Kiew will möglichen russischen Angriff für False Flag-Operation gegen kasachische Botschaft in Kiew nutzen
Am Wochenende könnte der Ukraine-Konflikt eine massive Eskalation erfahren, denn die Ukraine plant eine False Flag Operation, die das Ziel hat, die Beziehungen zwischen Kasachstan, einem wichtigen Partner Russlands, und Russland schwer zu schädigen.
Um zu erklären, worum es dabei geht, muss ich ein wenig ausholen. Zunächst erzähle ich daher die Vorgeschichte, die man auch aus öffentlich zugänglichen Quellen erfahren kann, danach erzähle ich, was ich darüber von meinen eigenen Quellen erfahren habe, und dabei kommen wir zur von Kiew und der EU geplanten False Flag Operation gegen Kasachstan, beziehungsweise die russisch-kasachischen Beziehungen.
Selenskys Drohungen
Am Montag hat Selensky beim EU-Armenien-Gipfel in Armenien erklärt, am 9. Mai die Parade aus Anlass des Sieges über Nazi-Deutschland anzugreifen. Er sagte, es könnten bei der Parade ukrainische Drohnen beim Roten Platz, wo die Parade stattfindet, auftauchen.
In Russland, wo die jährlich am 9. Mai stattfindenden Feierlichkeiten aus Anlass des Sieges über Nazi-Deutschland der wohl wichtigste Feiertag sind, hat das Entsetzen ausgelöst. Das russische Verteidigungsministerium warnte daraufhin, sollte die Ukraine die Feierlichkeiten angreifen, werde es einen massiven Raketenangriff auf das Stadtzentrum von Kiew durchführen. Wörtlich hieß es in der Erklärung:
„Sollte das Kiewer Regime versuchen, seine verbrecherischen Pläne zur Störung der Feierlichkeiten zum 81. Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg umzusetzen, werden die russischen Streitkräfte als Vergeltung einen massiven Raketenangriff auf das Zentrum von Kiew starten. Obwohl wir diese Möglichkeit haben, hat Russland bisher aus humanitären Gründen von solchen Aktionen abgesehen. Wir warnen die Zivilbevölkerung von Kiew und die Mitarbeiter ausländischer diplomatischer Vertretungen dringend, die Stadt unverzüglich zu verlassen.“
Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, hat auf ihrer regulären Pressekonferenz die Warnung am Donnerstag wiederholt und mitgeteilt, das russische Außenministerium habe an alle ausländischen diplomatischen Vertretungen und Repräsentanzen internationaler Organisationen, die bei dem Ministerium akkreditiert sind, sowie an die Regierungen der betroffenen Staaten eine Note adressiert, in der es vor den Gefahren, die allen Bürgern infolge eines von Russland angekündigten Vergeltungsschlages gegen Ziele in Kiew entstehen würden, gewarnt hat.
Einen russischen Vergeltungsangriff provozieren
Offenbar legt Selensky es darauf an, dass es zu diesem Vergeltungsangriff kommt, denn er braucht die Bilder von schweren Zerstörungen mit vielen Opfern im Zentrum von Kiew für den Informationskrieg. Wenn dabei ausländische Diplomaten zu Schaden kommen, würde ihm auch das nur in die Hände spielen. Und offenbar wird Selensky dabei von den Europäern unterstützt, denn von denen kamen weder bei Selenskys Drohung am Montag noch danach irgendwelche Mahnungen an ihn, diese Eskalation, also einen Angriff auf die Siegesparade in Moskau, zu unterlassen.
Auch die Europäer scheinen also einen russischen Vergeltungsangriff auf Kiew provozieren und zu wollen, um weiteres „Futter“ für ihre anti-russische Propaganda zu haben. Als Reaktion auf die russische Warnung haben sie erklärt, ihre Diplomaten nicht aus Kiew abziehen zu wollen. Offenbar nimmt man auch billigend in Kauf, dass eigene Diplomaten bei einem russischen Vergeltungsangriff zu Schaden kommen können.
Interessant ist in diesem Zusammenhang die Berichterstattung des Spiegel, der seinen Artikel zu dem Thema umgeschrieben hat. Er trägt die Überschrift „Mögliche Attacke am Wochenende – Russland dringt auf Evakuierung ausländischer Botschaften in Kyjiw“ und ist im Original (hier der Link zum Original im Internetarchiv) schon in der Nacht zu Donnerstag erschienen, dann aber verändert worden. In der nun online stehenden Version kann man erfahren, dass die Bundesregierung die Evakuierung ihrer Diplomaten aus Kiew ablehnt:
„Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) zeigte sich davon unbeeindruckt. »Nein, natürlich nicht. Wir stehen in engem Kontakt mit den anderen Botschaften. Wir lassen uns von solchen Einschüchterungen nicht beeindrucken«, sagte Wadephul in einem Interview auf die Frage, ob Deutschland seine Botschaft aus Kyjiw abziehen würde.“
Offensichtlich setzen Kiew und die EU darauf, dass es zu dem russischen Vergeltungsangriff kommt, um möglichst dramatische Bilder und Meldungen für den Informationskrieg zu bekommen, während Russland über alle verfügbaren Kanäle sowohl die Bevölkerung von Kiew als auch die dort lebenden ausländischen Diplomaten dringend auffordert, Kiew zu verlassen.
Die schon lange geplante False Flag Operation
Da ich in Moskau inzwischen gut vernetzt bin, kommt es manchmal vor, dass ich bei Gesprächen dabei bin, bei denen vertrauliche Dinge besprochen werden. So habe ich schon vor einigen Monaten erfahren, dass die Ukraine eine Provokation vorbereitet hat, mit der die Beziehungen zwischen Kasachstan und Russland, zweier strategischer Partner, schwer beschädigt werden sollen.
Schon vor einigen Monaten hat die Ukraine direkt neben der kasachischen Botschaft in Kiew ein Luftabwehrsystem aufgestellt und in einem Kellerraum im gleichen Hinterhof auch ein Munitionslager eingerichtet. Die Hoffnung der ukrainischen Führung war es offensichtlich, dass Russland das Luftabwehrsystem, ein klar militärisches Ziel, angreift.
Durch die in unmittelbarer Nähe gelagerte Munition hätte das zu einer gewaltigen Explosion geführt, die sowohl die kasachische Botschaft schwer beschädigt hätte, als auch ein daneben befindliches Kinderkrankenhaus, denn – jeder kann das auf Google-Maps überprüfen – die kasachische Botschaft hat die Adresse Yuriia Illienka Straße 26 in Kiew, während das Nachbargebäude mit der Hausnummer 24 eine Kinderkrebsklinik ist. Auf dem Satellitenbild von Google-Maps ist zu erkennen, dass zwischen beiden Gebäuden nur ein Hinterhof ist, der auf dem Bild als Parkplatz genutzt wird. Tatsächlich steht genau dort seit Monaten ein Luftabwehrsystem.
Davon habe ich vor Monaten in Moskau erfahren, als ich bei einem Gespräch dabei war, bei dem es um dieses Thema ging. Ich wurde allerdings gebeten, nicht darüber zu berichten, weil es sich dabei um vertrauliche Informationen handelte.
Der Plan von Kiew ist klar: Hätte Russland das klar militärische Ziel, die Luftabwehr, angegriffen, hätte es riesige Schlagzeilen gegeben, dass die bösen Russen eine Kinderkrebsklinik und die kasachische Botschaft angegriffen hätten. Daher haben die russischen Streitkräfte strikte Anweisung, dieses Luftabwehrsystem unter keinen Umständen anzugreifen.
Vor allem die geopolitischen Folgen wären für Russland fatal gewesen, denn die Beziehungen zu Kasachstan sind für Russland sehr wichtig. Und natürlich hätte es den russisch-kasachischen Beziehungen schwer geschadet, wenn bei einem russischen Angriff die kasachische Botschaft in Kiew beschädigt und dabei auch noch kasachische Diplomaten zu Schaden gekommen wären.
Hinzu kommt, dass der kasachische Botschafter offenbar gegen seine eigene Regierung arbeitet und an dieser Verschlechterung der russisch-kasachischen Beziehungen interessiert ist, denn er hat die praktisch neben der Botschaft stehende Luftabwehr natürlich gesehen, aber weder in Kiew dagegen protestiert, dass die Ukraine die kasachische Botschaft damit in Gefahr bringt, noch hat er das an das kasachische Außenministerium gemeldet.
Das war übrigens der Grund, warum ich davon zufällig erfahren habe, denn in dem Gespräch, bei dem ich zufällig dabei war, war die Aufregung nicht so sehr wegen der Kiewer Provokation mit der dort platzierten Luftabwehr groß (an solche Dinge ist man in Russland inzwischen gewöhnt), sondern weil der kasachische Botschafter in Kiew offenbar gegen seine eigene Regierung und für Kiew arbeitet, indem er seinen Vorgesetzten verschweigt, was dort los ist.
Nun soll es umgesetzt werden
Heute habe ich zufällig mit einem der Gesprächspartner von damals gesprochen und er hat mir erzählt, dass Russland klare Hinweise darauf hat, dass die Ukraine, wenn sie sich zum Angriff auf die Parade in Moskau entschließt, geplant hat, diese Luftabwehrstellung inklusive des Munitionslager während des russischen Vergeltungsangriffes zu sprengen, sei es durch eigenen Beschuss oder Sabotage, um Russland danach öffentlichkeitswirksam zu beschuldigen, bei seinem Vergeltungsangriff auf Kiew wahllos auch Krankenhäuser und ausländische Botschaften beschossen zu haben.
Russland ist bemüht, zivile Opfer möglichst zu vermeiden und setzt daher bei seinen Angriffen Präzisionswaffen ein. Das gilt auch für einen möglichen Vergeltungsangriff auf das Zentrum von Kiew. Wahrscheinlich würden sich die russischen Angriffe gegen das Präsidialamt, diverse Ministerien und Militär- und Geheimdienstobjekte der Ukraine richten, die Russland bisher nicht angegriffen hat, weil es bisher von Angriffen auf Kiews Stadtzentrum abgesehen hat. Aber ganz sicher würde sich die russische Vergeltung nicht gegen ausländische Botschaften oder die Zivilbevölkerung richten.
Das erklärt auch, warum Russland nun so eindringliche Warnungen an ausländische Diplomaten und die Zivilbevölkerung ausspricht, Kiew zu verlassen. Ich weiß nur von dieser einen Provokation, die die Ukraine plant, weil ich zufällig bei einem Gespräch dabei war, aber möglicherweise gibt es aber noch mehr solche geplanten Provokationen.
Disclaimer: Natürlich halte ich mich als Journalist an die Regeln des Quellenschutzes, weshalb ich meine Quellen nicht nenne und auch ohne Erlaubnis nichts veröffentliche, was ich in vertraulichen Gesprächen erfahren habe. Aber jetzt hat mein Gesprächspartner mir grünes Licht gegeben, darüber zu berichten, daher habe ich diesen Artikel nun geschrieben.
Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.
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