Selensky droht Weißrussland mit Angriff
Ich sammle gerade Material für einen Artikel über die neuesten Anzeichen einer weiteren Eskalation im Ukraine-Konflikt, den ich wohl heute noch schreiben werde. Hier veröffentliche ich im Vorwege schon mal Meldungen, von denen man in deutschen Medien so gut wie nichts hört, und übersetze eine Zusammenfassung der TASS.
Beginn der Übersetzung:
Selenskys Drohungen gegen Weißrussland und die Reaktionen auf die Militarisierung Europas
Außenminister Igor Sekreta erklärte, dass weltweit Eskalationstendenzen zu beobachten seien und dass die Lage unkontrollierbar werde.
Angesichts der globalen Instabilität seien Russland und Weißrussland gezwungen, auf die Drohungen zu reagieren, priorisierten aber Friedensinitiativen, sagte Vize-Außenminister Igor Sekreta beim virtuellen Runden Tisch „Militarisierung Europas“, der von der Ständigen Vertretung der Russischen Föderation bei der OSZE organisiert wurde.
Zuvor hatte Wladimir Selensky weitere Drohungen gegen Weißrussland ausgesprochen. Er erklärte, er sei bereit, einen Angriff auf Ausrüstung anzuordnen, die sich seinen Angaben zufolge auf weißrussischem Gebiet an der Grenze zur Ukraine befinde, falls diese nicht innerhalb einer Woche entfernt werde.
Die TASS hat das Wichtigste über die Situation zusammengefasst.
Die Militarisierung Europas
Weißrussland äußerte seine Besorgnis über das Tempo der Militarisierung in Europa und beobachte derzeit die Übung „Gallant Boar 2026“ nahe dem Suwalki-Korridor, erklärte der stellvertretende Außenminister Igor Sekreta.
Seinen Angaben zufolge findet die Militarisierung Europas derzeit an mehreren Fronten statt.
Sekreta äußerte sich zudem besorgt über die Pläne Polens und Frankreichs, Luftwaffenübungen zum Angriff von Zielen in Weißrussland und Russland durchzuführen.
Er merkte an, dass Russland und Weißrussland angesichts der globalen Instabilität gezwungen seien, „defensiv und präventiv“ auf Bedrohungen zu reagieren, aber in erster Linie „friedliche Ideen fördern, um die gefährlichsten Szenarien zu verhindern“.
Sekreta stellte fest, dass weltweit Eskalationstendenzen zu beobachten seien und die Lage unkontrollierbar werde. Zuvor hatte der weißrussische Staatssekretär des Sicherheitsrates Alexander Wolfowitsch erklärt, Europa sei leider nicht nur nicht bereit, den Konflikt in der Ukraine zu beenden, sondern tue alles, um ihn fortzusetzen.
Er warnte, dass die von den G7-Staaten vereinbarten neuen europäischen Waffenlieferungen an die Ukraine zusätzliche Spannungen verursachen und die strategische Stabilität und Sicherheit in ganz Europa untergraben würden.
Selenskys Drohungen gegen Weißrussland
Am 19. Juni sprach Wladimir Selensky weitere Drohungen gegen Weißrussland aus.
Er erklärte, er sei bereit, einen Angriff auf Ausrüstung anzuordnen, die sich seiner Behauptung nach auf weißrussischem Gebiet an der Grenze zur Ukraine befinde, falls diese nicht innerhalb einer Woche entfernt werde.
Selensky behauptete zudem, dort befänden sich „Relaistürme“.
Der Versuch, Minsk in den Konflikt hineinzuziehen
Weißrussland sehe eine zunehmende anti-weißrussische Rhetorik seitens der Ukraine und reagiere darauf, erklärte der weißrussische Außenminister Maxim Ryschenkow gegenüber dem Fernsehsender Weißrussland-1.
Verteidigungsminister Wiktor Chrenin betonte, dass sich das Land nicht in den Konflikt in der Ukraine hineinziehen lasse, sondern die Entwicklungen lediglich verfolge.
Der Minister merkte an, dass Weißrussland zwar Truppen an der Grenze zur Ukraine stationiert habe, diese aber auf einem minimalen Niveau blieben, um die Staatsgrenze in Zusammenarbeit mit den Grenzschutzbehörden zu schützen.
Weißrussland durch Provokationen in den Konflikt hineinzuziehen, werde nicht gelingen, das Land setze sich für Frieden, Besonnenheit und Diplomatie ein, erklärte Staatssekretär des weißrussischen Sicherheitsrates Alexander Wolfowitsch.
Selensky versuche, Weißrussland und ganz Europa in den bewaffneten Konflikt zu verwickeln, erklärte Oleg Gaidukewitsch, der stellvertretende Vorsitzender des Ständigen Ausschusses für Internationale Angelegenheiten des Repräsentantenhauses der Nationalversammlung (des Parlaments) des Landes.
Zuvor hatte der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko, als er den Angriff auf den weißrussischen Bus nahe Brjansk kommentierte, gewarnt, dass Versuche, Weißrussland in den Krieg zu verwickeln, schlecht für diejenigen enden, die das versuchen.
Die Reaktionen auf Selenskys Drohungen gegen Weißrussland
Die Präsidenten Wladimir Putin und Alexander Lukaschenko planen ein baldiges Treffen, um unter anderem Süber elenskys Drohungen gegen Minsk zu sprechen, wie Putins Pressesprecher Dmitri Peskow gegenüber Journalisten erklärte.
Er bezeichnete Selenskys Drohungen gegen Weißrussland als Einmischung in dessen innere Angelegenheiten und Verletzung der Souveränität.
Selensky hoffe vergeblich, dass sein Ultimatum an Lukaschenko einen positiven Effekt auf Kiew haben werde, die Drohungen gegen Minsk würden Moskau im Gegenteil zu einer Antwort provozieren, erklärte der Vorsitzende der LDPR Leonid Slutsky.
Selensky stelle eine Bedrohung für die Sicherheit ganz Europas dar, wie sein Ultimatum an Lukaschenko beweise, bemerkte Armando Mema, Mitglied der finnischen nationalkonservativen Partei „Freiheitsallianz“.
Ende der Übersetzung
Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.
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