Hinterpommern – Steinerne Künstlerinspiration

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Einer der bekanntesten Künstler, der die Ruine von Hoff in seinen Werken festhielt, war Lyonel Feininger

paz.de📅 19.06.2026

Im Jahr 1874 war in der Nikolaikirche von Hoff der letzte Gottesdienst gefeiert worden, hiernach musste sie aus Sicherheitsgründen aufgegeben werden. Selbst der Friedhof drohte, ebenso wie die Kirche, ins Meer zu stürzen. Der Absturz begann im Jahr 1900. Im Verlaufe von Jahrzehnten verschwanden immer mehr Teile der Kirche in der Tiefe. Heute existiert nur noch ein Element der Südwand, deren Absturz massive Schutzbauten verhindern.

Das Inventar der Nikolaikirche war rechtzeitig in Sicherheit gebracht worden. Der prächtige Altar schmückt die neue Kirche des Ortes. Das Triptychon gelangte in die Schatzkammer des Camminer Doms und gilt seit 1945 wie der gesamte Camminer Domschatz als verschollen. Weitere Stücke erhielt das Kunstgewerbemuseum Berlin, während eine Petrus-Figur in Privatbesitz kam. Sie konnte im Jahr 2012 mit Hilfe der Pommerschen Landsmannschaft für das Pommersche Landesmuseum in Greifswald erworben werden.

Im Jahre 1880 wurde 200 Meter landeinwärts eine neue Kirche erbaut. Sie trägt heute den Namen Kirche der Göttlichen Barmherzigkeit. Mit der Geschichte des Ortes und insbesondere mit der der Kirche beschäftigt sich das „Multimediale Museum an der Klippe“.

Die größte Sehenswürdigkeit von Hoff [Trzęsacz], zur Landgemeinde Rewahl [Rewal] und zum Kreis Greifenberg [Gryficki] gehörend, bleibt jedoch die Kirchenruine auf der Steilküste des Ortes. Sie lockt Touristen aus aller Welt an und ist ein beliebtes Motiv für Kunstmaler und Fotografen. Von Lyonel Feininger, der zwischen 1891 und 1936 stets seinen Sommerurlaub an der Ostsee verbrachte, stammen etwa 30 Zeichnungen, Aquarelle und Gemälde der Kirchenruine. Das Museum of Modern Art in New York hatte im Jahr 1968 in einer Sonderausstellung Feiningers Bild von Hoff „Ruin by the Sea“ präsentiert.

Um die Kirchenruine herum ist im Laufe der Zeit ein kleiner Badeort mit Cafés, Restaurants und Ferienunterkünften entstanden. Der Name „Pommersche Bäderstraße“ war lange Zeit jener Straße auf der Insel Usedom vorbehalten, an der sich nicht weniger als zehn attraktive pommersche Ostseebäder, darunter Zinnowitz, Heringsdorf und Swinemünde, wie Perlen auf einer Kette aneinanderreihen. Mit Recht kann man auch die polnische Woiwodschaftsstraße 102, die von Misdroy nach Kolberg über Hoff führt, als Bäderstraße bezeichnen.

Ebenso wie auf Usedom reihen sich an der hinterpommerschen Ostseeküste zahlreiche attraktive Ostseebäder mit feinsandigen Stränden aneinander. Auch eine Schmalspurbahn verbindet die Orte Hoff, Rewahl und Horst bereits seit dem Jahr 1896. Erwähnung verdient auch die Tatsache, dass der 15. Meridian, jene „Mittagslinie“, die die mitteleuropäische Zeit bestimmt, exakt durch Hoff verläuft. Die einzige deutsche Stadt, die auf demselben Längengrad liegt, ist Görlitz in Sachsen.

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