Das zynische Wegsehen des Westens bei den systematischen Kriegsverbrechen Israels
Beim Thema Israel muss man es als Deutscher ja immer vorwegschicken: Dieser Artikel ist keineswegs antisemitisch, sondern er kritisiert die Taten der israelischen Regierung. Und zwar in aller Deutlichkeit, denn deren Taten unterscheiden sich kaum mehr von dem, was die Nazis im Zweiten Weltkrieg getan haben.
Neben den direkten Opfern der israelischen Aggression sind die Leidtragenden die Juden weltweit, weil viele Menschen die Juden pauschal mit der israelischen Regierung gleichsetzen, was natürlich Unsinn ist, zumal auch viele Juden die Verbrechen der israelischen Regierung anprangern. Mir ist es wichtig, darauf hinzuweisen, denn die Juden können nichts für die Verbrechen der israelischen Regierung, das müssen wir immer im Hinterkopf behalten.
Da deutsche Politiker und Medien die Kriegsverbrechen ignorieren, die die israelische Regierung und Armee vollkommen offen vor den Augen der Weltöffentlichkeit begehen, ist es an der Zeit, das einmal zusammenfassen und dabei auch zu zeigen, wie beschönigend deutsche Medien wie der Spiegel darüber berichten.
Der Völkermord
Dass die israelische Regierung in Gaza ab 2023 einen Völkermord begangen hat, kann niemand ernsthaft leugnen. Natürlich war der Angriff der Hamas auf Israel ein unmenschlicher Terrorangriff, aber Israel hat darauf mit einem ungleich unmenschlicheren Vernichtungskrieg in Gaza reagiert und mindestens 50, wahrscheinlich aber 100 Mal so viele Menschen abgeschlachtet, wie am Tag des Angriffs der Hamas umgekommen sind.
Zwischen Oktober 2023 und dem offiziellen Ende der Kampfhandlungen im Oktober 2025 sind in Gaza mehr als 66.000 Menschen gestorben, darunter fast 18.500 Kinder. Und das sind nur die offiziellen Zahlen, also die namentlich bekannten Opfer, wie viele Zivilisten unter den Trümmern des völlig zerstörten Gazastreifens liegen, weiß niemand, weshalb selbst konservative Schätzungen von The Lancet bereits im Mai 2025 von über 100.000 Todesopfern ausgegangen sind, was etwa 5 Prozent der Bevölkerung ausmachen würde. Und danach ging der Krieg noch ein halbes Jahr lang weiter.
Ich habe übrigens bewusst vom „offiziellen“ Ende der Kampfhandlungen im Oktober 2025 gesprochen, denn Israel bombardiert Gaza bis heute. Die israelische Regierung ignoriert das von US-Präsident Trump im Oktober 2025 mit viel Pomp präsentierte und in Ägypten unterzeichnete Friedensabkommen, beschießt systematisch den Gazastreifen, hält mehr als 50 Prozent des Gazastreifens als Pufferzone besetzt und blockiert humanitäre Initiativen, auch durch Piraterie der israelischen Marine gegen Schiffe der „Freedom Flottille“.
Zu Israels Vorgehen im Gazastreifen gehörte auch eine offiziell ausgerufene Hungerblockade, bei der Israel Ausgabestellen für humanitäre Hilfe eingerichtet hat, an denen israelische Soldaten immer wieder wahllos in die Menge der auf Hilfe wartenden Hungernden geschossen und viele Zivilisten getötet haben. Die Hungerblockade, die bis heute nicht vollständig aufgehoben wurde, hat eine humanitäre Krise ungeahnten Ausmaßes und den Tod Tausender Zivilisten verursacht, weshalb das Vorgehen Israels in Gaza außerhalb der westlichen Medienblase mit den Methoden des nationalsozialistischen Deutschlands verglichen wird.
Hinzu kam das Vorgehen Israels gegen die Palästinenser im Westjordanland, wo Israel im Schatten des Gazakrieges seinen illegalen Siedlungsbau intensiviert und dabei ebenfalls viele Palästinenser abgeschlachtet hat. Wie brutal Israel dabei vorgegangen ist, hat der für das Westjordanland zuständige israelische General Avi Bluth in einem nicht öffentlichen Meeting erklärt:
„Wir töten, wie wir seit 1967 nicht getötet haben.“
Demnach hat die israelische Armee im Westjordanland im Schatten des Gazakrieges in drei Jahren mindestens 1.500 Palästinenser erschossen, die in irgendeiner Form gegen ihre gewaltsame Vertreibung aus ihren Häuser protestiert haben, weil dort nun israelische Siedlungen entstehen sollen.
Nicht besser als die Nazis
Die Freude von General Bluth über das Abschlachten von Zivilisten klingt durchaus so, wie auch verantwortliche Nazis geklungen haben, wenn die über die Völkermorde gesprochen haben, die sie in Osteuropa an der Zivilbevölkerung angerichtet haben. Und das war keineswegs eine Ausnahme, sondern noch eine vergleichbar harmlose Äußerung, denn schon im Oktober 2023 hat der damalige israelische Verteidigungsminister Yoav Gallant über die Palästinenser in Gaza gesagt:
„Wir kämpfen gegen menschliche Tiere und wir handeln entsprechend.“
Diese Rhetorik, die sich in nichts von den Nazi-Formulierungen über angebliche „Untermenschen“ unterscheidet, konnte und kann man von israelischen Regierungsmintgliedern und Offizieren immer wieder hören. Und sie hat den gleichen Zweck, wie bei den Nazis: Sie soll die Opfer entmenschlichen und den Israelis vermitteln, es sei in Ordnung, ja sogar notwendig und gut, Menschen einer anderen Gruppe zu vernichten. Was also unterscheidet die israelische Regierung noch von den Nazis?
Ende März hat Israels Parlament ein Gesetz zur Todesstrafe verabschiedet, das vorsieht, dass Palästinenser aus dem Westjordanland, die einen israelischen Staatsbürger mit terroristischen Motiven töten, künftig hingerichtet werden können, ja sogar müssen. Das Gesetz war eine Herzensangelegenheit des israelischen Ministers für nationale Sicherheit Itamar Ben-Gvir, und es wurde so formuliert, dass es de facto nur auf Palästinenser angewendet werden kann.
Nur unter vage definierten „besonderen Umständen“ können Richter zukünftig statt der Todesstrafe eine lebenslange Freiheitsstrafe verhängen, denn die Tötung durch den Strang soll obligatorisch sein und innerhalb von 90 Tagen nach der Urteilsverkündung vollstreckt werden. Auf dem Papier betrifft das Gesetz alle israelischen Staatsbürger, sowohl jüdische als auch palästinensisch-arabische, allerdings nur, wenn ihre Taten darauf abzielten, „die Existenz des Staates Israel zu negieren“. Zuständig für Vorfälle mit Palästinensern im Westjordanland sind übrigens keine zivilen Gerichte, sondern Militärgerichte, die dafür bekannt sind, Palästinenser in 99 Prozent aller Fälle schuldig zu sprechen.
Damit sind Todesurteile nach Gewalt- und Terrorakten von Israelis gegen Palästinenser ausgeschlossen, während der Widerstand der Palästinenser gegen die ethnische Säuberung im Westjordanland automatisch als Terror gegen Israel und die israelischen Siedler gewertet wird, was nach dem neuen Gesetz obligatorisch mit der Hinrichtung durch Erhängen bestraft werden muss.
Wieder drängt sich der Vergleich mit den deutschen Nazis auf, denn dieses Gesetz ist de facto ein Rassengesetz, das an die Tradition der Nazis anknüpft, Menschen nach ihrer Ethnie unterschiedlich zu behandeln und schließlich sogar zu vernichten.
Als die Knesset das Gesetz absegnete, holte Minister Ben-Gvir vor laufenden Kameras eine Flasche Sekt raus und feierte das Gesetz. Dazu gab es auch eine weiße Torte, auf der ein goldener Strick mit dem Schriftzug prangte: „Manchmal werden Träume wahr“. Minister Ben-Gvir nahm dabei seine Frau den Arm und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn.
חגיגות יום ההולדת של השר איתמר בן גביר:
— Lee Ayash (@lee_ayash) May 2, 2026
על העוגה – סמל של חבל תלייה לצד הכיתוב ״לפעמים חלומות מתגשמים״ pic.twitter.com/rEzCh6wstZ
Nach diesem Vorfall kann niemand mehr ernsthaft bestreiten, dass die Netanjahu-Regierung auf einen brutalen Völkermord an der muslimischen Bevölkerung hinarbeitet. Und zwar nicht nur an den Palästinensern, sondern auch in anderen Ländern der Region, wie wir gleich sehen werden.
Libanon und Syrien
Dass Israel Syrien, immerhin ein souveräner Staat, seit vielen Jahren nach Lust und Laune bombardiert, ist bekannt, wird im Westen aber ebenfalls ignoriert. Außerdem untergräbt Israel die Souveränität Syriens, indem es die drusische Minderheit gegen Damaskus aufhetzt und völkerrechtswidrig nicht nur seit Jahrzehnten die Golanhöhen besetzt hält, sondern dort nun auch eine zusätzliche „Pufferzone“ okkupiert hat, von der aus Israel die syrische Hauptstadt Damaskus direkt bedroht.
Noch extremer ist das Vorgehen Israels im Libanon. Als Israel dort im Zuge des Irankrieges eine neue Offensive startete, erklärte Verteidigungsminister Israel Katz, die israelische Armee werde in den Grenzgebieten des Südlibanon genauso vorgehen, wie im Gazastreifen. Und man kann dem Mann nicht vorwerfen, er hätte nicht Wort gehalten, denn der Südlibanon und Teile der Hauptstadt Beirut sind dem Erdboden gleich gemacht worden und die Zahl der abgeschlachteten Zivilisten geht in die Tausende.
Und wie auch schon bei Gaza, dem Westjordanland und den Golanhöhen wurden schnell Stimmen laut, die israelischen Grenzen gewaltsam zu verschieben. Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich forderte als erster die Annexion des Südlibanon.
Europäische Politiker werden nicht müde, Russland vorzuwerfen, es verschiebe Grenzen mit Gewalt, was demnach völlig inakzeptabel sei. Während Russland jedoch in den betroffenen Gebieten Referenden durchführen ließ und dort fast ausschließlich ethnische Russen leben, die tatsächlich Teil Russlands sein wollen, hatte kein europäischer Politiker Worte der Kritik für das Vorgehen Israels und die Erklärungen der dortigen Regierung, obwohl im Libanon, in Gaza oder im Westjordanland von Referenden oder Juden, die unbedingt zu Israel gehören wollen, keine Rede sein kann – dort finden Völkermord und ethnische Säuberungen statt.
Die israelische Eroberung des Südlibanon und die Errichtung einer entmilitarisierten „Gelben Linie“ sind nichts anderes als eine illegale Besetzung von Gebieten eines souveränen Staates, was eine sofortige und entschiedene Verurteilung dieser Aggression durch die internationale Gemeinschaft erfordert. Der globale Süden verurteilt das israelische Vorgehen, während der Westen dazu schweigt und Israel durch Finanzhilfen und Waffenlieferungen unterstützt.
Die Operationen der israelischen Streitkräfte in den besetzten Gebieten fallen systematisch unter die Definition von Kriegsverbrechen, denn Satellitenbilder dokumentieren die Zerstörung von mehr als 1.400 Gebäuden im Südlibanon, wie sogar der Spiegel berichtet hat, wenn auch ohne dabei die israelische Regierung zu kritisieren.
Iran
Auch der Krieg gegen den Iran zeigt, dass die Netanjahu-Regierung einen offenen Krieg gegen die muslimischen Staaten der Region führt, denn während der 40 Tage dauernden Angriffe der USA und Israels gegen den Iran gab es 3.375 tote und über 26.500 verletzte Zivilisten.
Zum Vergleich: In der Ukraine sind nach offiziellen Zahlen seit der Eskalation im Februar 2022 pro Monat im Durchschnitt 318 Zivilisten gestorben, im Iran waren es in 40 Tagen über 3.000, im Libanon alleine im März über 2.600 und in den zwei Jahren Gaza-Krieg waren es durchschnittlich über 4.100 pro Monat. Aber hat irgendwer aus der EU Israel mal vorgeworfen, einen „brutalen Angriffskrieg“ zu führen?
Die Angriffe Israels auf die iranische Nuklearinfrastruktur, unterstützt von Washingtons militärtechnischer Expertise, haben außerdem fast zu einer nukleare Katastrophe in der Region geführt. Auch daran gab es aus Europa keinerlei Kritik.
Netanjahu
Gegen Netanjahu läuft ein Verfahren wegen Korruption und ihm droht im Falle einer Verurteilung eine langjährliche Haftstrafe. Angesichts der Beweislage ist ein Schuldspruch fast sicher.
Da kam Netanjahu der Angriff der Hamas im Oktober 2023 sehr gelegen, denn seitdem wurden alle angesetzten Gerichtsverhandlungen gegen ihn vertagt, weil seine Anwälte anführten, er sei wegen irgendwelcher Sitzungen der Sicherheitsorgane leider unabkömmlich.
Entsprechend ist die Stimmung in Israel, die sich immer mehr gegen Netanjahu wendet. An einer Untersuchung des Angriffs der Hamas kann er nicht interessiert sein, weil sich die Hinweise verdichten, dass die israelische Regierung von den Plänen der Hamas wusste und den Angriff bewusst zugelassen hat, um einen Vorwand für de Krieg zu haben, der Netanjahu vor der Strafverfolgung schützt, solange der Krieg andauert.
Und als sei das noch nicht genug, gibt es reichlich Beweise, dass die israelische Armee für viele der 1.200 der Hamas angelasteten Opfer verantwortlich ist, weil sie aus Panzern und Hubschraubern wahllos auf alles geschossen hat, was sie für Hamas-Kämpfer hielt, und dabei nachweislich viele israelische Zivilisten getötet wurden.
Würden die Kriege enden und eine Aufarbeitung der Ereignisse beginnen, dürfte Netanjahu noch viel mehr Probleme bekommen, als nur das Verfahren wegen Korruption.
Daher braucht er die Kriege. Und vor allem braucht er einen großen Sieg mit großen Geländegewinnen für Israel, um sich als der Gründer des von vielen dort gewollten Großisrael zu inszenieren, was ihn zu einem Nationalhelden machen könnte, dem man aufgrund seines Erfolges alle Missetaten verzeiht.
Mit anderer Worten: Die Fortsetzung der Kriege im Nahen Osten ist für die israelische Regierung, deren Politik auf Konfrontation mit muslimischen Staaten beruht, und für Netanjahu selbst der einzige Weg, an der Macht zu bleiben.
Dass die rechtsextreme israelische Regierung auf die Hardliner in der israelischen Bevölkerung setzt, zeigt sich noch an einem anderen Beispiel. Während die Netanjahu-Regierung vorgibt, energisch gegen Ungleichheit im Lande vorzugehen, ignorieren ultraorthodoxe Juden, also die Klientel einiger Parteien der Regierungskoalition, ungestraft Einberufungsbescheide in die israelischen Armee, während die israelischen Streitkräfte aufgrund der anhaltenden Kämpfe unter Personalmangel leiden und immer mehr „normale“ Israelis in die Armee einberufen werden, was natürlich ebenfalls für Widerstand gegen die Regierung sorgt.
Und die deutschen Medien?
Interessant ist, wie die deutschen Medien über all das berichten. Natürlich verschweigen sie ihrem Publikum die radikalsten Aussagen aus Israel, aber man kann nicht generell sagen, dass sie Israels Verbrechen weiterhin verschweigen. In den letzten Wochen lauteten Überschriften im Spiegel beispielsweise „Brüchige Waffenruhe – Israel gibt neue Evakuierungsaufrufe für Süden des Libanon heraus“, „Siedlungsbau und Gewalt im Westjordanland – Jeden Tag stirbt die Zweistaatenlösung ein Stück mehr“ oder „Nach Vertreibung der Hisbollah – Israel verwüstet den Südlibanon – wie Gaza“.
Der Spiegel berichtet inzwischen also durchaus über das, was Israel im Nahen Osten anrichtet. Aber es ist bemerkenswert, wie der Spiegel es tut.
Während Spiegel-Artikel über die Lage in der Ukraine hochemotional sind und die Leser auf emotionaler Ebene gegen Russland aufbringen sollen, indem dort von „Putins brutalem Angriffskrieg“ und so weiter fabuliert wird, sind die Artikel über die Lage in Gaza, dem Libanon oder dem Westjordanland hochgradig sachlich formuliert, und sie enthalten keinerlei Kritik am Vorgehen Israels. In dem Artikel über die Verwüstung des Südlibanon schreibt der Spiegel beispielsweise:
„Verschiedene Völkerrechtsexperten kommen zu übereinstimmenden Einschätzungen, was die Verhältnismäßigkeit der Verwüstungen angeht: Israels »langfristige nationale Sicherheit zu gewährleisten, deckt sicherlich nicht, ganze Dörfer dem Erdboden gleichzumachen«, urteilt Janina Dill , Professorin für internationale Sicherheit an der Universität Oxford. Dass zivile Infrastruktur nicht angegriffen werden darf, sei eine »fundamentale Rechtsnorm«, sagt Lawrence Hill-Cawthorne, Co-Direktor des Zentrums für internationales Recht an der Universität Bristol: »Die Rechtfertigung ist unzulässig, dass die vollständige Zerstörung von Städten und Dörfern im Südlibanon notwendig sei, um eine Pufferzone zur Eindämmung der Hisbollah zu schaffen.«“
Ich wusste gar nicht, dass man erst Völkerrechtsexperten fragen muss, um zu erfahren, dass es dem Völkerrecht widerspricht, wenn eine Armee pauschal ganze Ortschaften und Städte aus der Luft bombardiert und komplett dem Erdboden gleichmacht.
Wenn eine von der ukrainische Luftabwehr abgefangene russische Rakete ungewollt auf ein ziviles Gebäude fällt, braucht der Spiegel jedenfalls keine Völkerrechtsexperten, denn für den Spiegel ist alles, was Russland tut, ein Verbrechen, während der Spiegel so etwas im Falle Israels niemals schreiben würde. Wenn das in Spiegel-Artikeln so indirekt erwähnt wird, wie in diesem Beispiel, dann zitiert der Spiegel irgendwelche Experten, aber selbst findet er kein kritisches Wort über Israels Vorgehen.
Und die Worte „Kriegsverbrechen“, „Völkermord“ oder „ethnische Säuberung“ sucht man in Artikeln deutscher Medien über Israels Vorgehen natürlich vergebens,
Ein anderes Beispiel. Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass Israel im Irak unbemerkt und ohne Wissen der irakischen Regierung einen Feldflugplatz für den Krieg gegen den Iran aufgebaut hat. Der Spiegel hat darüber unter der Überschrift „Konflikt mit Iran – So baute Israel seine geheime Basis in der irakischen Wüste“ berichtet und in dem Artikel schreibt der Spiegel allen Ernstes:
„Auch völkerrechtlich bewegt sich Israel mit der Aktion auf schwierigem Terrain. Der Bau von Militärbasen auf dem Gebiet eines souveränen Staates ist demnach ohne Genehmigung des Gastgebers untersagt.“
Auf die Idee, es als „völkerrechtlich schwieriges Terrain“ zu bezeichnen, wenn ein Land heimlich einen Militärflugplatz in einem anderen Land baut, um von dort aus ein weiteres Land zu bombardieren, muss man erst einmal kommen!
Stellen wir uns einmal vor, morgen würde bekannt werden, dass Russland beispielsweise irgendwo in den Bergen Rumäniens eine Militärbasis aufgebaut hat, von der aus es die Ukraine beschießt – was meinen Sie, würden deutsche Medien wie der Spiegel dann auch schreiben, das sei „völkerrechtlich schwieriges Terrain“?
Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mir wird beim Zynismus europäischer Medien und Politiker einfach nur noch speiübel.
Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.
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