben entfielen mit 271,3 Millionen US-Dollar auf die Einsätze von Kampfflugzeugen.
Die drittgrößten Ausgaben entstanden durch den Einsatz des Mehrfachraketenwerfersystems HIMARS sowie durch Aufklärung und Logistik.
Das US-Militär hat dafür insgesamt 122,2 Millionen US-Dollar ausgegeben.
Für Angriffe auf Ziele mit strategischen B-2-Bombern hat Washington laut Anadolu rund 30,2 Millionen US-Dollar ausgegeben.
Verluste der USA
Laut der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu verursachte der Iran den USA insgesamt Schäden in Höhe von mindestens 1,902 Milliarden US-Dollar.
Der teuerste Verlust war das Frühwarnradarsystem AN/FPS-132 auf einem Stützpunkt in Katar im Wert von 1,1 Milliarden US-Dollar.
Außerdem haben die USA in Kuwait drei F-15E-Kampfjets durch Eigenbeschuss der kuwaitischen Luftverteidigung verloren. Der Ersatz dieser Flugzeuge wird etwa 282 Millionen US-Dollar kosten.
Das iranische Militär hat außerdem das Raketenabwehrsystem THAAD (Terminal High Altitude Area Defense) in den Vereinigten Arabischen Emiraten angegriffen und die Radarkomponente des Systems im Wert von etwa 500 Millionen US-Dollar beschädigt.
Finanzielle Risiken für die USA
Sollte der Krieg andauern, werden die USA mit den Folgen steigender Ölpreise und einer wachsenden Antikriegsstimmung im Inland konfrontiert sein, was „die Kosten des Konflikts für Washington und seine Verbündeten unerschwinglich machen wird“, bemerkte Vansu.
Ein langwieriger bewaffneter Konflikt mit dem Iran könnte das US-Wirtschaftswachstum bremsen, berichtete die Financial Times unter Berufung auf Ajay Rajadhyaksha, Leiter der globalen Forschungsabteilung bei Barclays.
Rajadhyaksha erklärte, dass jeder Anstieg des Brent-Rohölpreises um 10 US-Dollar das US-Witschaftswachstum in den nächsten zwölf Monaten um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte verringern könnte.
Laut Al-Monitor, das sich auf israelische Regierungsquellen beruft, befürchtet die israelische Regierung, dass die USA aufgrund des starken Anstiegs der Energiepreise infolge der Eskalation im Nahen Osten ihre Militäraktion gegen den Iran einstellen könnten.
US-Präsident Donald Trump konzentriere sich auf den Aktienmarkt und brauche weder einen schwachen Dollar noch teure Rohstoffe, insbesondere angesichts der fehlenden öffentlichen Unterstützung für den Krieg im Iran, bemerkte ein israelischer Diplomat.
Die USA könnten leicht den „Jahresvorrat“ an kritischer Verteidigungsmunition verbrauchen, wenn „der Iran mehrere groß angelegte Raketen- und Drohnenangriffe durchzuführen kann“, sagte Stacey Pettyjohn, Direktorin des Programms für Verteidigungsstudien beim Thinktank Center for a New American Security (CNAS), gegenüber der Financial Times .
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Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.
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