Tag der nationalen und ethnischen Minderheiten in Allenstein – Brücken des Dialogs statt Mauern bauen

📰 paz.de

Vielfalt der Volksgruppen – ein klares Signal für Offenheit, Verständigung und gegenseitigen Respekt

paz.de📅 24.06.2026

Der Tag der nationalen und ethnischen Minderheiten in Allenstein hat gezeigt, wie wichtig Begegnung, Offenheit und gegenseitiger Respekt für das gesellschaftliche Zusammenleben sind. Die von der Allensteiner Gesellschaft Deutscher Minderheit (AGDM) organisierte Veranstaltung brachte Vertreter verschiedener Gemeinschaften, Institutionen und Organisationen zusammen.

Die zahlreichen Besucher nutzten die Gelegenheit, Kultur und Traditionen der in der Region lebenden Minderheiten zu erleben. Infostände, Gespräche, Familienangebote und ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm machten deutlich, dass kulturelle Vielfalt nicht nur trennen muss, sondern ausnahmsweise auch mal verbinden kann. Die Veranstaltung bot Raum für Begegnungen zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Generationen und unterstrich die Bedeutung eines respektvollen Miteinanders.

Die Bedeutung des Festes spiegelte sich auch in der Anwesenheit vieler Ehrengäste wider. Zu ihnen gehörten die Senatorin der Republik Polen, Ewa Kaliszuk, der stellvertretende Stadtpräsident von Allenstein, Marcin Szwarc, Bischof Arkadiusz Trochanowski, der Seelsorger der Deutschen Minderheit Pfarrer André Schmeier, der Vorsitzende der Kommission für nationale und ethnische Minderheiten beim Woiwodschaftstag Ermland-Masuren, Jarosław Słoma, die Beauftragte des Marschalls für nationale und ethnische Minderheiten, Aneta Brzyska, der Beauftragte des Woiwoden Piotr Baczewski sowie zahlreiche Vertreter von Minderheitenorganisationen und langjährige Partner der Allensteiner Gesellschaft Deutscher Minderheit.

Senatorin Kaliszuk verwies auf die Bedeutung von Dialog und gegenseitigem Verständnis als Grundlage guter nachbarschaftlicher Beziehungen und erinnerte an den 35. Jahrestag des deutsch-polnischen Vertrages über gute Nachbarschaft und Zusammenarbeit. Gerade in einer Zeit, in der Europa mit den Folgen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und mit gezielten Desinformationskampagnen konfrontiert sei, komme dem Schutz demokratischer Werte und dem respektvollen Umgang zwischen den Völkern eine besondere Bedeutung zu. Nationale und ethnische Minderheiten seien wichtige Bestandteile der Republik Polen und leisteten einen wertvollen Beitrag zum kulturellen Reichtum des Landes.

Auch Słoma hob in seiner Rede die Bedeutung guter Beziehungen zwischen Polen, Deutschland und der Ukraine hervor. Er sprach über die Verantwortung Europas angesichts der gegenwärtigen sicherheitspolitischen Herausforderungen und warnte vor Versuchen, durch Propaganda und Nationalismus Spannungen zwischen Nachbarstaaten zu schüren. Der Dialog zwischen den Nationen und die Unterstützung der europäischen Zusammenarbeit seien heute wichtiger denn je.

Das künstlerische Programm spiegelte die Vielfalt der anwesenden Gemeinschaften eindrucksvoll wider. Den Auftakt machte die Roma-Gruppe Hitano mit temperamentvollen Darbietungen. Anschließend präsentierten sich junge Musiker und Tänzer der Deutschen Minderheit aus Neidenburg. Mit viel Applaus wurde auch der Chor Ermlandklang der AGDM empfangen, der einmal mehr sein musikalisches Können unter Beweis stellte.

Dialog und Zusammenarbeit sind wichtiger denn je

Herzlich aufgenommen wurde die ukrainische Gruppe Vesna, die mit traditionellen Liedern und Tänzen begeisterte. Einen Höhepunkt bildete der Auftritt des Kaschubischen Lied- und Tanzensembles Sierakowice. Die Auftritte zeigten, wie unterschiedlich die Traditionen der einzelnen Gruppen sind und wie harmonisch sie dennoch zu einem gemeinsamen Bild kultureller Vielfalt beitragen.

Großes Interesse fand das Familienprogramm der Kampagne „Bilingua – einfach mit Deutsch“ des Hauses der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit. Zahlreiche Familien informierten sich über Möglichkeiten der zweisprachigen Erziehung und nahmen an den Aktivitäten für Kinder teil.

Zu den Ausstellern gehörte in diesem Jahr auch die Stiftung Fundacja dla Rodaka, die bereits zum dritten Mal am Tag der nationalen und ethnischen Minderheiten teilnahm. Die Vertreter der Stiftung betonten die Bedeutung des Austauschs zwischen den verschiedenen Gemeinschaften und würdigten die Veranstaltung als wertvollen Beitrag zur Förderung von Dialog und Zusammenarbeit.

Der Tag der nationalen und ethnischen Minderheiten hat in einer Zeit gesellschaftlicher und politischer Herausforderungen ein klares Signal für Offenheit, Verständigung und gegenseitigen Respekt gesendet.

👁 2 Aufrufe 👤 2 Leser