Welche Waffen die USA und Israel beim Angriff auf den Iran eingesetzt haben
Die russische Nachrichtenagentur TASS hat eine Zusammenfassung der wichtigsten im Iran-Krieg bisher von den Kriegsparteien eingesetzten Waffensysteme veröffentlicht, die ich übersetzt habe.
Beginn der Übersetzung:
„Operation Epic Fury“: Welche Waffen die USA und Israel beim Angriff auf den Iran eingesetzt haben
Am 28. Februar um 7:15 Uhr deutscher Zeit starteten die USA und Israel eine Militäroperation gegen den Iran. Die USA nannten sie „Operation Epic Fury“. Wichtige iranische Städte, darunter Teheran, wurden angegriffen. Dabei kamen der Oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei sowie hochrangige Regierungsbeamte und Militärkommandeure ums Leben. Die TASS über die an der Kampagne der USA und Israels beteiligten Streitkräften und Mittel.
Die israelische Luftwaffe erklärte am 28. Februar, dass sie eine „historische“ Anzahl von Kampfflugzeugen, etwa 200, für die Militäroperation gegen den Iran, die vom Staat den Namen „Löwengebrüll“ erhielt, eingesetzt hatte. Das zeigte eine Infografik des israelischen Luftwaffenkommandos.
Laut der Infografik hatten israelische Kampfflugzeuge die Aufgabe, iranische Luftverteidigungssysteme zu neutralisieren und die Kontrolle über den iranischen Luftraum zu erlangen.
Unter den bei dem Angriff zerstörten Luftverteidigungssystemen befanden sich nach Angaben des israelischen Staates, ohne jedoch die genaue Anzahl zu nennen, das Langstrecken-Luftverteidigungssystem S-300 (SA-69 in der israelischen Nomenklatur), das Mittelstrecken-Luftverteidigungssystem Khordad-3 (SA-65) und das Kurzstrecken-Luftverteidigungssystem Raad-1 (SA-63). Laut dem Portal Army Recognition sind diese Systeme Schlüsselkomponenten der mehrschichtigen iranischen Luftverteidigung.
Das S-300 ist, wie das Portal anmerkte, in seiner Leistung mit frühen Versionen des amerikanischen Patriot-Luftverteidigungssystems vergleichbar und verfügt über eine Abfangreichweite von über 150 Kilometern.
Das Khordad-3-System erlangte 2019 größere Bekanntheit, als es eine amerikanische Aufklärungsdrohne vom Typ RQ-4 Global Hawk abschoss. Es ist für die Abwehr von Luftzielen in Entfernungen von 50 bis 75 Kilometern ausgelegt.
Das Raad-1-System dient dem Schutz wichtiger militärischer Infrastruktur vor tieffliegenden Flugzeugen und Marschflugkörpern.
Israel nannte die Zerstörung iranischer Raketenstellungen, die eine direkte Bedrohung für Israel darstellten, als eines der Hauptziele der Operation. Der Fokus lag dabei vor allem auf dem Gebiet um Täbris, wo laut israelischen Streitkräften mehrere Dutzend Raketen für einen Abschuss vorbereitet wurden.
Laut einer offiziellen israelischen Mitteilung feuerten Kampfflugzeuge in den frühen Morgenstunden des 28. Februar fast zeitgleich „Hunderte von Geschossen“ (einigen Quellen zufolge mehr als 1.200) auf rund 500 strategische Ziele im Iran ab. „Das hat Teherans Fähigkeit, seine Offensivkräfte und -ressourcen einzusetzen, erheblich geschwächt“, betonte die Mitteilung.
Die israelische Luftwaffe machte keine Angaben zu den eingesetzten Kampfflugzeugen. Army Recognition und andere spezialisierte Portale gaben an, dass ihr die Flugzeugtypen F-35I Adir, F-15I Ra’am und F-16I Sufa zur Verfügung stehen. Diese Flugzeuge sind in der Lage, Langstreckenraketen vom Typ Delilah, Rampage und Popeye sowie JDAM (Joint Direct Attack Munition) und SPICE zu transportieren.
Am 28. Februar veröffentlichten die israelischen Streitkräfte Fotos und Videos eines F-16I-Kampfjets, der sich auf einen Kampfeinsatz vorbereitete. Bewaffnet war er mit Rampage-Luft-Boden-Raketen und Slammer-Luft-Luft-Raketen (der israelischen Version der AIM-120). Die Rampage-Rakete trägt einen Sprengkopf von etwa 150 Kilogramm und hat je nach Abschusshöhe eine Reichweite von 150–250 Kilometern.
Einige Zeit nach den Angriffen tauchten in sozialen Medien Bilder von Trümmern israelischer Munition auf, die im Westen des Irak niedergegangen waren. Die israelische Regierung hat sich dazu nicht offiziell geäußert, Experten identifizierten sie jedoch als Teile der für den Kampfeinsatz modifizierten aerobischen Zielrakete Blue Sparrow.
Man geht davon aus, dass Blue Sparrow die iranische Shahab-3-Rakete nachahmen soll, die eine Reichweite von 1.500–2.000 Kilometern hat. Laut israelischen Berichten wurde ein mobiler Shahab-3-Raketenwerfer am 28. Februar bei einem Luftangriff israelischer Flugzeuge zerstört.
Die israelische Seite gab an, allein in den ersten zwölf Stunden der Operation rund 900 Treffer auf Ziele in mindestens 24 iranischen Provinzen erzielt zu haben.
Tomahawks und LUCAS-Drohnen
Die USA setzten ihrerseits Zerstörer der Arleigh-Burke-Klasse und U-Boote der Ohio-Klasse ein, die aus dem Persischen Golf und dem Arabischen Meer Salven von Tomahawk-Marschflugkörpern abfeuerten, als auch Flugzeugträger USS Abraham Lincoln (CVN-72) und USS Gerald R. Ford (CVN-78) mit F/A-18E/F Super Hornet-Kampfflugzeugen, die zusammen mit F-35-, F-22-, F-16- und F-15-Kampfflugzeugen der US-Luftwaffe, MQ-9 Reaper-Drohnen, Aufklärungsflugzeugen und Systemen für die elektronische Kampfführung operierten.
Die von Washington beim Angriff auf den Iran eingesetzte Luftkomponente umfasste auch strategische Bomber vom Typ B-2 Spirit sowie, einigen Berichten zufolge, B-52H Stratofortress- und B-1 Lancer-Flugzeuge.
Experten, die öffentlich zugängliche Quellen analysierten, gaben an, dass während des Angriffs „Epic Fury“ mindestens vier B-2-Bomber in der Region gesichtet wurden. Ihre Bomben und AGM-158 JASSM-Marschflugkörper wurden durch Bodenfeuer von HIMARS-Mehrfachraketenwerfern unterstützt, die unter anderem iranische Radarstationen und Nachschublinien im Westen des Landes ins Visier nahmen.
Auf Grundlage eines vom US Central Command (CENTCOM) auf X veröffentlichten Videos kamen Experten zu dem Schluss, dass am 28. Februar von HIMARS-Raketenwerfern abgefeuerte taktische ATACMS-Raketen eine iranische Kurzstreckenrakete vom Typ Zolfaghar sowie Komponenten eines Sayyad-2-Luftverteidigungssystems zerstört haben. Dasselbe Video zeigte auch den ersten Einsatz der neuesten präzisionsgelenkten taktischen Rakete, der PrSM (Precision Strike Missile).
Das US-Zentralkommando (CENTCOM) bestätigte offiziell, dass bei dem Angriff zum ersten Mal LUCAS-Drohnen (Low-cost Unmanned Combat Attack System) eingesetzt wurden. Laut Angaben des Kommandos wurden sie gegen die Islamischen Revolutionsgarden, Luftverteidigungssysteme, Flugplätze sowie die Standorte von Raketenwerfern und Kamikaze-Drohnen, insbesondere der Shahed-136, eingesetzt.
Die von SpektreWorks (Arizona) entwickelten LUCAS-Drohnen basieren auf dem Zielsystem FLM-136 und sind eine Kopie der Technologie und Konstruktionsmerkmale der iranischen Shahed-136.
Die offiziellen Spezifikationen von LUCAS sind unklar. Die Website von SpektreWorks listet lediglich die Parameter der Zieldrohne FLM 136 auf, und wie The War Zone bereits anmerkte, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, ob diese der LUCAS entsprechen.
Laut Defense News, das sich auf Branchenexperten beruft, hat diese Drohne jedoch eine Reichweite von etwa 800 Kilometern und trägt einen Gefechtskopf mit einem Gewicht von etwas über 18 Kilogramm, was „etwa doppelt so schwer ist wie der Gefechtskopf der Hellfire-Rakete [AGM-114]“. Das maximale Startgewicht von LUCAS wird auf 81,65 Kilogramm geschätzt, und die Kosten auf etwa 35.000 US-Dollar pro Einheit.
Die Drohne kann auf verschiedene Weise gestartet werden: per Katapult, Raketenantrieb, von einer stationären Position oder von einer mobilen Startplattform. Im Dezember gab das Pentagon den ersten Teststart von LUCAS vom Küstenkampfschiff USS Santa Barbara (LCS-32) während einer Übung im Arabischen Meer bekannt.
Das US-Zentralkommando (CENTCOM) machte keine Angaben zur Anzahl der am 28. Februar gestarteten LUCAS-Drohnen, zur Anzahl derer, die ihre Ziele erreichten, und zum Ausmaß des angerichteten Schadens.
Irans Reaktion
Irans Vergeltungsschläge ließen nicht lange auf sich warten. Am Morgen des 1. März meldete das Kommando der Revolutionsgarden, dass seine Streitkräfte mehr als 20 US-Militärstützpunkte in zehn Ländern des Nahen Ostens, ein Gebäude des israelischen Armeekommandos und einen bedeutenden Rüstungskomplex in Tel Aviv angegriffen hätten.
Bis zum Mittag des 1. März hatte allein die kuwaitische Luftverteidigung 97 ballistische Raketen und 283 aus dem Iran gestartete Drohnen abgefangen. Am selben Morgen meldete das Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate 165 ballistische Raketen und 541 Drohnen.
Laut der New York Times wurden mindestens sechs US-Militärstützpunkte und andere Einrichtungen im Nahen Osten durch iranische Angriffe beschädigt. Einige wurden vollständig zerstört. Bei zwei Raketenangriffen auf einen US-Stützpunkt in Bahrain wurden laut Angaben der Revolutionsgarden etwa 560 amerikanische Soldaten getötet und verwundet.
MiG-29-Kampfjets und Yak-130-Kampftrainer wurden zur Patrouille über dem Iran eingesetzt. Am Morgen des 2. März meldete die staatliche Nachrichtenagentur Tasnim, die iranische Luftverteidigung habe 21 israelische Hermes-Drohnen abgeschossen.
Ein Sprecher des iranischen Luftverteidigungsstabs behauptete zudem, drei amerikanische F-15-Kampfjets über Kuwait abgefangen zu haben. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) dementierte dies jedoch und erklärte, die Jets seien von der kuwaitischen Luftverteidigung abgeschossen worden. Der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln und der britische Marinestützpunkt Akrotiri auf Zypern wurden mit ballistischen Raketen angegriffen.
Trotzdem bestätigte das CENTCOM am Morgen des 1. März lediglich den Tod von drei amerikanischen Soldaten. Fünf weitere wurden laut Kommando schwer und mehrere leicht verletzt.
Auch dementierte es, dass der Flugzeugträger getroffen wurde, und betonte, dass „die Raketen nicht einmal in seine Nähe kamen“. Laut CENTCOM geht der Start von Flugzeugen auf dem Schiff planmäßig weiter.
Die amerikanischen und israelischen Seiten stellten allgemein fest, dass der iranische Gegenangriff den Koalitionstruppen in der Region keinen nennenswerten Schaden zugefügt habe. Sie merkten an, dass die Raketenabwehrsysteme THAAD (Terminal High Altitude Area Defense) sowie die in Israel und im Persischen Golf stationierten Patriot-Luftverteidigungssysteme und seegestützten SM-3-Abfangraketen die meisten iranischen ballistischen Raketen abfangen konnten.
Laut Angaben des israelischen Verteidigungsministeriums vom 1. März wurden von den 137 vom Iran abgefeuerten und von Überwachungssystemen erfassten Raketen 132 zerstört und von den 209 Kamikaze-Drohnen 195 abgefangen.
Aktienkurse gehen durch die Decke
Am zweiten Tag von „Epic Fury“ verzeichneten die Aktien mehrerer europäischer Rüstungskonzerne, darunter BAE Systems (Großbritannien), Kongsberg Defence & Aerospace (Norwegen), Leonardo (Italien), Rheinmetall (Deutschland) und Saab (Schweden), einen rasanten Kursanstieg.
Laut Tradingview notierten die Aktien von Renk (Deutschland) am 2. März um 9:11 Uhr 4,41 % höher bei 59,59 Euro, die von Leonardo stiegen um 5,04 % auf 59,66 Euro und die von Rheinmetall auf 1.720 Euro (plus 3,31 %). Die Aktien von Saab notierten bei 692,5 Schwedischen Kronen (plus 5,82 %), die Aktien des deutschen Unternehmens Hensoldt stiegen um 6,99 % auf 79,6 Euro, die Aktien des deutschen Unternehmens TKMS (ThyssenKrupp Marine Systems) um 1,41 % auf 97,3 Euro und die Aktien des spanischen Unternehmens Indra um 4,7 % auf 65,7 Euro.
Um 9:15 Uhr am selben Tag legten die Aktien von BAE Systems um 6,87 % auf 2.254 Britische Pence zu. Die Aktien von Kongsberg stiegen um 5,3 % auf 405,85 Norwegische Kronen. Um 9:34 Uhr fiel der STOXX-Index der europäischen Luft- und Raumfahrtunternehmen um 2,4 % auf 5.992 Punkte.
Die Aktien der größten indischen Rüstungskonzerne legten angesichts der eskalierenden Spannungen im Nahen Osten deutlich zu. Treiber dieser Entwicklung waren die gestiegenen Exporterwartungen führender indischer Waffenhersteller und das wachsende Vertrauen der Anleger.
Laut der Times of India stiegen die Aktien des indischen Flugzeugherstellers Hindustan Aeronautics Ltd (HAL) an der Börse in Bombay um 13,3 %, während Bharat Dynamics Ltd (BEL) um 3,5 % zulegte.
Auch die Aktien der amerikanischen Rüstungsindustrie bildeten keine Ausnahme. Laut Handelsdaten der New Yorker Börse (NYSE) stiegen ihre Kurse bis 9:32 Uhr am 2. März zwischen 0,01 % und 7,2 %.
Im Einzelnen stiegen die Aktien von Lockheed Martin auf 705 US-Dollar pro Aktie (plus 7,13 %), die von RTX Corporation auf 217,2 US-Dollar (plus 7,2 %), die von Northrop Grumman auf 762 US-Dollar (plus 5,19 %) und die von General Dynamics auf 371,34 US-Dollar (plus 4 %). Die Aktien des Luft- und Raumfahrtkonzerns Boeing legten unterdessen leicht um 0,01 % auf 227,55 US-Dollar pro Aktie zu.
Der Preis für Aluminium-Futures mit Liefertermin Mai 2026 an der Londoner Metallbörse (LME) überschritt am 2. März um 6:30 Uhr erstmals seit dem 30. Januar 2026 die Marke von 3.200 US-Dollar pro Tonne. Bis 10:30 Uhr Moskauer Zeit stieg er weiter auf 3.241,50 US-Dollar pro Tonne (+3,18 %).
Ende der Übersetzung
Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.
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