Jens Spahn – Wir werden uns viel verzeihen müssen Teil 8.3 – Der Schlüssel dafür, dass wir unser Leben zurückbekommen

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Impfen ebnet den Weg aus der Pandemie 2

drbine.substack.com📅 14.06.2026

In dieser Zeit kam die irrige Vorstellung auf, man müsse nur die Patente freigeben und sofort könne man überall in Deutschland und in der Welt den BioNTech-Impfstoff produzieren. (S. 212)

So irrig ist die Vorstellung nicht. Die Patente wurden wirklich teilweise ausgesetzt, aber nur für Drittweltstaaten. Ohne diesen Patentfrieden hätte es die modRNA-LNP Produkte nicht gegeben. Das habe ich bereits in einem separaten Artikel ausführlich beschrieben:

Die Forderung nach einer Freigabe der Patente wurde und wird aus meiner Sicht eher aus ideologischen als aus tatsächlichen Gründen erhoben. (S. 214)

Erneut demonstriert Jens hier seine Unwissenheit. Hätte es diesen Patenfrieden nicht gegeben, hätte es diese Produktklasse nie gegeben. Man hätte sich direkt vor Gericht zerfleischt. So dauerte es zwei Jahre, bis man anfing, sich gegenseitig vor Gericht zu zerren.

Nun wird es wieder einmal juristisch spannend, denn auf Seite 214 erfahren wir mehr darüber, wie das mit dem politischen Druck lief, bei der Übergabe des Marburg Werkes von Novartis an BioNTech.

Die Vorgeschichte des Erwerbs des Novartis Marburgs Werks durch BioNTech

Bevor wir zu Jens und seinem Einfluss auf diesen Teil der Corona-Geschichte haben, ein kleiner Exkurs, wie BioNTech in den Besitz des Marburger Werks von Novartis kam, basierend auf Ugur Sahins Aussagen in seinem Buch Projekt Lightspeed.

“Giganten wie der Schweizer Konzern Novartis und GlaxoSmithKline investierten trotz der relativ abgelegenen Lage in den Standort. Doch als die beiden Unternehmen 2015 ein Tauschgeschäft abschlossen, bei dem der Schweizer Konzern seine Impfstoffsparte an GSK verkaufte und dafür die Onkologie-Sparte des britischen Unternehmens übernahm, wurde der Novartis-Campus in Marburg zunehmend unbedeutender. Er wurde für die Produktion im Bereich Zell- und Gentherapien genutzt, die aber an anderen Standorten effizienter durchgeführt werden konnte. Einige Mitarbeiter vor Ort hatten die Zeichen der Zeit erkannt und suchten sich anderswo Arbeit. Einige von ihnen stießen zu BioNTech.

Anfang Mai, als klar geworden war, dass die Mainzer Produktionsanlagen nicht ausreichen würden, um BioNTechs Impfstoffambitionen zu erfüllen, hatte einer dieser Abgewanderten ein Gerücht an Poetting weitergegeben. Novartis, so der Informant, wolle seinen Standort in Marburg verkaufen und sei auf der Suche nach einem Käufer. Poetting konnte sein Glück kaum fassen und informierte sofort die anderen im Vorstand. Sean Marett, zuständig für Partnerschaften und Transaktionen, trat in Aktion und wandte sich an das Schweizer Unternehmen, erhielt aber von der Geschäftsleitung eine Abfuhr. «Die Novartis-Leute sagten: ‹Was zum Teufel haben diese Leute vor?›», sagt Marett. «Was macht ein Biotech Unternehmen, das noch am Anfang steht, mit einer Fabrik, wenn sein Coronavirus Projekt scheitert?» Die Zukunft Hunderter von Mitarbeitern in die Hände eines unsicheren Start-ups zu legen, ließ einen großen Pharmakonzern nicht gut aussehen, vor allem, wenn diese Mitarbeiter am Ende ihren Arbeitsplatz verlieren sollten. Aus Sorge vor einer solchen Entwicklung sagte Novartis Marett ab.” (Projekt Lightspeed, S. 255f)

Das Marburg Werk wird 2027 zwar nicht geschlossen, BioNTech reduziert nur seine Marburger Außenstelle und entlässt am Standort Marburg die Hälfte der Mitarbeiter (316 von 670 Mitarbeitern). Andere Standorte hat es schwerer getroffen, z. Bsp. Idar-Oberstein, Tübingen (ehemals CureVac) und Singapur.

“Aber der britische Manager ließ nicht locker. Er arrangierte ein Treffen mit Vas Narasimhan, dem Chef von Novartis, und stellte ihm die Pläne von BioNTech virtuell vor. Bei den darauf folgenden E-Mails war jedoch dasselbe mittlere Management involviert, das das Angebot des Unternehmens schon einmal abgelehnt hatte. Erneut wurde es zurückgewiesen.” (Projekt Lightspeed, S. 256)

“Nach den positiven Ergebnissen der Phase I im Juli waren die Führungskräfte von Novartis bereit, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und über einen Verkauf ihres Standorts Marburg zu sprechen. Am 17. September ging ein Teil des mit Emil von Behrings Nobelpreisgeld finanzierten Komplexes in den Besitz von BioNTech über. In dem Gebäude, von dem aus der Pionier der Immunologie seine Aktivitäten geführt hatte, im Hintergrund eine Büste des großen Mannes, verkündete Uğur der Presse, dass die Anlage, sobald sie voll betriebsbereit war, in der Lage sein werde, bis zu 750 Millionen Impfstoffdosen pro Jahr zu produzieren.” (Projekt Lightspeed, S. 265f)

Nun gab es eine Executive Order von Trump, dass kein Impfstoff, der noch in USA benötigt würde, exportiert werden dürfte. In Europa konnte Pfizer also nur das verkaufen, was in europäischen Werken hergestellt wurde.

„Ein Großteil dieser verringerten Produktion war bereits den frühen Bestellern zugesagt worden: den USA und Großbritannien. Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen würde jedoch kurz darauf einen Rettungsring zugeworfen bekommen, da sich BioNTech unaufhörlich bemühte, zusätzliche Produktionsstandorte zu schaffen. Am 24. November schickte Sean Marett eine E-Mail an Sandra Gallina: ‹Wir haben den Wunsch der Kommission erörtert, ihre Option auszuüben …›, schrieb er, wohl wissend, dass dieser Antrag aufgrund des digitalen Stempels berücksichtigt werden musste. ‹Wie Ihnen aus unseren Diskussionen im Sommer und Frühherbst bekannt ist, sind die Produktionskapazitäten in den kommenden sechs Monaten sehr begrenzt …› Marett fügte hinzu, dass BioNTech jedoch über die Marburger Anlage einen Weg gefunden habe, der EU die Hälfte der 100-Millionen-Option in der ersten Jahreshälfte zur Verfügung stellen zu können, aber nur, wenn bürokratische Hindernisse überwunden werden könnten. Am Telefon erklärte er der Kommission, dass er ‹ihre Unterstützung brauche›, um diesen Vorschlag umzusetzen. ‹Wir brauchen lediglich die Genehmigung unserer Produktionsanlage in Rekordzeit. Statt der üblichen sechs bis acht Monate müssen wir das in drei Monaten erledigt haben.›

Am 23. Dezember kam eine E-Mail, die die zusätzliche Bestellung bestätigte. Monate später würde die Produktionsstätte, für die BioNTech zunächst ohne finanzielle Unterstützung gekämpft hatte, der EU helfen, das Gesicht zu wahren. Das Bundesgesundheitsministerium in Berlin hatte mit lokalen Behörden in der Nähe von Marburg zusammengearbeitet, sodass bis Februar 2021 der Standort genehmigt und in Betrieb genommen werden konnte .“ (Projekt Lightspeed, S. 308)

Nun erfahren wir endlich, welches Bundesministerium und wer wahrscheinlich mit Marburg zusammengearbeitet hat: Jens Spahn und das BMG.

Zur Erinnerung, damit wir das Zitat von Jens Spahn zeitlich einordenen können, anhand der Daten von “Projekt Lightspeed”.


BioNTech erhält den Zuschlag für das Werk am 17. September 2020.

Am 24. November schickt Sean Marett eine E-Mail an Sandra Gallina. Sandra Gallina war die Chefverhandlerin der Europäischen Kommission für die milliardenschweren Verträge über die Beschaffung von COVID-19-Impfstoffen.

Dass die Produktion des BioNTech-Impfstoffs in Deutschland im zweiten Quartal 2021 so schnell hochgefahren werden konnte, lag auch daran, dass in ein bestehendes Impfstoffwerk des Schweizer Pharmaunternehmens Novartis übernommen und in kurzer Zeit umgerüstet werden konnte. Den Kauf dieses Werks hatte BioNTech weitsichtig früh in den Blick genommen. Als die Verkaufsverhandlungen sich im August 2020 etwas zogen, telefonierte ich in Rücksprache mit BioNTech mit dem Novartis-Chef, um die Dringlichkeit auch aus Sicht der Bundesregierung zu unterstreichen. Die Gespräche konnten beschleunigt werden. Das Werk musste nach der Übernahme durch BioNTech für eine mRNA-Produktion umgerüstet und neu genehmigt werden. Was bei Impfstoffwerken sonst Jahre braucht, ging hier durch enge, gute Zusammenarbeit aller Behörden von Bund und Land binnen weniger Monate. Das war Rekordzeit. Und hat entscheidend dazu beigetragen, dass die Produktion von Impfstoffen in Deutschland in der ersten Jahreshälfte 2021 enorm angekurbelt werden konnte. (S. 214)

Jens telefoniert im August 2020 mit Novartis.

Erst nachdem Jens Spahn, was auch immer mit Novartis besprochen hatte, bekommt BioNTech den Zuschlag für das Werk.

“Bitte senden Sie mir die Notizen, Daten oder Vermerke, welche zu diesem Gespräch vom August 2020 vorliegen.
Bitte senden sie mir die Korrespondenz/Emails von Jens Spahn mit BioNTech aus dem Jahr 2020 und 2021.
Bitte senden sie mir die Korrespondenz/Emails von Jens Spahn mit Novartis aus dem Jahr 2020
.”

Ist es möglich, derartige Vorgänge zu beschleunigen? Oder lief es wie bei der Schlumpfung und man hat beide Hühneraugen zugedrückt?

BioNTech hat das Werk in Marburg in den Jahren 2020/2021 tiefgreifend umgerüstet und digitalisiert und umgebaut.

“[…] Das Unternehmen hatte die Anlage vom Pharmakonzern Novartis übernommen, umgebaut und bereits im Februar mit der Produktion begonnen. […] Man produziert hier eigentlich schon seit einigen Wochen, das sind Probeläufe, die gemacht werden. Wenn Sie sich das Ganze so vorstellen: Es ist unheimlich komplex, einen solchen Stoff so zu produzieren. 50.000 Einzelschritte sind dafür notwendig. Wenn Sie sich das Ganze so vorstellen, gibt es viele wichtige große Schritte während dieser Impfstoffproduktion. Drei davon können hier in Marburg durchgeführt werden und schon in den nächsten Tagen wird dann der produzierte Impfstoff von Marburg nach Puurs geliefert – das ist in Belgien. Dort finden dann die letzten Schritte statt, dort wird der Impfstoff dann abgefüllt und die Etiketten kommen drauf.

Dann schaut sich das Ganze auch noch einmal das Paul-Ehrlich-Institut an, das ist ja das Institut hier in Deutschland, das für die Zulassung von Impfstoffen verantwortlich ist. Da gibt es dann noch mal abschließende Prüfungen. Es gibt dann auch noch einmal eine hausinterne Prüfung und dann – so hören wir es von BioNTech – könnte der erste Impfstoff, der wirklich hier vor allem produziert wurde, ungefähr in der zweiten Aprilhälfte die ersten Zentren in Deutschland erreichen.”

Die zersplitterte Lieferkette habe ich hier analysiert:

Die gesamte Lieferkette eines Arzneimittels oder Impfstoffs muss behördlich geprüft, validiert und zertifiziert werden, bevor auch nur eine einzige Dosis an Patienten verabreicht werden darf.

Das EU-GDP-Leitfaden schreibt vor, dass alle Akteure – vom Hersteller über Speditionen bis zur Apotheke – in einem lückenlosen Qualitätsmanagementsystem agieren.

Bei einem hochkomplexen pharmazeutischen Produkt mit angeblich mehr als 50.000 einzelnen Prozessschritten, über 10 Zulieferern und teils 3 parallelen Herstellern (z. Bsp. für die Lipide: Merck, Acuitas, Evonick) für ein Vorprodukt muss eigentlich ein umfassendes Validierungs- und Zertifizierungsprogramm implementiert werden, damit die Variabilität kontrolliert wird, die durch die parallelen Lieferketten entsteht.

Alle Zulieferer benötigen ein auditbasiertes Zertifikat. Wirkstoffhersteller müssen nach GMP Part II (ICH Q7) zertifiziert sein, Hilfsstofflieferanten nach EXCiPACT oder ISO 9001 mit Risikoanalyse.

Die parallelen Hersteller (Merck, Evonick, Acuitas im Falle der Lipide) müssen jeweils einzeln auditiert und zertifiziert werden. Es reicht nicht, nur einen zu prüfen, da jeder eigene Standorte und Prozesse nutzt.

Alle Transportunternehmen und Zwischenlager müssen nach den EU-GDP-Leitlinien zertifiziert sein.

Bei dieser Komplexität ist eine kontinuierliche Prozessverifizierung (Continuous Process Verification – CPV) nach EMA-Leitlinien zwingend erforderlich. Das bedeutet, dass Sie auch nach der initialen Validierung jede einzelne Charge datentechnisch überwachen müssen, um Trends durch den Wechsel der 3 Vorprodukt-Hersteller sofort zu erkennen.

Das war mit Siemens Technologie sicherlich möglich, nur scheinen zumindest die Lipide nicht ICH zertifiziert zu sein.

Die Serialisierung, also, die Überwachung der Nachverfolgbarkeit ist per EU Vertrag ausgeschlossen worden.

„Weiterhin, soweit anwendbar, erkennt der Teilnehmerstaat an, dass der Impfstoff nicht in Serie produziert werden wird.”

Tatsächlich nahm die Fabrik in Marburg wohl bereits am 10. Februar 2021 den Betrieb auf.

  • Anfang Mai 2020: Poetting erfährt, dass Novartis das Marburgwerk verkaufen will. Die Verhandlungen ziehen sich.

  • August 2020: Jens Spahn telefoniert mit dem Chef von Novartis.

  • 17. September 2020: BioNTech kauft das Werk von Novartis. Novartis stellte dort rekombinante Proteine (Biotech-Substanzen) her. Die 300 hochqualifizierten Mitarbeiter wurden übernommen.

  • Dezember 2020: BioNTech reicht die offiziellen Anträge für den Umbau und den Betrieb nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz ein. [1]

  • Januar 2021: Das zuständige Regierungspräsidium Gießen erteilt die Betriebsgenehmigung.

  • Februar 2021: Die Produktion der ersten mRNA-Chargen (Probeläufe) startet plangemäß.

  • März 2021: Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) erteilt die finale GMP-Zertifizierung und Genehmigung für den dort produzierten Wirkstoff. Im April 2021 verließen die ersten fertigen Impfdosen das Werk.

Obwohl das Werk bereits ein moderner Biotech-Standort war, waren für die Produktion des mRNA-Impfstoffs gravierende technologische Anpassungen notwendig:

  • Höhere Reinraumklassen: Da mRNA-Vakzine extrem sauber verarbeitet werden müssen, mussten bestehende Bereiche in höhere, strengere Reinraumklassen hochgestuft werden.

  • Flexibles „Single-Use“-System: Novartis nutzte klassische, starre Stahlanlagen. BioNTech rüstete das Werk in Zusammenarbeit mit Siemens auf ein hochflexibles System um, das mit Single-Use-Komponenten (Einweg-Bioreaktoren und -Schläuchen) arbeitet. Dies verringert das Risiko von Kreuzkontaminationen massiv und verkürzt die Reinigungszeiten zwischen den Produktionszyklen.

  • Komplette Digitalisierung (Papierlose Fabrik): Um die extremen GMP-Auflagen in Rekordzeit fehlerfrei zu dokumentieren, war Papier ein Risiko- und Verzögerungsfaktor. BioNTech stellte die Fabrik auf ein rein digitales Manufacturing Execution System (MES) um. Die Chargenprotokolle (Batch Records) wurden komplett elektronisch erfasst.

  • Integration der LNP-Formulierung: Neben der reinen mRNA-Herstellung wurde das Werk so umgerüstet, dass die empfindliche mRNA vor Ort in Lipid-Nanopartikel verpackt werden konnte – der technisch anspruchsvollste Schritt der Produktion.

Dass dieser Prozess nicht die üblichen 2 bis 4 Jahre dauerte, lag an angeblich an zwei Faktoren: Erstens war das Werk durch die Novartis-Vorgeschichte bereits ein voll ausgestatteter GMP-Biotech-Standort mit erfahrenem Fachpersonal, was den Rohbau und die Personalsuche ersparte. Zweitens arbeiteten die hessischen Landesbehörden im Rahmen eines beschleunigten Verfahrens im Dreischichtbetrieb, um die Anträge von nationaler Bedeutung ohne Verzögerung zu prüfen.

Den Genehmigungsbescheid des Regierungspräsidiums Gießen kann man hier einsehen

In Deutschland erteilt die Landesbehörde, in deren regionalem Bereich sich die Produktionsstätte befindet, diese Genehmigung in Abstimmung mit dem Paul-Ehrlich-Institut. Zu diesem Zweck wird die Beständigkeit der Produktion in der Regel durch drei aufeinanderfolgende Produktionsprozesse für ein identisches Produkt nachgewiesen. Für COVID-19-Impfstoffe wurde ein gewisses Maß an Flexibilität in Bezug auf den Herstellungsbereich dieser Lose zur Qualifizierung der Prozessleistung oder durch Berücksichtigung der entsprechenden Daten für ähnliche Produkte derselben Plattformtechnologie angewandt.“

Das dazugehörige GMP-Zertifikat wurde vom Regierungspräsidium Darmstadt am 9. Februar 2021 ausgestellt. 24. November 2020 bis 9. Februar 2021, abzüglich der dazwischenliegenden Feiertage. Das ging zügig. Diese GMP-Zulassungsunterlagen würde ich gerne sehen.

Damit hat nicht nur das PEI den schwarzen Peter sondern auch alle Bundesländer, in welchen produziert wurde, bzw. das Bundesland, in welchen der DNase I -Verdau stattfindet. Das wäre Hessen, weil das in der Fabrik in Marburg durchgeführt wird. Damit kann man den GMP-Verstoß auf Landesebene hochkochen lassen, ohne dass der Bund dabei eingeschaltet werden müsste. Und auf Landeseben gäbe es auch einen eindeutig Zuständigen, der das Marburg Werk GMP zertifiziert hat.

Schauen wir uns die GMP Zertifikate für verschiedene BioNTech Standunkte an Idar-Oberstein, Mainz und Marburg an.

Schaut man sich die Zertifikate an, fällt auf:

Idar-Oberstein

Mainz, An der Goldgrube 12:

Mainz, Kupferbergterrasse 17

Marburg:

Die Studienmedikation wurde noch in Mainz hergestellt. Mainz hat jedoch eine GMP Zulassung für „gene therapy products“ also Gentherapieprodukte, genau wie Idar-Oberstein. Alle Produkte von BioNTech laufen unter „gene therapy products“, außer der Großproduktion von Comirnaty. Die Studienmedikation war also noch Gentherapie. Marburg läuft dann nur noch unter „Biological Medical Products“, obwohl das Gleiche hergestellt wird, wie in Mainz, nur in größerer Menge.

Gilt eine GMP Freigabe für „gene therapy products“ auch gleichzeitig für „Biological Medical Products“ oder fand die Herstellung der Studienmedikation nicht unter GMP statt?

Immerhin ist mit diesem GMP-Zertifikat klar, wer das durchgewunken hat: Das Regierungspräsidium Darmstadt. Wie praktisch, dass Langen, wo das PEI beheimatet ist, auch in Hessen liegt. Da hatten Sahin und Cichutek ja echt kurze Wege und konnten so einiges auf dem kleinen, persönlichen Dienstweg erledigen und direkt beim Regierungspräsidium Darmstadt vorbeischauen und da persönlich ein wenig Druck machen, damit das Werk in Marburg in Rekordzeit eine GMP-Zertifizierung bekam. Mir wurde von einem Vöglein geflüstert, dass das Regierungspräsidium Darmstadt schon vor der Plandemie sehr pharmafreundlich und hilfsbereit war.

Die Unterlagen zu diesem Vorgang hat man aber mittlerweile vom Regierungspräsidium Darmstadt an das Hessische Landesamt für Gesundheit verlegt.

Da klar war, dass nun ein heißes Kartoffel-Spiel beginnen würde, bei dem bereits zwei andere Anfragende (Tobias Ulbrich) kalt gestellt wurden, habe ich einen Anwalt aus meinem Freundeskreis beauftragt, sich der Sache anzunehmen. So einfach wollte ich es ihnen nicht machen.

Der Anwalt schrieb das Regierungspräsidium über beA an:

“Informationsantrag GMP Dr. Sabine Stebel vom 16.09.2024 (fragdenstaat.de #317648)

Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit zeige ich an, dass Frau Dr. Stebel mich beauftragt hat, ihre Interessen im Zusammenhang mit der o. g. Informationsanfrage zu vertreten, auf mich lautende Vollmacht anbei.

Sie benachrichtigten Frau Stebel mit Schreiben vom 09.10.2024, in dem es heißt:

„Das HLfGP besitzt keine Zuständigkeit für die von Ihnen beantragte Auskunft …“. Auch sei es laut HLfGP nicht möglich, „andere informationspflichtige Stellen zu benennen.“, da der Antrag nicht näher formuliert worden sei. Antragsinhalt ist u. a. die Nennung der „für die GMP Zertifizierung zuständigen Institution“ und zwar für Fa. BioNTech – Impfstoff Comirnaty BNT162B2.

Nach dem vorläufigen Rechercheergebnis meiner Mandantin war dies das RP Darmstadt. Dieses teilte mit einer Nachricht, heute eingegangen im beA der Unterzeichnerin wie aus der Anlage ersichtlich mit, nicht zuständig zu sein. Das dieser Nachricht zugrundeliegende hiesige Schreiben vom 07.11.2024 füge ich zur Ihrer Kenntnisnahme bei.

Ich fordere Sie hiermit auf, den Antrag meiner Mandantin vom 16.09.2024 umgehend selbst weiter zu bearbeiten und die geforderten Auskünfte zu erteilen, wobei selbstverständlich Daten, die Betriebs- oder Geschäftsgeheimnisse beinhalten, geschwärzt werden dürfen.

Wegen der Dokumente, die es grundsätzlich geben muss, verweise ich auf die Darstellung zu GMP unter https://de.wikipedia.org/wiki/Gute_Herstellungspraxis#Teil_III_ _GMP-relevante_Dokumente.

Bitte teilen Sie unverzüglich mit, ob die Akten des vormals zuständigen RP Darmstadt von Ihnen übernommen worden sind oder ob nach dem Wechsel der Zuständigkeit die Aufbewahrung der Unterlagen beim RP Darmstadt verblieben ist.”

Dieser Anwalt hat mich nun konsterniert kontaktiert, was denn da abgeht.

Und das wahrscheinlich aus gutem Grund.

Keine Rechtsbehelfsbelehrung.

Das RP ist für alles vor der Übernahme des HLfGP zuständig.

Habe ich da in ein Wespennest gestochen?

Bei GMP-Verstößen haftete das Bundesland Hessen. Kein Wunder, dass die das nun lieber selbst in die Hand nehmen und nicht beim RP belassen.

Man hat mich erneut langen Arm verhungern zu lassen, wie die beiden Versuche davor.

Das gleiche Spiel spielen das RKI und das grüne Kreuz bei den Aufklärungsbögen, da war auch keiner zuständig.

Das Marburgwerk nahm seine Arbeit erst im Februar auf. Woher stammten die Chargen bis dahin? Das könnte auch eine Variation der Nebenwirkungsrate früher Chargen mit erklären.

Der im Januar 2021 in Deutschland und der EU verimpfte Stoff stammte möglicherweise wirkstoffseitig aus den kleineren Werken von BioNTech (Mainz/Idar-Oberstein) oder wurde als Rohstoff aus den USA (Andover) importiert, um dann im belgischen Puurs fertig verarbeitet, abgefüllt und an die Impfzentren ausgeliefert zu werden. Nur war Export aus USA eigentlich untersagt laut Executive Order.

BioNTech und Pfizer hatten aus technischen Gründen bis Ende 2020 nur fünfzig Millionen Dosen für die ganze Welt vorproduzieren können. Die EU erhielt daraus ihren Anteil, wie auch jeweils die USA, Großbritannien und Israel. (S. 216)

Wie viel davon hatte BioNTech produziert?

Wo hatte BioNTech produziert und vor allem, welche Chargen waren das?

Waren einige der Probeläufe aus dem Marburg Werk auch regulär im Umlauf?


Unterstützungsmöglichkeiten:

Bücherwunschzettel: https://www.amazon.de/registries/gl/owner-view/30LG3DJ4ET90L?ref_=list_d_gl_lfu_nav

Andere Unterstützungsmöglichkeiten für Holgers und meine Forschung:

1

Redaktion hessenschau.de & hessenschau.de, Frankfurt, Germany. (2026, May 5). Biontech schließt Standort in Marburg: 540 Stellen fallen in Hessen weg. hessenschau.de. https://www.hessenschau.de/wirtschaft/biontech-schliesst-standort-in-marburg-540-stellen-fallen-in-hessen-weg-v4,biontech-schliessung-marburg-100.html

2

Executive Order on Ensuring Access to United States Government COVID-19 vaccines – the White House. (2020, December 8). The White House. https://trumpwhitehouse.archives.gov/presidential-actions/executive-order-ensuring-access-united-states-government-covid-19-vaccines/

3

COVID-19 vaccines: MEPs call for more clarity and transparency | News | European Parliament. (n.d.). https://www.europarl.europa.eu/news/en/press-room/20210111IPR95308/covid-19-vaccines-meps-call-for-more-clarity-and-transparency

4

Minutes oder Notizen des Telefonates von Jens Spahn mit Vas Narasimhan. (n.d.). https://fragdenstaat.de/anfrage/minutes-oder-notizen-des-telefonates-von-jens-spahn-mit-vas-narasimhan/

5

Vaccine production: BioNTech has the right stuff. (n.d.). Siemens. https://www.siemens.com/en-us/company/insights/pharma-covid-19-biontech/

6

WELT Nachrichtensender. (2021, March 27). NEUES BIONTECH-WERK: Die mRNA-Impfstoff-Produktion in Marburg steht in den Startlöchern [Video]. YouTube.

7

WELT Nachrichtensender. (2021, March 27). NEUES BIONTECH-WERK: Die mRNA-Impfstoff-Produktion in Marburg steht in den Startlöchern [Video]. YouTube.

8

GmbH, C. H. (2026, June 9). Was ist Good Distribution Practice (GDP)? GMP Navigator. https://www.gmp-navigator.com/gmp-news/was-ist-good-distribution-practice-gdp

9

https://d7694293-ffb8-4ed0-a014-3581d49070e4.usrfiles.com/ugd/d76942_5af19ff7389d405585ae0c9db50eb306.pdf (S. 17 Artikel 1)

10

Update on vaccine production at BioNTech’s manufacturing site in Marburg | BioNTech. (n.d.). BioNTech. https://investors.biontech.de/news-releases/news-release-details/update-vaccine-production-biontechs-manufacturing-site-marburg

11

Novartis Produktionsstandort in Marburg geht an Biotechnologie-Unternehmen. (n.d.). Novartis Deutschland. https://www.novartis.com/de-de/medien/pressemitteilungen/novartis-produktionsstandort-marburg-geht-biotechnologie-unternehmen

13

Weichen gestellt: BioNTech-Impfstoffproduktionsanlage in Marburg startklar! (2023, July 13). KINZIG.NEWS. https://kinzig.news/9754/weichen-gestellt-biontech-impfstoffproduktionsanlage-in-marburg-startklar

14

MedTriX GmbH. (2021, January 21). Corona-Impfstoffproduktion in Marburger BioNTech-Werk ab Februar. MedTriX GmbH. https://www.journalmed.de/news/medizin/corona-impfstoffproduktion-in-marburger-biontech-werk-ab-februar

15

BioNTech gibt Update zu Status der Impfstoffproduktion in der Marburger Produktionsstätte. (2021, March 26). BioNTech. https://www.biontech.com/de/de/home/mediaroom/news/press-releases/2021/03/biontech-provides-update-vaccine-production-status-marburg.html

16

Staib, J. (2021, January 10). Biontech: Marburg hat schon einmal die Welt gerettet. FAZ.NET. https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/biontech-marburg-hat-schon-einmal-die-welt-gerettet-17136685.html https://archive.is/n7iq1

17

Vaccine production: BioNTech has the right stuff. (n.d.). Siemens. https://www.siemens.com/en-us/company/insights/pharma-covid-19-biontech/

18

Vaccine production: BioNTech has the right stuff. (n.d.). Siemens. https://www.siemens.com/en-us/company/insights/pharma-covid-19-biontech/

19

Vaccine production: BioNTech has the right stuff. (n.d.). Siemens. https://www.siemens.com/en-us/company/insights/pharma-covid-19-biontech/

20

BioNTech übernimmt GMP-Produktionsstätte zur Ausweitung der COVID-19 Impfstoffproduktionskapazitäten im ersten Halbjahr 2021. (2020, September 17). BioNTech. https://www.biontech.com/de/de/home/mediaroom/news/press-releases/2020/09/biontech-acquire-gmp-manufacturing-site-expand-covid-19-vaccine.html

21

Weichen gestellt: BioNTech-Impfstoffproduktionsanlage in Marburg startklar! (2023, July 13). KINZIG.NEWS. https://kinzig.news/9754/weichen-gestellt-biontech-impfstoffproduktionsanlage-in-marburg-startklar

22

Regierungspräsidium Gießen. (2021). Genehmigungsbescheid nach § 16 BImSchG. In Regierungspräsidium Gießen. https://rp-giessen.hessen.de/sites/rp-giessen.hessen.de/files/2026-02/ss_16_gen_biontech_bekanntmachungss10abs_8a_bf_0.pdf

23

Wagner R, Hildt E, Grabski E, Sun Y, Meyer H, Lommel A, Keller-Stanislawski B, Müller-Berghaus J, Cichutek K. Accelerated Development of COVID-19 Vaccines: Technology Platforms, Benefits, and Associated Risks. Vaccines (Basel). 2021 Jul 6;9(7):747. doi: 10.3390/vaccines9070747. PMID: 34358163; PMCID: PMC8310218. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8310218/

24

Menzel, N. (2021, April 21). BioNTech-Pfizer: Vom Reaktor bis zum Impfzentrum. Puf. https://www.pharma-food.de/ausruestung/fluessig-prozesstechnik/biontech-pfizer-vom-reaktor-bis-zum-impfzentrum-349.html

26

Erstellung der Aufklärungsbögen zur Corona-Impfung. (n.d.). https://fragdenstaat.de/anfrage/erstellung-der-aufklaerungsboegen-zur-corona-impfung/

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