Restaurations-Meister aus Insterburg – Zwei Brüder und ihr „Tür“-Wunder

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In den 1990er Jahren Tischler, heute die besten Restauratoren der Region: Igor und Oleg Suratow

paz.de📅 20.05.2026

Tagtäglich werkeln sie in der Tischlerwerkstatt, die in den Räumen der Ordensburg Insterburg vor ein paar Jahren eingerichtet wurde. Die gebürtigen Insterburger Oleg und Igor Suratow sind Zwillingsbrüder, die alte Möbel und Türen in strahlende und funktionale Kunstwerke verwandeln.

Künstlerisch begabt waren die beiden schon in der Kindheit. Die Brüder sind talentierte Maler mit unterschiedlicher Stilrichtung – der eine malt mehr fotografisch, der andere mehr im Stil des Impressionismus – verfügen über Kenntnisse als Tischler und Restauratoren. In den 1990er Jahren hatten sie als Möbelproduzenten begonnen. In einer eigenen Werkstatt stellten sie exklusive Eichenmöbel her, die eine Zeit lang reißenden Absatz fanden. Daneben begannen sie bereits, deutsche Möbel wie Küchenbüffets wiederherzurichten und mit künstlerischen Ornamenten zu ergänzen.

Dass in den vergangenen Jahren im nördlichen Ostpreußen verstärkt großer Wert auf eine möglichst originalgetreue Rekonstruktion von Objekten des kulturellen Erbes gelegt wird, spielte den Brüdern in die Hände. Als im Jahr 2021 in der Ordensburg Insterburg eine Schreinerwerkstatt eingerichtet wurde, erhielten sie die Einladung, in dieser zu arbeiten.

Die Besten der gesamten Region

Heute zählen die Brüder Suratow zu den besten Restauratoren im Königsberger Gebiet. Da in der Region sehr viele Türen in den alten deutschen Wohnhäusern und Villen wie durch ein Wunder erhalten geblieben sind, haben sie sich auf die Aufarbeitung von Türen spezialisiert. Die Aufträge kommen nicht nur aus Insterburg, sondern auch aus Königsberg, Neuhausen, Gerdauen und Tilsit. In den renovierten Häusern von Gerdauen finden sich beispielsweise sehr viele Türen, die von den Brüdern originalgetreu wiederhergerichtet wurden.

Die Schreinerwerkstatt in der Ordensburg ist nicht nur eine Arbeitsstätte für die Restauratoren, sondern auch ein Ort, an dem die Experten ihr Wissen in sogenannten „Meisterkursen für alle“ weitergeben. Wer Lust hat, Holz kreativ zu bearbeiten, ist bei den Suratows bestens aufgehoben. Gerne möchten sie junge Talente fördern.

Die Aufarbeitung alter Türen ist ein aufwendiger Prozess, der schon mal bis zu einem Monat oder länger dauern kann. Dann allerdings haben die alten Eingangs- wie auch Innentüren ihr vorheriges Aussehen und ihre Funktionalität zurückerhalten.

Über den Fonds für Kapitalreparaturen, den es seit einigen Jahren im Königsberger Gebiet gibt, unterstützt die Stadtverwaltung die Werkstatt. Zwar wurde die Einrichtung von Freiwilligen übernommen, die unentgeltlich halfen, die Decke, den Boden und die Wände zu renovieren, die Kosten für Materialien sowie die erforderliche Ausrüstung konnten aus Subventionsmitteln bestritten werden. Zu den Fördermitteln zählen auch solche aus einem Wettbewerb des Fonds für Präsidialstipendien, an dem die Werkstatt teilgenommen hatte.

Die restaurierten Türen sind inzwischen zu einer Sehenswürdigkeit der Stadt Insterburg und der gesamten Region geworden. Für Touristen wurde eine spezielle „Türen-Route“ entwickelt, die zu den restaurierten Gebäuden führt und erklärt, wie die Brüder Suratow quasi aus Schrott ihr „Türen-Wunder“ erschufen.

Alte Türen als Sehenswürdigkeit

Derzeit arbeiten die Zwillinge intensiv an der Wiederherstellung der Türen der „Villa Brandes“, die als eines der schönsten Gebäude der Stadt gilt. Dort ist der Kindergarten Nr. 1 untergebracht, der nach einer Generalsanierung am 1. Juni wieder eröffnet werden soll. Bis dahin müssen die Türen fertig sein.

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