Was wir aus dem Drohnenvorfall in Rumänien über die Kriegsbeteiligung der EU lernen

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Am Freitag hat eine in Rumänien abgestürzte Drohne Schlagzeilen gemacht. Rumänien behauptet, es sei eine russische Drohn...

anti-spiegel.ru📅 30.05.2026
Danke für die Bestätigung

Was wir aus dem Drohnenvorfall in Rumänien über die Kriegsbeteiligung der EU lernen

Am Freitag ist eine Drohne in Rumänien abgestürzt und der Westen behauptet, es sei eine russische Drohne gewesen. Die Reaktionen aus der EU bestätigen meine These, dass die EU längst Kriegspartei im Krieg gegen Russland ist, ein weiteres Mal.

Am Freitag hat eine in Rumänien abgestürzte Drohne Schlagzeilen gemacht. Rumänien behauptet, es sei eine russische Drohne und reagiert heftig. Aus der EU gibt es Unterstützung für Rumänien und deutliche Kritik an Russland.

Warum ist dieser Vorfall für mich eine weitere Bestätigung dafür, dass die EU längst Kriegspartei gegen Russland ist? Um das zu erklären, müssen wir uns anschauen, was passiert ist, danach wird es verständlich.

Der Vorfall

Am Freitagmorgen ist eine Drohne in ein Haus in der ostrumänischen Stadt Galați, unweit der Grenze zur Ukraine und zu Moldawien, eingeschlagen. Die Drohne ist auf das Dach eines Wohnblocks gestürzt, woraufhin ein Brand ausgebrochen ist. Zwei Menschen wurden leicht verletzt und rund 70 Bewohner mussten das Gebäude während der Löscharbeiten verlassen.

In der Mitteilung des rumänischen Verteidigungsministeriums zu dem Vorfall heißt es einleitend, „in der Nacht vom 28. auf den 29. Mai hat die Russische Föderation die Drohnenangriffe auf zivile und infrastrukturelle Ziele in der Ukraine in der Nähe der Flussgrenze zu Rumänien wieder aufgenommen“, danach wurde zum Vorfall selbst mitgeteilt, die Drohne sei „von Radaranlagen bis in den südlichen Teil der Stadt Galați verfolgt“ worden. Sie wurde also frühzeitig gesehen, aber nicht abgeschossen

Das rumänische Außenministerium erklärte, der Vorfall stelle „eine schwerwiegende und unverantwortliche Eskalation seitens der Russischen Föderation dar“. Bukarest habe NATO-Generalsekretär Rutte informiert und „Maßnahmen zur Beschleunigung der Übergabe von Drohnenabwehrkapazitäten an Rumänien gefordert“.

Alle Berichte behaupten, es sei eine russische Drohne gewesen, allerdings wurden keine Beweise oder Fotos der Trümmer der Drohne vorgelegt, die das bestätigen könnten.

Rumäniens Reaktion

Die rumänische Regierung reagierte umgehend und schon am frühen Morgen gab der amtierende rumänische Ministerpräsident bekannt, dass in Bukarest eine Sitzung des Obersten Verteidigungsrates Sanktionen stattfände und fügte hinzu:

„Wir arbeiten derzeit an drei Fronten. Die erste ist die diplomatische, und wir haben uns heute Morgen mit dem Außenministerium auf eine Demarche geeinigt, die auf der Sitzung des Obersten Verteidigungsrates vorgelegt werden soll, um Sanktionen gegen russische Diplomaten in Bukarest zu verhängen.“

Kurz darauf wurde bekannt, worum es dabei ging. Die rumänische Regierung hat beschlossen, das russische Generalkonsulat in Constanța zu schließen und den Generalkonsul zur unerwünschten Person zu erklären.

Was das bedeutet

Ich habe gerade erst in einem langen Artikel über die Drohnenvorfälle im Mai im Baltikum berichtet, wo ukrainische Drohnen fast täglich zu Dutzenden den Luftraum der baltischen Staaten für Angriffe auf Ziele in Russland nutzen, wobei in diesen Ländern auch immer wieder Drohnen abstürzen. Da die Menschen in den betroffenen Staaten wissen, dass das eine faktische Kriegsbeteiligung ihrer Länder bedeutet, die die Gefahr einer russischen Antwort birgt, ist die Nervosität in den Ländern gewachsen.

Daher haben die baltischen Staaten Anfang Mai begonnen, immer lauter zu behaupten, sie hätten der Ukraine nicht erlaubt, ihren Luftraum für Angriffe auf Russland zu benutzen. Demonstrativ wurden sogar einige vereinzelte ukrainische Drohnen abgeschossen.

In meinem oben verlinkten Artikel darüber – und auch in der aktuellen Tacheles-Sendung, in der wir ausführlich darüber gesprochen haben – habe ich die Behauptung aufgestellt, dass das nur Show ist, um den Menschen in den betroffenen Ländern zu suggerieren, man habe der Ukraine die Nutzung des eigenen Luftraums für Angriffe auf Russland nicht erlaubt, während man die Angriffe in Wahrheit zulässt und außer Symbolik nichts dagegen unternimmt.

In der Tacheles-Sendung habe ich die Frage gestellt, ob diese Staaten auch so zurückhaltend reagieren würden, wenn es sich um russische Drohnen auf dem Weg in die Ukraine handeln würde, oder ob die Reaktion dann deutlicher wäre. An diesem Unterschied der Reaktionen könnte man erkennen, ob die Baltenstaaten tatsächlich etwas gegen die Nutzung ihres Luftraums für Angriffe auf Russland haben.

Der Vorfall in Rumänien hat uns die Antwort gegeben, denn die Baltenstaaten hätten auf die ukrainischen Drohnen in ihrem Luftraum ja auch mit heftige Protesten, der Schließung ukrainischer Konsulate und der Ausweisung ukrainischer Diplomaten reagieren können. Auch eine Blockade der EU-Finanzhilfen für Kiew bis zur Einstellung der Drohnenüberflüge wäre möglich. Aber die Baltenstaaten haben nichts dergleichen getan, was zeigt, dass sie die ukrainischen Angriffe auf Russland unter Nutzung ihres Staatsgebietes gutheißen.

Und auch die Reaktion der westlichen Medien sprechen eine deutliche Sprache. Alleine dem Spiegel war der Vorfall in Rumänien am Freitag zwei Artikel wert, während er seinen Lesern die ungezählten Drohnenvorfälle, die es im Baltikum alleine im Mai gegeben hat, verschwiegen hat.

So beweist die Reaktion in der EU auf den Vorfall in Rumänien ungewollt, wie sehr die Staaten der EU bereits am Krieg gegen Russland beteiligt sind.

War es überhaupt eine russische Drohne?

Natürlich ist es denkbar, dass eine russische Drohne vom Kurs abgekommen und in Galați, das praktisch direkt an der Grenze zur Ukraine liegt, abgestürzt ist. Aber es gibt Fragezeichen.

Das erste Fragezeichen ist die Tatsache, dass die Drohne fast keinen Schaden angerichtet hat. Sie ist auf das Dach des Wohnblocks gestürzt und hat dort einen kleinen Brand ausgelöst. Die Bilder von ukrainischen Drohnen, die in Russland in Häuser einschlagen, sehen anders aus, denn da sind die Folgen von Explosionen zu sehen, die an den betroffenen Wohnblöcken erheblichen Schaden anrichten. Es wirkt fast so, als habe die Drohne, die in Galati abgestürzt ist, keinen Sprengkopf an Bord gehabt, sondern als sei der Brand von dem an Bord befindlichen Treibstoff ausgelöst worden.

Die nächste Merkwürdigkeit ist, dass es am Freitag noch mindestens einen weiteren Vorfall mit einer Drohne gegeben haben soll, die in den rumänischen Luftraum eingedrungen ist, den die Medien in ihren Artikeln über den Vorfall in Rumänien jedoch nicht erwähnen. So berichtet die rumänische Nachrichtenagentur Mediafax unter Berufung auf Reuters, es sei noch eine weitere Drohne in Rumänien abgestürzt, die jedoch keine Sprengkopf getragen habe.

Das erinnert mich an die Drohnenvorfälle in Polen vom September 2025. Damals sind etwa 20 Drohnen aus der Ukraine in den polnischen Luftraum eingedrungen und die Medien behaupteten, es habe sich um russische Drohnen gehandelt. Das war jedoch unmöglich, weil die Drohnen vom Typ Geranie, um die es sich angeblich gehandelt hat, gar keine ausreichende Reichweite haben, um Polen zu erreichen.

Das ganze war in Wahrheit eine ukrainische Provokation, bei der abgefangene russische Drohnen repariert und dann nach Polen geschickt wurden. Keine der Drohnen hatte einen Sprengkopf, aber darauf haben die westlichen Medien natürlich nicht hingewiesen, weil dann klar gewesen wäre, dass es sich nicht um russische Drohnen handeln konnte.

Die ukrainische Führung will die NATO, oder zumindest die EU, in den Krieg gegen Russland hineinziehen, weshalb Kiew jetzt, während die Welt auf die weiteren russischen Vergeltungsangriffe für den ukrainischen Angriff auf das Schülerwohnheim im Lugansker Gebiet wartet, ein Motiv hat, Meldungen über angebliche Vorfälle mit russischen Drohnen in EU-Staaten zu produzieren.

Aber wie schon bei den Drohnenvorfällen im September letzten Jahres in Polen stellen die westlichen Medien keinerlei kritische Fragen, und wenn sich später herausstellt, dass die ersten Meldungen über russische Drohnen Falschmeldungen waren, berichten sie ihren Lesern das nicht.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.


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