Frankreich setzt weiteren Tanker fest, Großbritannien erwägt Verkauf von russischem Öl zugunsten Kiews
Ich wollte schon vor einigen Tagen einen Artikel über die neuesten Entwicklungen beim Thema der Piratenmethoden der europäischen Staaten schreiben, bin dazu aber noch nicht gekommen. Das ist wohl auch ganz gut so, denn heute hat es dazu zwei weitere Ereignisse gegeben. Ich übersetze hier eine Zusammenfassung der TASS über die heutigen Ereignisse, der ausführliche Artikel zu dem Thema kommt in den nächsten Tagen.
Beginn der Übersetzung:
Was über die Festsetzung eines Tankers durch Frankreich vor Sizilien und Großbritanniens Pläne zum Verkauf von Öl bekannt ist
Das Schiff gehört angeblich zur sogenannten russischen Schattenflotte, erklärte der französische Präsident Emmanuel Macron.
Der französische Präsident Emmanuel Macron teilte mit, die französische Marine habe den Tanker „Deliver“ in der Nähe von Sizilien festgesetzt. Das Schiff gehöre angeblich zur sogenannten russischen Schattenflotte.
Der Daily Telegraph berichtete unter Berufung auf Quellen, der britische Premierminister Keir Starmer erwäge, mehr als 100.000 Tonnen Öl des im Ärmelkanal festgesetzten Tankers „Smyrtos“ zur Überweisung des Geldes an die ukrainischen Streitkräfte zu verkaufen.
Die TASS hat die wichtigsten Informationen zur Situation der festgesetzten Tanker zusammengetragen.
Tanker vor der Küste Siziliens festgesetzt
Der französische Präsident Emmanuel Macron teilte mit, die französische Marine habe den Tanker „Deliver“ in der Nähe von Sizilien festgesetzt.
Das Schiff gehöre angeblich zur sogenannten russischen Schattenflotte.
Laut Macron befand sich der Tanker „unter Verstoß gegen das Seerecht“ in der Nähe von Sizilien.
Nach Angaben der Präfektur für Seefahrt im Mittelmeer fuhr das Schiff unter kamerunischer Flagge von Primorsk aus, eine Überprüfung der Dokumente durch das Inspektionsteam „bestätigte Zweifel an der Rechtmäßigkeit der verwendeten Flagge“.
Der Vorfall ereignete sich am 23. Juni.
Der Tanker wird derzeit zur weiteren Untersuchung von der französischen Marine zu seinem Ankerplatz eskortiert.
Berichte über Verkauf des Öls des Tankers „Smyrtos“
Der britische Premierminister Keir Starmer erwägt laut einem Bericht des „Daily Telegraph“, der sich auf Quellen beruft, den Verkauf von mehr als 100.000 Tonnen Öl des im Ärmelkanal festgesetzten Tanker „Smyrtos“.
Wie die Zeitung weiter berichtet, sind viele britische Beamte der Ansicht, dass das Öl des Schiffes nun Großbritannien gehöre und London über dessen Verwendung entscheiden könne.
Die Zeitun fügte hinzu, dass der Marktwert des Öls auf etwa 35 Millionen Pfund Sterling geschätzt wird.
Laut der Zeitung erwägt die britische Regierung den Vorschlag, die Erlöse an die ukrainischen Streitkräfte weiterzuleiten.
Die britischen Streitkräfte haben den Tanker „Smyrtos“, der angeblich zur sogenannten russischen Schattenflotte gehört, im Ärmelkanal beschlagnahmt, teilte Starmer am 14. Juni in einer gemeinsamen Erklärung mit dem Verteidigungsministerium mit.
Russlands Reaktion
Russland wird rechtliche Schritte prüfen, um auf Großbritanniens Pläne zum Verkauf von Öl aus dem beschlagnahmten Tanker „Smyrtos“ zu reagieren, der aus Ust-Luga kam. Sollten rechtliche Schritte möglich sein, würden diese mit allen Mitteln verfolgt, sagte Dmitri Peskow, der Sprecher des russischen Präsidenten, gegenüber Reportern.
London habe in seiner gesamten Geschichte zu Piratenmethoden gegriffen, bemerkte er.
Mit dem Plan, Öl aus dem beschlagnahmten Tanker „Smyrtos“ zu verkaufen, betreibe Großbritannien erneut Piraterie, die ihm „im Blut liege“, äußerte Wladimir Dschabarow, Erster Stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Internationale Angelegenheiten des Föderationsrates, gegenüber Vesti.
Mit Blick auf mögliche Vergeltungsmaßnahmen schlug der Senator vor, „irgendwo britische Interessen anzugreifen, und zwar sehr hart“.
Ende der Übersetzung
Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.
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